Waldsiedlung

Bauruinen in Neheim: Stadt lässt Wertgutachten erstellen

Nach 14 Jahren Baustillstand sind die Rohbauten an der Ernst-König-Straße in Neheim (früher Camp Loquet) teilweise von Bäumen und Sträuchern zugewuchert (Foto aus 2015). Die Stadt bemüht sich um einen Abriss der Gebäude.

Foto: Hans Blossey

Nach 14 Jahren Baustillstand sind die Rohbauten an der Ernst-König-Straße in Neheim (früher Camp Loquet) teilweise von Bäumen und Sträuchern zugewuchert (Foto aus 2015). Die Stadt bemüht sich um einen Abriss der Gebäude. Foto: Hans Blossey

Neheim.   Die Stadt Arnsberg peilt ein Rechtsverfahren gegen den Eigentümer der „Bau-Ruinen“ an der Ernst-König-Straße in Neheim an. Ein Wertgutachten wird erstellt.

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Haben die vor 14 Jahren errichteten Rohbauten an der Ernst-König-Straße 10-44 noch einen Wert? Diese Frage will die Stadt durch ein Verkehrswertgutachten klären lassen, das derzeit vom Gutachterauschuss in der Stadt Arnsberg erarbeitet wird.

Die Stadt Arnsberg spricht von einer „Schrott-Immobilie“, auf der sich seit vielen Jahren nicht mehr getan habe. Daher könnte aus städtischer Sicht die Häusergruppe, in der mal insgesamt 36 Wohnungen entstehen sollten, abgerissen werden.

Doch hierbei spielte schon vor Jahren die Hauseigentümerin nicht mit. Die Eigentümerin ging nicht von einem zwingend notwendigen Hausabriss aus. Nachdem sich die Nachbarn in der Neheimer Waldsiedlung (früher: Camp Loquet) viele Jahre über den Blick auf eine „Bauruine“ geärgert und 2012 ironisch schon an die Feier eines „Ruinenfestes“ zum 10-jährigen Bestehen der Rohbauten gedacht hatten, kam 2013 mit einer Änderung des Baugesetzbuchs rechtlich Bewegung in die Angelegenheit.

Die Stadt Arnsberg kann nun bei Erfüllung spezieller rechtlicher Voraussetzungen nach den Paragrafen 176 bis 179 des Baugesetzbuchs die Rohbauten abreißen lassen. und dabei sogar den Hauseigentümer an den Abbruchkosten beteiligen

Änderung des Baugesetzbuches

„Falls die bauliche Anlage keinen Wert mehr darstellt, kann der Eigentümer zur Kostenbeteiligung an den Abbruchkosten herangezogen werden“, heißt es in einer Vorlage der Stadtverwaltung an den städtischen Planungsaussausschuss, der Ende 2016 getagt hatte.

Die Stadt verweist auf die Logik, dass das Grundstück an Wert gewinnt, wenn wertlose Gebäude abgerissen werden und insofern Abrisskosten gespart werden können. Diesen Wertvorteil (die Bezahlung des Abbruchs) darf die Stadt Arnsberg dann mit dem Grundstückseigentümer verrechnen, wenn sie das Areal von ihm erwirbt. Dies hat die Stadt auch vor, denn die Stadt hat bereits für die Haushaltsjahre 2017/18 rund 366 000 Euro für Abriss der Immobilie, Erwerb und Herrichtung des Grundstücks veranschlagt.

Für Verkehrswert- und Rechtsgurtachten hatte die Stadt Arnsberg 24 000 Euro in den Haushalt 2016 eingeplant. Eine städtische Investition von insgesamt 390 000 Euro wäre zu 80 Prozent seitens des Landes förderfähig, so dass ein städtischer Eigenanteil von 78 000 Euro bliebe.

Mögliche künftige Nutzung

Zum künftigen Nutzen der Fläche verwies die Stadtverwaltung im Jahr 2015 darauf, dass das Areal nur langfristig als Wohnbaufläche dienen solle. Die Fläche solle zunächst als Grün- und Wegeverbindung zum Erlenbruch bzw. zum nahen Wald dienen.

> HINTERGRUND

Die Bauruine an der Ernst-König-Straße war 2002 entstanden, als die Bauträgergesellschaft Davo finanziell nicht mehr in der Lage war, das Bauvorhaben abzuschließen. Das Bauvorhaben wurde im Rohbau gestoppt und seitdem ruht die Baustelle. In der zwischen 2000 und 2002 entstandenen Häusergruppe sollten 36 Wohnungen entstehen.

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