Extraschicht

94-jähriger Neuling für Oberhausens Extraschicht-Programm

Der 94-jährige Neuling im Extraschicht-Aufgebot: Das Backstein-Schiff des Peter-Behrens-Baus an der Essener Straße 80.

Der 94-jährige Neuling im Extraschicht-Aufgebot: Das Backstein-Schiff des Peter-Behrens-Baus an der Essener Straße 80.

Foto: Olaf Fuhrmann / Funke Foto Services GmbH

Oberhausen  Erstmals übernimmt der Peter-Behrens-Bau den Part des LVR-Industriemuseums. In Oberhausen verspricht die lange Nacht eine Extradosis Glamour.

. „Eine Nacht voller Glamour, Zeitreisen und Faszination“ – so vollmundig verheißen die Veranstalter der Ruhr Tourismus GmbH die Oberhausener Attraktionen der 19. Extraschicht am Samstag, 29. Juni.

Glamour ist nicht zuviel versprochen. Denn zu Hollywood und Promi-Feeling nimmt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ihre Gäste mit in die glanzvolle Welt der Stars. Zur Extraschicht will das Schloss das Hollywood-Erlebnis perfekt machen. Neben den stündlichen Kuratorinnen-Führungen für Erwachsene und den Krönchen-Führungen für Kinder durch die Ausstellung „Hollywood Icons“ gibt es noch weitere Attraktionen.

Wann kann man sich schon mal in einem Schloss wie ein Star herrichten zu lassen? Dafür hat die Ludwiggalerie extra eine Maskenbildnerin und einen Fotografen engagiert. Fürs vollkommene VIP-Gefühl gibt es Gelegenheit, vor einer prächtigen Limousine zu posieren. Wer braucht da noch den Walk of Fame?

Talk im Kabinett mit Malerin Jini Lan

Den musikalischen Groove bringen Don & Ray an Bass und Piano mit Melodien berühmter Hollywoodfilme. Auch das Malschulteam hat wieder Aktionen vorbereitet, bei denen große und kleine Extraschichtler bis 23 Uhr selbst kreativ tätig werden können: vom schrillen Kopfschmuck bis zu Knicklicht-Roben. Und zur Extraschicht strahlen stets die illuminierten Bäume im Innenhof mit dem Museumsfoyer um die Wette. Die Künstlerin Lara Schumann performt in der Vitrine zum Thema „Krankenschein“. Über ihre nicht minder spektakulären „Meisterwerke“ spricht die Malerin Jiny Lan um 19 Uhr beim Talk im Kabinett. Weil auch Stars mal hungrig werden, gibt’s im Schloss-Innenhof Stockbrot aus Feuerschalen, Currywurst und kühle Getränke.

„Mottek“ zeigt, wo der Hammer hängt

Einen Spaziergang entfernt im Gasometer lässt sich Abkühlung vermuten. Die Ausstellung „Der Berg ruft“ kann jedenfalls mit eisigen Höhen in aller hochalpinen Fülle aufwarten. Stündliche Führungen erschließen den Nachtschwärmern die Bergwelt. Highlights verheißen die stündlichen Auftritte von „Alpin Drums“ unter dem kopfüber schwebenden Matterhorn auf der Manege des Gasometers. Und auf dem Außengelände zeigt die aus Fernost heimgekehrte Coverband „Mottek“, wo der Hammer hängt: mit einem Programm von ABBA bis zu den Red Hot Chili Peppers – sowie eigenen Songs über ihre eindrücklichen Erlebnisse in China.

Der Neuling im Quartett der vier Oberhausener Extraschicht-Schauplätze ist der vor 94 Jahren vollendete Peter-Behrens-Bau. Das einstige Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte und heutige Museumsdepot übernimmt den Part des LVR-Industriemuseums, denn die Zinkfabrik Altenberg ist inzwischen eine Baustelle für die „Vision 2020“.

Peter Behrens übernimmt die Conference

An der Essener Straße 80 markiert das Bauhaus-Jubiläum den Schwerpunkt der Ausstellungen zu Leben und Werk von Peter Behrens sowie zum Produktdesign der Weimarer Zeit unter dem Motto „Schön und nützlich“. Drei unterschiedliche Führungen stehen zur Wahl: Durch die Sonderausstellungen, durch die fünf Depot-Etagen (für maximal 25 Teilnehmer) und durchs Außengelände mit seinen Großexponaten aus der Industriegeschichte.

Für eine musikalisch-modische Zeitreise auf der „Laufsteg“-Rampe um 20 und 22 Uhr lassen die Gastgeber Peter Behrens selbst die Conference übernehmen. In der „Bar zum Krokodil“ kredenzt man die schicksten Schlager und neuesten Neuigkeiten der 1920er Jahre. Die Hommage an die „Goldenen Zwanziger“ ergänzen Tango- und Charleston-Performances sowie der mit Bildern besonderer Exponate illuminierte Peter-Behrens-Bau selbst, dieses prachtvolle „Exponat“ von 86 Meter Breite und 25 Meter Höhe.

Zur Mitternacht läuten die „Hell’s Belles“

Einen besonderen Akzent während der Extraschicht setzen Iris Schnaitmann und Georg Overkamp mit ihrer Doppelausstellung. Während des gesamten Juni zeigten sie bereits eine Auswahl ihrer Bilder, Skulpturen und Objekte raumgestaltend auf zwei Ebenen in der ehemaligen Lohnhalle der Zeche Concordia. Beide betreiben gemeinsam das „Artis“-Atelier in der Innenstadt.

Zur Extraschicht planen beide Künstler Besonderes: Die Kunstinszenierung ergänzen dann Improvisationstheater, Klanggestaltung und Livemusik. Ein aktuelle, großformatige Gemeinschaftsarbeit von Georg Overkamp und Frank Gebauer wollen sie so dem Publikum vorstellen.

Zu erleben ist dann die Gruppe „Coloured“, eine freischaffende Theatergruppe, die begleitet von der Theaterfaktorei des Theater Oberhausen eine Eigenproduktionen entwickelt und aufgeführt hat. Es geht um Themen, die junge Erwachsenwerdende beschäftigen. Bei der Extraschicht will „Coloured“ mit vollem Körpereinsatz und Farben zur Sache gehen.

Im offiziellen Programm des Theaters an der Niebuhrg für die lange Nacht der Industriekultur geht’s nostalgisch in die 1950er und ‘60er Jahre: Bereits am Bahnhof Obermeiderich wollen Lotsen die Nachtschwärmer begrüßen. Für musikalische Unterhaltung sorgen „Jazzbaguette“, die a cappella singenden „Five in Harmony“ sowie „Tubeless Tom and the Coal Cats“ mit Rock’n’ Roll und Rockabilly.

Und um Mitternacht legen die „Hell’s Belles“ eine nicht ganz jugendfreie Tanzshow aus Burlesque, Pole Dance und Akrobatik hin. Und auch für diesen Spielort gilt: Führungen durch das einstige Zechengelände gehören unbedingt dazu

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