Hochschule

Zehn Jahre HRW: Diese beiden Frauen sind von Beginn an dabei

Elke Joachimiak (l.) und Elke Kraus stehen auf der Dachterrasse vor dem Senatssaal der Hochschule Ruhr West.

Elke Joachimiak (l.) und Elke Kraus stehen auf der Dachterrasse vor dem Senatssaal der Hochschule Ruhr West.

Foto: Martin Möller / Funke Foto Services

Mülheim.  Die ersten beiden Mitarbeiterinnen der HRW erinnern sich an die Gründung der Hochschule vor zehn Jahren. Zu Beginn lief nicht alles reibungslos.

Bettina Kraus kann sich noch gut daran erinnern, wie sie zu Hause in ihrer Küche die Bewerbungen aus den Umzugskarton gepackt hat, dann gesichtet, bewertet und schließlich für die endgültige Entscheidung der Doppelspitze priorisiert hat. Die inzwischen 57-Jährige Assistentin der Hochschulpräsidentin, war vor zehn Jahren neben dem Gründungstandem Eberhard Menzel und Helmut Köstermenke die erste Mitarbeiterin der neuen Hochschule Ruhr West.

Die ungewöhnliche Heimarbeit war nötig geworden, weil der Hochschule am Anfang schlicht die Räume fehlten. Die ersten acht Stellen mussten im Frühjahr 2009 für die neue Hochschule rasch ausgeschrieben werden. Im Herbst sollten die ersten Studenten kommen.

Elke Joachimiak wurde Assistentin des Kanzlers

Die Stellen waren attraktiv, die Verlockung, an einer Hochschule im Aufbau mitzuwirken und die Labore nach den eigenen Vorstellungen für Wissenschaftler äußerst attraktiv, so dass sich zahlreiche Interessierte bewarben. Gesucht wurde auch eine Assistentin für den Kanzler. Das wurde Elke Joachimiak. Die Anzeige hatte sie in der Zeitung gelesen. Der Zeitpunkt war ideal. Der Standort eines Kreditinstituts, für das die heute 52-Jährige lange gearbeitet hatte, wurde aufgelöst. Sie

konnte direkt beginnen.

Der Präsident und sein Kanzler hatten im Haus der Wirtschaft einen Kellerraum ohne Infrastruktur zugewiesen bekommen, was Menzel damals für ziemlich unangemessen hielt, aber dazu mehr oder weniger die Faust in der Tasche machte. Bettina Kraus war wie Eberhard Menzel damals an einer Dortmunder Hochschule beschäftigt, wo 60 bis 80 Studenten in dualen Studiengängen eingeschrieben waren, und dort für die Organisation verantwortlich.

Zu Beginn lief nicht alles reibungslos

„Der Wechsel passte in mein Leben“, sagt sie. Mit ihrem Partner hatte sie vom östlichen ins westliche Ruhrgebiet ziehen wollen. Das Leitungstandem konnte von dem Wissen der Allroundtalents, aber auch von ihren Kontakten profitieren. Ein Freund kümmerte sich um Computer und auch ein Auszubildender der Dortmunder Hochschule konnte übernommen werden. Behindern wollte den Aufbau der Hochschule niemand. Deshalb konnte Kraus schon vor ihrem offiziellen Start loslegen.

Neue Räume mussten organisiert und eingerichtet werden. Da war an der Brunshofstraße, wo die Leitung hinzog, ein Büroausstatter ein idealer Nachbar. Es war eine aufregende und elektrisierende Zeit, in der niemand auf die Uhr geschaut hat, die von einem besonderen Spirit geprägt war. Reibungslos lief es damals nicht.

Die Politik wollte die Hochschule an der Ruhrpromenade ansiedeln, doch das Baufeld wäre zu klein gewesen und der nahe Straßenbahnbetrieb hätte die technischen Möglichkeiten der Wissenschaftler beeinträchtigt.

Die Hochschule ist rasant gewachsen

Da war Kraus auch mal dabei, als Menzel und Köstermenke sich am Wochenende nach Alternativen umschauten, etwa auf dem Lindgens-Gelände in Saarn. Auch der geplante Interimsstandort, der Foster-Bau in Flughafennähe, erwies sich als Luftnummer. Aber es hat den beiden Frauen Spaß gemacht. Auch menschlich hat es gepasst. Eberhard Menzel hätten sie beide gewünscht, dass er noch die Eröffnung des Campus an der Duisburger Straße im Amt erlebt. „Ich weiß nicht, wo die zehn Jahre geblieben sind’“, sagt Joachimiak. Die Hochschule ist rasant gewachsen. „Als ich das Programm für den Tag der offenen Tür Korrektur gelesen habe, ist mir klar geworden, wie viel hier passiert“, findet Kraus. Vieles ist inzwischen Routine und es ist auch gut, dass es ruhiger geworden ist.

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