Ruhrbahn

Stellwerkstörung hat Mülheimer Bahn durcheinander gebracht

Länger warten als gewohnt mussten Fahrgäste auf U-Bahnen oder Straßenbahnen. Die Ruhrbahn hatte am Dienstag mit zwei Stellwerkstörungen zu kämpfen.

Länger warten als gewohnt mussten Fahrgäste auf U-Bahnen oder Straßenbahnen. Die Ruhrbahn hatte am Dienstag mit zwei Stellwerkstörungen zu kämpfen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Stellwerkstörungen haben fast den ganzen Dienstag lang den Straßen- und U-Bahn-Betrieb behindert. Fahrgäste kamen oft verspätete an ihr Ziel.

Zwei Stellwerkstörungen haben am Dienstagmorgen für erhebliche Verspätungen auf dem Gleisnetz und in den Tunneln der Ruhrbahn gesorgt. „Alles in allem war das ein ganz schlechter Tag für unsere Fahrgäste und für die Ruhrbahn – das tut uns aufrichtig leid“, sagt Ruhrbahnsprecherin Sylvia Neumann. Erst nach 21 Uhr fuhren alle Bahnen wieder nach Plan.

In der Ruhrbahnzentrale fragten viele Kunden über die sozialen Medien, was da los sei. „Wir haben eine Message of the day in der App geschaltet, eine Nachricht auf der Startseite unserer Website veröffentlicht sowie Nachrichten auf Twitter und Facebook veröffentlicht“, schildert Neumann. Fahrgäste beschwerten sich vor über fehlende oder widersprüchliche Informationen vor Ort (auf den elektronischen Anzeigetafeln), über fehlende Durchsagen in Fahrzeugen und fehlerhafte Echtzeit-Daten in der ZÄPP (die angegebenen Zeiten stimmten nicht mit der Realität überein).

Die zweite Störung brachte das komplette Schiensystem durcheinander

Was war passiert? Am Dienstagmorgen gab es früh die erste Stellwerkstörung in Essen bei der Ruhrbahn. Diese konnte schnell behoben werden. Aber die Reparatur hielt nicht lange. Gegen 11.30 Uhr brachten die zweite Stellwerkstörung und eine Kettenreaktion, das komplette Schienen-System durcheinander – also auch in Mülheim.

„Betroffen war der sogenannte Zuglenkrechner, der die Fahrzeuge im Tunnel koordiniert“, beschreibt Sylvia Neumann. Das bedeutete: „Wir mussten alle einfahrenden Fahrzeuge manuell identifizieren und leiten.“ So sei es zu den Verspätungen gekommen. Bahnen blieben mitten im Tunnel stehen.

Alle Bahnen mussten manuell auf ihrer korrekte Strecke dirigiert werden

Der Grund: Der Stellwerker identifiziere anhand der Bilder einer so genannten Kopfkamera (sind immer dort angebracht, wo Fahrzeuge Weichen kreuzen) die Bahn und stellt für dieses dann manuell die richtige Fahrspur. „So wird vermieden, dass eine Bahn nicht in die falsche Richtung abbiegt“, erklärt die Ruhbahnsprecherin. „Kann der Stellwerker das Fahrzeug nicht zu hundertprozentig identifizieren (Bildübertragung/ungünstiger Stand des Fahrzeuges), ruft er den Fahrer mit dem Handfunkgerät und gleicht Kurs und Linie ab.“ Normalerweise übernimmt das alles der elektronische Rechner im Stellwerk.

Als später auch noch der Digitalfunk ausfiel, „mussten wir über Handfunkgeräte die Fahrerinnen und Fahrer einzeln ansprechen, sie über die Störung informieren und ihre Linienweg abgleichen. Darum konnten in den Fahrzeugen nicht schnellstmöglich Durchsagen gemacht werden“, sagt die Neumann. Auch das Dateninformationssystem war betroffen. Es sendete unterschiedliche Informationen, so dass „in der App unglaublich hohe Verspätungszeiten angezeigt wurden“.

Erst gegen 20.30 Uhr lief das System wieder stabil und zuverlässig

Die Fehlersuche sei „sehr aufwendig“ gewesen, „weil die Störung eine Kettenreaktion im gesamten Netzwerk auslöste: Mehrere Rechner an unterschiedlichen Standorten mussten immer wieder neu gestartet werden. Das kostete Zeit“, beschreibt Neumann. Komponenten wurden getauscht, Rechner gestartet, System überprüft – über mehrere Stunden. Letztlich wurden die fehlerhaften Komponenten (ein Switch und ein Rechner) gefunden und ausgewechselt.

Gegen 20.30 Uhr lief das System wieder stabil und zuverlässig. „Alle Arbeiten wurden während des laufenden Betriebes gemacht: Die Leitstelle musste permanent ihre Systeme abgleichen, mit denen des Stellwerks sowie der Bahnen, die noch fuhren“, resümiert Sylvia Neumann einen schwierigen Tag für die Ruhrbahn.

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