Verkehr

Geisterfahrer streift auf A 46 Pkw

Foto: Andreas Bartel

Neheim/Hüsten.   Ein Geisterfahrer (39) hat am Samstag auf der A 46 den Wagen einer 46 Jahre alten Frau aus Ense gestreift. Ein Polizist stoppte den Falschfahrer.

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Durch gute Reaktion einer Autofahrerin und dem entschlossenen Handeln eines Arnsberger Polizisten wurde bei einer Geisterfahrt auf der Autobahn 46 zwischen den Anschlussstellen Neheim und Hüsten ein tragischer Ausgang verhindert.

Der Vorfall hatte sich bereits am Samstagmorgen um 5.40 Uhr ereignet, wurde aber erst jetzt von der Autobahnpolizei Dortmund gemeldet. Der Falschfahrer war ein 39-jähriger Mann, der nicht in Deutschland geboren wurde und hier auch keinen festen Wohnsitz hat. Der Fahrer, der offensichtlich unter Alkoholeinfluss stand, wurde vorläufig festgenommen. Nach der Blutprobe wurde zudem der Führerschein beschlagnahmt.

Enser Pkw nur leicht berührt

Bei der Geisterfahrt wäre er zuvor fast frontal mit dem von einer 46-Jährigen gesteuerten Opel zu­sammengestoßen. Die Frau aus Ense war auf dem linken Fahrstreifen der A 46 in Fahrtrichtung Brilon unterwegs, um einen Lkw auf dem rechten Fahrstreifen zu überholen. Plötzlich der Schock: ein Geisterfahrer steuert auf der linken Spur auf ihr Fahrzeug zu. Geistesgegenwärtig versuchte sie nach rechts auszuweichen, so dass es nach Polizeiauskunft lediglich zu einer seitlichen und vergleichsweise „harmlosen Berührung“ der Autos kam.

Die geschockte Frau steuerte ihren Opel in die Abfahrt Hüsten und wartete auf Hilfe. Vorsorglich wurde sie in einem ­Rettungswagen zur Behandlung in ein Krankenhaus transportiert. Das Hospital konnte sie nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.

„Die Frau hat wahnsinnig gut reagiert“, sagt Cornelia Weigandt, Sprecherin der Autobahnpolizei in Dortmund. Dass nicht noch mehr passierte, lag aber auch am beherzten Eingreifen eines 55-jährigen Arnsberger Polizisten, der sich gerade in Fahrtrichtung ­Hüsten auf dem Weg zu seiner Dienststelle außerhalb des Hochsauerlandkreises befand. Auch ihm kam plötzlich der Geisterfahrer entgegen. Nur durch ein gekonntes Ausweichen verhinderte er einen Zusammenstoß. Der Beamte „versetzte sich“ umgehend in den Dienst, alarmierte seine ­Kollegen, „wendete“ an der näch­sten Abfahrt und fuhr dem Geisterfahrer – entgegen ersten Meldungen der Autobahnpolizei – auf der richtigen Fahrspur hinterher und dort später parallel zu ihm.

Weiterfahrt verhindert

Die Verfolgung beendete der Polizist an der Anschlussstelle ­Neheim-Süd, kurz nach dem Zusammenstoß des Falschfahrers mit dem Opel.

Hier gelang es dem Polizeibeamten, den Honda des Geisterpiloten bei dessen Abfahrt von der Autobahn zu stoppen und so eine Weiterfahrt zu verhindern.

Offen ist noch, ob der Geisterfahrer von sich aus bemerkt hat, dass er auf der falschen Fahrbahn unterwegs war.

„Vorbildlich gehandelt“

„Der Kollege hat vorbildlich gehandelt“, lobt Cornelia Weigandt. Die parallele Verfolgung eines Geisterfahrers, so berichten Polizisten, sei die empfohlene Einsatzstrategie in solchen Fällen. Auf jeden Fall muss der Polizist enorm schnell gehandelt haben, um dieses Manöver zwischen den nur wenige Kilometer von einander entfernten Anschlussstellen umzusetzen.

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