Flüchtlinge

Anlaufstelle für Flüchtlinge in Hüsten - So läuft die Hilfe

Stadt Arnsberg hilft kurzfristig 150 Flüchtlingen

Stadt Arnsberg hilft kurzfristig 150 Flüchtlingen

Arnsberg/Hüsten.  Für 150 Flüchtlinge hat die Stadt Arnsberg spontan eine Anlaufstelle geschaffen. Die ehemalige Pestalozzischule wird als Notunterkunft genutzt. So läuft die Hilfe ab:

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Es ging alles ganz schnell: Volker Milk, Vizepräsident der Bezirksregierung Arnsberg, meldete sich am Donnerstag gegen 14 Uhr „auf dem kurzen Amtsweg“ bei Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel: „Wir müssen innerhalb von 26 Stunden in Arnsberg eine Notunterkunft des Landes für bis zu 150 Flüchtlinge schaffen“, bat der Vize-RP dringend um Amtshilfe der Stadt Arnsberg.

Pestalozzischule ein geeignetes Gebäude

Die wurde dann auch prompt ­geleistet, wobei die Frage nach einer geeigneten Immobilie schnell beantwortet war: „Die Pestalozzi-Schule ist aktuell das einzige ­öffentliche Gebäude im ganzen Stadtgebiet, das von der Größe und Infrastruktur her für die kurzfristige Aufnahme einer so großen Anzahl von Menschen geeignet ist“, erklärt Stephanie Schnura. Unter anderem seien in dem ehemaligen Unterrichtsgebäude am Hüstener Hüttengraben Wasseranschlüsse vorhanden, so die Stadtsprecherin.

Eigentlich sollte alles noch viel schneller gehen – die ersten Ankömmlinge waren ursprünglich ­bereits für Donnerstag, 17 Uhr, angekündigt. Doch drei Stunden Vorlauf (!) waren völlig unrealistisch. Bei Eintreffen der ersten Flüchtlinge am späten Freitagnachmittag hatten Stadtverwaltung, Deutsches Rotes Kreuz, Hochsauerlandkreis, Feuerwehr Arnsberg und weitere Helfer trotzdem in kürzester Zeit Erstaunliches geleistet. Aus Brilon und Schmallenberg wurden Notbetten herangeschafft und von etwa 40 Feuerwehrleuten aufgebaut – zunächst in der Schulsporthalle.

Probleme mit dem Brandschutz

„Wir haben noch Pro­bleme mit dem Brandschutz“, erläutert Helmut Melchert, Fachbereichsleiter soziale Bürgerdienste, von der Stadtverwaltung Arnsberg. Erst wenn zu Wochenbeginn eine provisorische zweite Treppe am Hauptgebäude installiert ist, ­können die Menschen aus der ­Halle in die Ober­geschosse umziehen. Ein ortsansässiger Installateurbetrieb hat die Wasserversorgung in Schuss gebracht; Helfer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) aus ­Bochum ­regeln am Wochenende die Aufnahme und Registrierung der bis zu 150 Asylbewerber, über deren Herkunft die Stadt bis zuletzt im Unklaren ge­lassen wurde. „Der ASB bringt viel Erfahrung ein und ist eine große Hilfe“, sagt Melchert.

Und wie geht es in nächster Zeit mit der Notunterkunft weiter? „Die Menschen sollen nur drei bis fünf Tage bleiben und dann auf Kommunen in ganz NRW verteilt werden“, sagt der Fachbereichsleiter. Er geht davon aus, dass die ­Pestalozzischule aber mindestens bis 12. August Anlaufstelle bleibt, eventuell auch für drei Monate als Notunterkunft betrieben werden muss.

Für Essensausgabe wird Zelt aufgebaut

Doch zunächst richtet sich der Blick auf das Wochenende: Für die Essenausgabe wird ein Zelt aufgebaut, um die Mahlzeiten kümmert sich der Betreiber der Kantine im Gebäude der Bezirksregierung, dort wird das Essen auch gekocht. Und die Finanzierung? „Wir ­strecken alle Kosten vor und rechnen sie dann mit dem Land ab“, erklärt Helmut Melchert.

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