Schmökerecke

Biologe berichtet von 50 berufstätigen Tierarten

Buchhändler Arndt Wiebus in seiner Buchhandlung in der Sterkrader Steinbrinkstraße. 14-tägig empfiehlt er uns eine besondere Lektüre abseits der Bestseller-Tische.

Buchhändler Arndt Wiebus in seiner Buchhandlung in der Sterkrader Steinbrinkstraße. 14-tägig empfiehlt er uns eine besondere Lektüre abseits der Bestseller-Tische.

Foto: Simon Gerich / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Hunde als Schäfer oder Zollfahnder kennt man – aber es gibt weit mehr berufstätige Tiere. Buchhändler Arndt Wiebus empfiehlt „Tierische Jobs“.

Kuriose Kurzweil aus dem Tierreich serviert der Biologe und Naturbuchautor Mario Ludwig in seinem neuen Buch „Tierische Jobs“. Seien es die Milben, die dem Würchwitzer Käse seine Besonderheit erarbeiten; oder die als berüsselte Frühform des Panzers missbrauchten friedliebenden Elefanten; die „Spanische Fliege“, die in getrockneter und pulverisierter Form als Potenz steigerndes Mittel ihr metallisch grün glänzendes Käferleben hergeben musste. Oder die Ausbildung des Königs der Lüfte zum Drohnenkiller, als quasi natürlicher Feind des Technobrummers.

Von Drogen-Kröten zum sündteuren „Katzenkaffee“

50 solcher Arbeitsplatzbeschreibungen hat Mario Ludwig versammelt und beleuchtet, manche davon für die beschriebenen Akteure lebensgefährlich bis tödlich. Wer etwa Lust hat, eine Coloradokröte abzulecken – man könnte sich auch der heimischen Erd-, Kreuz- oder Wechselkröte bedienen - gönnt sich damit einen fulminanten Trip durch das solcherart aufgenommene Drogensekret. Nicht ohne Risiko für den Lecker, für die Geleckte erst einmal nicht.

Es sei denn, man entschließt sich zu eine anderen, konservierenden Form der Sekretgewinnung. Welchen Anteil hat der Fleckenmusang, eine südostasiatische Schleichkatzenart, an der Herstellung des sündhaft teuren ‚Katzenkaffees’? Und wie war das noch mal mit der ersten in den Orbit gejagten ‚Straßenköterin’ Laika? Die war bei Verkündigung dieses weiteren Triumphes des Sozialismus schon tot und umkreiste dergestalt noch 2570 Mal ihren Mutterplaneten, bevor sie samt Raumkapsel verglühte.

Schließlich noch zu den ‚Miniaturartisten’: man fragt sich, ob die Tricks und Kunststückchen, die ihnen der Flohzirkusdirektor beibringt, den auch manchmal jucken.

Mario Ludwig: Tierische Jobs. Verblüffende Geschichten aus der Tierwelt, wbg Theiss Verlag, 18 Euro.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben