Datenschutz

Experten raten: Vor Datenkraken besser schützen

Bei der VZ-Aktion für mehr Datenschutz: (von links) Helga Zander-Hayat, Helga Schuppert, Marlies Albus und Dirk Wiese.

Bei der VZ-Aktion für mehr Datenschutz: (von links) Helga Zander-Hayat, Helga Schuppert, Marlies Albus und Dirk Wiese.

Foto: WP

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Arnsberg/Sundern. Aufgrund völlig intransparenter Datensammlungen via Internet und anderer dubioser Marketing-Maßnahmen erleben Verbraucher täglich, dass Firmen unaufgefordert Werbematerial an persönliche Adressen schicken oder per Telefonanruf neue Produkte oder Dienstleistungen verkaufen wollen. Viele Verbraucher fragen sich: Woher haben solche Unternehmen meine Adresse oder meine Telefonnummer?

VZ rät: Nicht nur Google nutzen

Die Rückverfolgung dieser Datenerhebung ist allerdings oftmals schwierig und so rät die Verbraucher-Zentrale (VZ) zu vorbeugendem Handeln: „Geben Sie bei der Nutzung von Online-Diensten nur die unbedingt notwendigen Daten an. Nutzen Sie nicht nur eine Suchmaschine wie z. B. Google, sondern nutzen Sie unterschiedliche Anbieter wie z. B. Duckduckgo, Startpage, Ixquick, Metager. „Ixquick“ generiert und verarbeitet keine Nutzerdaten.“

Durch PC-Einstellungen kann man sich vor der virtuellen Datenkrake schützen. Die Verbraucher-Zentrale rät: „Löschen Sie regelmäßig über die Browsereinstellungen die gespeicherten Cookies auf Ihren Geräten oder stellen Sie Ihren Browser so ein, dass die Cookies nach jeder Sitzung automatisch gelöscht werden. Verwalten Sie Ihre Cookies in den Einstellungen Ihrer Geräte und schränken Sie die zum Cookie-Setzen berechtigten Webseiten ein. Installieren Sie ein Anti-Tracking-Programm wie zum Beispiel Ghostery.“

All diese Tipps hatte gestern Rechtsanwältin Helga Zander-Hayat, parat, die bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf den Bereich Markt und Recht leitet. Zusammen mit der VZ-Regionalleiterin Helga Schuppert, der Arnsberger VZ-Leiterin Marlies Albus und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Dirk Wiese informierte sie über Datenschutz. Sie appellierte an Verbraucher, sensibler mit persönlichen Daten umzugehen. Von Online-Dienstleistern forderte sie mehr Transparenz in der Datenverwertung.

Auf politischer Ebene sind Fortschritte beim Datenschutz gemacht worden. Dirk Wiese berichtete, dass Anfang 2018 eine EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft trete. Hierdurch können sich Online-Dienstleister, die außerhalb der EU ansässig sind oder sich per Dependance in einem EU-Land mit unausgeprägtem Datenschutz ansiedelten, nicht mehr leicht aus der Affäre ziehen. Denn ab Anfang 2018 ist nicht mehr der Firmenort, sondern der Marktort für die Rechtsprechung maßgebend.

Den Datenschutz soll auch ein vom Bundestag schon beschlossenes Verbandsklagerecht erleichtern. Diese Gesetz soll im Frühjahr 2016 in Kraft treten. Hinzukommt die Musterfeststellungsklage, die noch in diesem Jahr deutsches Gesetz werden soll. Hierbei kann stellvertretend für andere gleichartige Klagen eine Musterklage erhoben werden.

HINTERGRUND

Die Verbraucher-Zentrale NRW hat einen „Leitfaden zum Datenschutz“ erstellt, der unter unter www.verbraucherzentrale.nrw/datenschutz kostenlos heruntergeladen werden kann.

Ab Mitte dieser Woche ist dieser mit vielen Datenschutz-Tipps versehene Leitfaden auch als Broschüre kostenlos in der Neheimer Verbraucher-Zentrale (VZ), Burgstraße 5, erhältlich.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben