Insolvenzverfahren

Hüstener Firma „B+M Leuchten“ meldet Insolvenz an

Im Januar 2016 hat Gürtler Werner Brumberg noch für die Firma „B+M Leuchten“ gearbeitet. Zum 1. April 2016 trat er in den Ruhestand. So bleibt ihm das jetzige Insolvenzverfahren des Unternehmens erspart.

Foto: Ted Jones

Im Januar 2016 hat Gürtler Werner Brumberg noch für die Firma „B+M Leuchten“ gearbeitet. Zum 1. April 2016 trat er in den Ruhestand. So bleibt ihm das jetzige Insolvenzverfahren des Unternehmens erspart. Foto: Ted Jones

Hüsten.   Die Firma „B+M Leuchten“ hat am vergangenen Freitag beim Amtsgericht Arnsberg die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. 39 Mitarbeiter sind betroffen.

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Schlimm überrascht wurden die 39 Mitarbeiter der Hüstener Firma „B+M Leuchten“: Das Unternehmen hat am vergangenen Freitag beim Amtsgericht Arnsberg die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht den Marsberger Rechtsanwalt Wilfried Pohle.

Als das Fröndenberger Familienunternehmen Albert-Leuchten zum 1. Juni 2014 „B+M Leuchten“ übernahm, verbanden viele B+M-Mitarbeiter mit dem neuen Eigentümer die Hoffnung auf eine sichere Zukunft. Schlechte Erfahrungen hatte die Belegschaft zuvor mit dem B+M-Eigner „Dricon Capital“ gemacht, der eine Schutzschirm-Insolvenz eingegangen war.

Anfangs hohe Beträge investiert

Mit dem Traditionsunternehmen Albert-Leuchten als Eigentümer sollte „B+M“ einen Neustart machen. „Im Geschäftsjahr 2015 wurden erhebliche sechsstellige Beträge ins Materiallager sowie in neue Maschinen, Wartungsarbeiten und in die Überarbeitung von Ausstellungsflächen im Einzelhandel investiert“, erklärte B+M-Geschäftsführer Torsten Klute im Januar 2016 im Gespräch mit unserer Zeitung. Es habe zwischenzeitlich acht Neueinstellungen gegeben, so dass die Belegschaft 48 Beschäftigte im Januar 2016 umfasste. Doch nun wird plötzlich ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Wie kam das?

Leider konnte unsere Zeitung Geschäftsführer Torsten Klute am Montag telefonisch nicht erreichen. Er war auf Geschäftsreise. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte dann der vorläufige Insolvenzverwalter Wilfried Pohle folgendes zu den Gründen der Insolvenzanmeldung: „B+M Leuchten hat sowohl 2015 als auch 2016 rote Zahlen geschrieben. Die Firma Albert-Leuchten als Inhaberin von B+M hat nun die Reißleine gezogen, um künftig weitere Verluste zu vermeiden.“

Insolvenzgeld für drei Monate

Die dringendste Aufgabe des Insolvenzverwalters besteht nun darin, eine Insolvenzgeldvorfinanzierung zur Sicherstellung der Löhne und Gehälter der 39 Mitarbeiter sicherzustellen. Wilfried Pohle ist zuversichtlich, dass dies gelingen wird. Hierzu ist die Zustimmung der Agentur für Arbeit notwendig, die für die dreimonatige Zahlung von Insolvenzgeld zuständig ist. Es gelt also um die Löhne und Gehälter für Januar, Februar und März 2017. Spätestens Ende März - mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens - muss sich dann entscheiden, ob es ein neues tragfähiges Konzept für die Fortführung des Betriebs gibt. Denn ab April 2017 gibt es kein Insolvenzgeld mehr. Dann müsste der Betrieb Löhne und Gehälter selbst aufbringen.

Eine Prognose zur Fortführung von B+M konnte der vorläufige Insolvenzverwalter Wilfried Pohle am Montag noch nicht geben. „Das ist jetzt noch viel zu früh. Ich war heute im Betrieb und muss mir jetzt erst mal ein genaues Bild vom Unternehmen machen“, sagte Pohle. Der Insolvenzverwalter betonte, dass auch nach Insolvenzanmeldung im B+M-Werk am Holzener Weg in Hüsten weitergearbeitet werde. Die Produktion laufe.

Leuchten für den Premiumbereich

Die Firma B+M-Leuchten genießt seit langem auf dem Markt für Premiumleuchten einen guten Ruf. I m Gegensatz zu vielen anderen Leuchtenfirmen, die ihre Leuchten in China fertigen lassen, produziert B+M selbst und setzt auf Hochwertigkeit der Produkte.

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