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Stadt Mülheim stellt Langzeitarbeitslose in Kitas ein

Elf Langzeitarbeitslose werden in Mülheimer Kitas und auf Sportanlagen eingesetzt.

Elf Langzeitarbeitslose werden in Mülheimer Kitas und auf Sportanlagen eingesetzt.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die Stadt Mülheim stellt elf Langzeitarbeitslose an Kitas und Sportanlagen ein. Ein sensibler Bereich, das ist den Beteiligten bewusst.

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Seit Anfang des Jahres gibt es das Teilhabechancengesetz des Bundes. Es soll Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integrieren. Jetzt möchte auch die Stadtverwaltung Langzeitarbeitslosen wieder in eine geregelte Arbeit verhelfen und stellt insgesamt elf Mitarbeitende in Kitas und auf städtischen Sportanlagen ein.

„Auch die Stadt nimmt ihre soziale Verantwortung wahr und möchte Langzeitarbeitslosen einen Job mit Perspektive bieten“, sagt Sozialdezernent Marc Buchholz. „Ich bin dem Personalamt sehr dankbar, dass wir trotz der aktuellen Haushaltssituation dieses Projekt anschieben können.“ Denn eigentlich ist Mülheim am NRW-Stärkungspakt beteiligt und muss bis 2023 durch Stellenabbau rund sechs Millionen Euro einsparen.

134 Langzeitarbeitslose in Mülheim über Teilhabechancengesetz vermittelt

Seit Jahresbeginn konnten in Mülheim 134 Langzeitarbeitslose über das Teilhabechancengesetz vermittelt werden. Inklusive der elf Mitarbeiter, die jetzt durch die Stadt eingestellt werden. Während die fünf Stellen im Bereich der Sportstätten noch nicht final vergeben sind, ist man bei den Kitas schon einige Schritte weiter. Sechs Mülheimerinnen, auf die die Kriterien des Teilhabechancengesetz zutreffen, werden in Kürze ihren Dienst als Hilfskräfte im Bereich Hauswirtschaft in sechs Kitas in Mülheim antreten.

Ein sensibler Bereich, das ist den Beteiligten bewusst. „Die Leiterinnen der Kitas waren da aber sehr offen und haben die neuen Mitarbeiterinnen auch schon kennengelernt“, sagt Jugendamtsleiterin Lydia Schallwig. „Auch die hauswirtschaftlichen Kräfte freuen sich über die Unterstützung.“

Neue Mitarbeiter werden umfangreich geschult

Selbstverständlich würden die neuen Mitarbeiterinnen umfangreich geschult, bevor sie ihre Stelle in den Kitas antreten. So sei unter anderem eine Hygieneschulung für die Arbeit in der Küche der Kita ein Muss. Schulungen und Fördermaßnahmen werden auch berufsbegleitend weitergeführt. Auch die zukünftigen Mitarbeiter auf den städtischen Sportanlagen würden selbstverständlich angelernt.

Wann die Stellen angetreten werden können, ist noch nicht ganz klar. „In den nächsten drei Jahren werden uns fünf Mitarbeiter aus Altersgründen verlassen“, erläutert Martina Ellerwald, Leiterin des Mülheimer Sportservices. „Diese Stellen werden dann in unseren Sportzentren nach und nach durch die neuen Mitarbeiter über das Teilhabechancengesetz besetzt.“

Arbeitsverträge über zwei Jahre werden vom Bund finanziert

Zielgruppe des Teilhabechancengesetz sind erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die älter als 25 Jahre und mindestens seit sechs Jahren ohne nennenswerte Beschäftigung sind. Darüber hinaus sind es Leistungsbeziehende mit einem minderjährigen Kind oder Menschen mit Behinderung, die seit mindestens fünf Jahre ohne Arbeit sind.

Die Arbeitsverträge werden zunächst für zwei Jahre geschlossen, die auch zu 100 Prozent durch den Bund finanziert werden. Im dritten Jahr zahlt der Bund noch 90 Prozent der Lohnkosten, im vierten Jahr 80 Prozent und im fünften Jahr 70 Prozent. Erst ab dem sechsten Jahr muss der Arbeitgeber die Lohnkosten dann komplett alleine tragen.

3000 Euro Fördergelder für den Arbeitgeber

Darüber hinaus stehen den Arbeitgebern pro Mitarbeiter, der über das Teilhabechancengesetz einen Arbeitsplatz bekommt, 3000 Euro an Fördergeldern zur freien Verfügung. Das könnte etwa für einen Führerschein genutzt werden. Denn Langzeitarbeitslose hätten in der Regel keine finanziellen Rücklagen, auf die sie zurückgreifen könnten.

Bei aller positiven Stimmung sind die Beteiligten realistisch. „Es ist zunächst mal ein Ausprobieren auf beiden Seiten“, sagt Buchholz. „Jeder hat das Recht zu sagen, dass es nicht passt, ohne dabei befürchten zu müssen, auf irgendwelchen Kosten sitzen zu bleiben“, ergänzt Jobcenter-Leiterin Anke Schürmann-Rupp. Denn auch von anderen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wisse man: Mal habe man Glück, mal eben Pech.

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