Volkshochschule

VHS-Befürworter in Mülheim werben beim Picknick für Erhalt

Inge Ketzer, die ehemalige VHS-Kursleiterin Hildegunde Nuth, Sibylle Wellfonder und Erich Bocklenberg (v. l.) schneiden beim Picknick am alten Volkshochschulstandort in der Müga eine Torte zum 40. Geburtstag des Gebäudes an.

Inge Ketzer, die ehemalige VHS-Kursleiterin Hildegunde Nuth, Sibylle Wellfonder und Erich Bocklenberg (v. l.) schneiden beim Picknick am alten Volkshochschulstandort in der Müga eine Torte zum 40. Geburtstag des Gebäudes an.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Beim Müga-Picknick erinnert die Bürgerinitiative an den Bau der Mülheimer VHS vor 40 Jahren. 30 Millionen für Sanierung seien zu hoch angesetzt.

Viele Mülheimer hatten sich am Samstag in der Müga vor der VHS versammelt, um gemeinsam den Geburtstag der VHS zu feiern. Auf den Tag genau vor 40 Jahren, am 24. August 1979, wurde das Gebäude der Heinrich-Thöne-Volkshochschule an die Bürger der Stadt übergeben. Die Initiative nutzte noch einmal die Gelegenheit, knapp sieben Wochen vor dem Bürgerentscheid, der für den 6. Oktober terminiert ist, mit Mülheimern ins Gespräch zu kommen und über den Bürgerentscheid zu informieren.

Bürger: Warum nicht erst einmal kleiner anfangen und den Lehrbetrieb herstellen?

Nicht wenige Befürworter für den Erhalt der VHS machten auch ihrem Ärger Luft über die Äußerungen von Kämmerer Frank Mendack, dass bei einer Entscheidung für den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes an anderen Stellen schmerzliche Einschnitte die Folge wären. Denn die Summe von 30 Millionen Euro, die die Instandsetzung und der Unterhalt für die nächsten 30 Jahre kosten sollen, erscheint vielen zu hoch angesetzt. „Warum nicht erst einmal klein anfangen und einfach mal klipp und klar sagen, was es kosten würde, die VHS so weit zu bringen, dass sie wieder betreten werden kann“, fragt sich Hans-Werner Moog. Dem pensionierten Polizisten ist klar, dass der Brandschutz natürlich gewährleistet werden muss. „Dann hätten wir aber schon mal eine Grundlage für die Wiederherstellung eines Lehrbetriebs.“

Die Werkräume seien schließlich ja noch vorhanden, und so erschließe es sich den Befürwortern des alten VHS Standortes nicht, warum man direkt mit solchen hohen Summen jongliere. Das VHS-Gebäude sei für viele Mülheimer nicht nur seit vier Jahrzehnten ein Lernort, sondern auch ein Ort der Begegnung. Auch kritisierten viele Picknick-Besucher, dass durch die Ankündigung der finanziellen Konsequenzen gerade junge Familien mit Kindern beeinflusst würden, beim Bürgerentscheid gegen den Erhalt des alten VHS-Standortes zu stimmen, damit die Gelder im Bereich der Schulen, Sporthallen und Schwimmbäder nicht gestrichen werden.

Die Werkräume in der Mülheimer VHS sind noch vorhanden

„Das ist schon nicht die feine Art, so die Bürger gegeneinander auszuspielen und den Leuten Angst und Bange zu machen“, findet Erich Bocklenberg von der VHS-Initiative. „Denn dieses Szenario, was alles dann angeblich nicht gemacht werden kann, beruht ja auf dieser enormen Summe von 30 Millionen Euro.“

Um die Initiative zu unterstützen, aber auch um den runden Geburtstag der VHS an der Bergstraße zu unterstützen, war auch Hildegunde Nuth gekommen. Die 98-Jährige hat fast 40 Jahre an der VHS Englisch unterrichtet und erst vor drei Jahren damit aufgehört. Das Gebäude liegt ihr aber nach wie vor sehr am Herzen und sie möchte, dass „dort wieder Leben und Lernfreude reinkommt.“

Einen weiteren Unterstützer hat die Initiative in Norbert Greger, Leiter der ersten Stunde der Mülheimer VHS. „Früher waren unter der Woche im Schnitt 10.000 Besucher in der VHS an der Bergstraße“, erinnert sich Greger. „Jetzt soll ein Gebäude abgerissen werden, weil die Stadtverwaltung scheinbar denkt, das Gebäude könnte jede Minute in sich zusammenfallen. Das ist absurd und unsinnig.“

Langer Kampf um den Bau der VHS

Enttäuscht ist Greger vor allem von der Mülheimer SPD. „Immerhin waren es damals die Genossen, die so für diesen Standort und das Gebäude gekämpft haben, sich gegen den Willen von CDU und FDP durchgesetzt haben“, so der ehemalige VHS-Direktor. „Die heutigen Genossen erinnern sich wohl nicht mehr daran, mit welchem Enthusiasmus sich die SPD damals eingesetzt hat.“ Norbert Greger würde sich wünschen, das die VHS wieder dort hin kommt, wo sie hingehöre. „Nämlich in das denkmalgeschützte Gebäude, welches vor 40 Jahren nach langem Kampf endlich gebaut wurde.“

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