Freilichtbühne

Sponsoren schenken der Freilichtbühne neue Sitzränge

Die Ränge auf der Freilichtbühne sind teilweise schon demontiert. Manni Kehrmann

Die Ränge auf der Freilichtbühne sind teilweise schon demontiert. Manni Kehrmann

Foto: Andreas Köhring

Mülheim.   Mülheims Freilichtbühne bekommt neue Ränge. Im Winter sollen 100 000 Euro verbaut werden. Möglich wird das durch Sponsoring.

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Im verflixten 13. Jahr, seit die Regler ehrenamtlich die Freilichtbühne bespielen, sind die Besucherzahlen explodiert: Rund 50 000 Menschen wurden bei 56 Veranstaltungen in der vergangenen Saison gezählt. Mit einer Publikumsstärke von über 2000 geriet man an einigen Abenden an die Grenzen.

Ohne große Werbung hat sich das lauschige Areal am Rande der Altstadt µmit Konzerten, Kleinkunst und diversen Veranstaltungen für alle per Mundpropaganda herumgesprochen. Auch überregional zieht etwa die Mittwochsreihe als bekannteste Marke Menschen nach Mülheim. „Eine Idee ist groß geworden“, bringt es Peter Michael Schüttler auf den Punkt. Für Leute jeder Schicht und jeden Alters, ob Punker, Opa oder Jugendliche, ist die Bühne im Grünen beliebter Treffpunkt – barrierefrei.

Da sich bei allem um kein kommerzielles Unterfangen handele, „zeigt es sich mehr und mehr, dass es als Gemeinschaftsprojekt von uns, den Künstlern und dem Publikum verstanden wird.“ Angetan von der Atmosphäre und dem kulturell-sozialen Ansatz des Netzwerk-Betriebs, sind manche Sponsoren veranlasst, sich selbst zu engagieren.

3,8 Kilometer Holz sind für beide Ränge nötig

Nun ist ein weiterer großer Schritt geschafft: Die 35 Jahre alten, maroden Holzbänke der Ränge werden gegen neue ausgetauscht. Möglich macht das eine alteingesessene Unternehmerfirma über die Stiftung Bildung und Kultur in Essen, erläutert Schüttler. „3,8 Kilometer Holz sind für beide Ränge nötig.“ Parallel ist dazugekommen, „dass ein Mülheimer Sägewerk im Hafen uns die Balken mit sibirischer Lärche liefert“. Und das alles zum Selbstkostenpreis.

Die Balken müssen danach auf Alukonstruktionen installiert werden. Und da kam dann eine Mülheimer Eisenwarenfirma ins Spiel, die für die Montage 350 Meter Alu-Profile, 12 000 Dübel und 9000 Edelstahlschrauben liefert. Weil es Bedingung der älteren Sponsorin war, die Ränge nicht ohne ein neues Geländer zu machen, weil man auf den Stufen so schlecht sieht, kommen nun noch Edelstahlhandläufe mit LED-Beleuchtung hinzu. Auch das alte Pflaster wird aufgenommen und neu verlegt.

Regler, Ehrenamtliche und Fachleute packen an

Rund 100 000 Euro werden dafür in die Hand genommen und im Winter verbaut. Dafür packen Regler, Ehrenamtliche und Fachleute an. Noch vor Weihnachten soll alles demontiert sein. Finanziert wird das Projekt über die Stiftung. „Das Zutrauen von Mülheimer Bürgern und Sponsoren macht uns sehr stolz“, sagt Schüttler.

Der Schneeballeffekt wirkt sich aus: Denn, auch was die Künstler anbelangt, kann man sich zunehmend mit großen Namen schmücken, ist die Mülheimer Freilichtbühne mittlerweile speziell in der Musiker-Szene in Australien ein Begriff, erläutert Stephan Bevermeier. Die Qualität der Mittwochsreihe habe ein Niveau erreicht, „das wir so noch nicht hatten.“ So laufen Gespräche über einen Auftritt mit den Altrockern Birth Control, die angefragt haben. In 13 Jahren haben die Regler eine Kult-Institution etabliert – ohne Subventionen der Stadt. „Wir stemmen das alles über Eigenleistung, Gastronomie, Mitglieder, Sponsoren und Partner“, betont Schüttler. Und Babs Kampmann freut sich, dass auch die Altstadt-Gastronomie von den vielen Besuchern profitieren.

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