Streit

Vermeintliche Schlägerei unter Libanesen war nur Wortgefecht

Weil man von einer Schlägerei mit mehreren Personen ausgegangen war, eilte die Polizei am Donnerstagabend mit gleich neun Streifenwagen zum Kurt-Schumacher-Platz in Mülheim.

Weil man von einer Schlägerei mit mehreren Personen ausgegangen war, eilte die Polizei am Donnerstagabend mit gleich neun Streifenwagen zum Kurt-Schumacher-Platz in Mülheim.

Foto: sto

Mülheim.   Beamte waren mit neun Streifenwagen in die Mülheimer City geeilt, konnten die Situation aber rasch auflösen. Backpfeife am Vorabend war Ursache.

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Neun Streifenwagen mit blitzendem Blaulicht, kreuz und quer auf dem nächtlichen Kurt-Schumacher-Platz: Das Szenario, das sich Passanten am Donnerstagabend vor dem abgeriegelten Forum bot, ließ einen Großeinsatz vermuten. Tatsächlich sei die Sache „unspektakulär“ gewesen, sagte Polizeisprecherin Judith Herold in der Rückschau am Freitag. Ausgerückt seien die Wagen, „weil man von einer Schlägerei mit mehreren Personen ausgegangen ist“ – letztlich aber war es „nur ein verbaler Streit unter vier libanesischstämmigen Männern“.

Die Polizei sprach Platzverweise aus, schickte die Beteiligten getrennt voneinander weg, „damit sie nicht gleich in der nächsten Straße wieder aufeinandertreffen“, so Herold. Dass die vier Männer einem der zuletzt mehrfach ins Rampenlicht gerückten Clans angehören, wollte die Polizei nicht bestätigen. Am Rande des Einsatzes allerdings war zu hören gewesen, dass Mitglieder des libanesisch-kurdischen Familienclans dabei waren, der zuletzt durch einen Großeinsatz der Polizei bei einer Hochzeit am Hafen für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Streithähne waren ein Onkel (36) und sein Neffe (24)

Zu den Streithähnen gehörten definitiv ein Onkel (36) und sein Neffe (24). Diese beiden waren laut Herold schon am Vorabend aneinandergeraten, in einer Wohnung an der Viktoriastraße. Der Jüngere habe dem Älteren im Streit „eine Backpfeife gegeben“.

Dass man mit gleich neun Wagen zum Forum gerast sei, habe mit dem Stichwort Schlägerei zu tun: „Da fährt nie nur ein Wagen hin.“ Solche Situationen seien schwer einschätzbar, Beteiligte stünden oft massiv unter Adrenalin und manchmal mischten sich plötzlich Außenstehende ein. „Da wollen wir Stärke zeigen“, sagte Herold. Es gehe auch um Eigensicherung. Letztlich versuche man immer, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und deeskalierend zu wirken.

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