Museum

RWW stellt antike römische Wasserleitung in Mülheim aus

Das knapp zwei Meter und über sechs Tonnen schwere Teilstück einer römischen Wasserleitung wurde mit einem Spezialtransport am Aquarius in Mülheim angeliefert.

Das knapp zwei Meter und über sechs Tonnen schwere Teilstück einer römischen Wasserleitung wurde mit einem Spezialtransport am Aquarius in Mülheim angeliefert.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Ein Teilstück einer römischen Wasserleitung steht ab sofort auf dem Vorplatz des Aquarius. Vor 2000 Jahren versorgte die Leitung Köln mit Wasser.

Sechs Tonnen schwer, zwei Meter groß und 2000 Jahre alt: Die römische Wasserleitung, die ab sofort auf dem Vorplatz des Aquarius Wassermuseums der RWW steht, ist ein Hingucker.

Bei Straßenbauarbeiten vor etwa drei Jahren wurde in Hürth das Segment freigelegt. Mit einer Länge von knapp 100 Kilometern versorgte die Wasserleitung damals Köln mit frischem Wasser aus der Eifel.

Insgesamt sei die antike Leitung in 22 Stücke aufgeteilt worden, so Gudrun Schmitz von der Bezirksregierung. „Eins gehört in unseren Augen auch zum Wassermuseum hier in Mülheim.“

Teilstücke im ganzen Land verteilt

Für Andreas Macat, Leiter des Museums, ist das Segment „absolute Baukunst“. Für ihn sei es wichtig, dass das Thema Wasser und Wasserschutz noch mehr von den Bürgern wahrgenommen wird. „Um darüber aufzuklären, ist es wunderbar, dass wir nun so ein Teilstück bei uns aufstellen können.“

Neben Mülheim sind unter anderem Hennef und Köln Standorte für die restlichen Segmente. „Aber auch Vereine und Kommunen konnten ein Stück bekommen“, so Gudrun Schmitz.

Die freigelegte Leitung ist fachgerecht nach denkmalpflegerischen und konservatorischen Gesichtspunkten restauriert. Das Konzept wurde von einem Team aus Vertretern der Denkmalbehörden, Archäologen und Restauratoren entwickelt, die Umsetzung hatte federführend die Handwerkskammer Köln.

Unterer Teil ist original erhalten

Das antike Stück ist mehrschichtig aufgebaut und besteht unter anderem aus Beton, Lehm und Zement. Der untere Teil ist original erhalten, der obere Rundbogen wurde nachgefertigt.

Damit das Segment nicht ungeschützt und ungeschmückt vor dem Museum steht, hat Architekt Hans Hermann Hofstadt eine Konstruktion erstellt, die das restaurierte Stück nun einrahmt.

„Eigentlich ist das doch eine Reliquie. Normalerweise werden diese in Vitrinen ausgestellt“, so Hofstadt.

Aus diesem Grund hat er für das antike Stück eine Art Vitrine gebaut. Mit einem eigenen „Vitrinenboden“, der auf Schotter steht und einem gebogenen Dach, zum Schutz vor Regen. „Ich würde meine Konstruktion als dienenden Rahmen bezeichnen.“ Dieser Rahmen darf auch gerne rosten, so Hofstadt. „So wirkt das Stück der Wasserleitung noch ein bisschen edler.“

Für alle Interessierten wird eine Informationstafel mit der Geschichte der Wasserleitung an dem ausgestellten Segment aufgestellt.

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