Bürgerbefragung

Bürger geben gute Noten für die Visite im Rathaus Oberhausen

Das Rathaus in Alt-Oberhausen.

Das Rathaus in Alt-Oberhausen.

Foto: Hans Blossey / FFS

Oberhausen.  Elf Kriterien, elf Urteile von Bürgern: Die jüngste Bürgerbefragung nimmt die Stadtverwaltung in den Blick. Mit teils überraschendem Ergebnis.

Gute Noten für die städtischen Ämter: Sobald die Oberhausener persönlich Kontakt zu einem Beamten bzw. Verwaltungsmitarbeiter haben, urteilen sie größtenteils positiv über dessen Arbeit bzw. über die Kommunikation mit dem Amt. Das ist ein Ergebnis der Bürgerbefragung 2018, die unsere Zeitung teils bereits vorgestellt hat.

Ob persönliche Behandlung, Ausschilderung oder fachliche Beratung – durchweg erzielt die Stadtverwaltung bei diesen Themen sehr gute oder gute Bewertungen von rund 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger.

Schlechter fällt das Ergebnis allerdings aus, wenn es nicht um die persönliche Kontaktaufnahme im Amt vor Ort geht: So halten nur 43 Prozent der Befragten die telefonische Erreichbarkeit der Verwaltung für sehr gut bzw. gut; 28 Prozent schätzen diese telefonische Erreichbarkeit als schlecht bzw. sehr schlecht ein. Skeptisch blicken viele Oberhausener auch auf die Verständlichkeit von amtlichen Formularen: Rund ein Drittel der Befragten beurteilt diese Verständlichkeit mit „teils, teils“ und immerhin 15 Prozent als schlecht bzw. sehr schlecht.

Verwaltung will besser werden

In mancher Hinsicht knüpfen diese Ergebnisse also an die bereits vorgestellten Antworten zu Lebensqualität und wirtschaftlichen Erwartungen an. Je weiter die Dinge vom persönlichen Lebensumfeld oder direkter Ansprache entfernt sind, desto negativer urteilen viele Oberhausener. Strategie-Dezernent Ralf Güldenzopf sieht die Befragungsergebnisse zur Stadtverwaltung als Handlungsauftrag, in der amtlichen Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgen noch besser zu werden. So sehen rund ein Drittel der Befragten Verbesserungsbedarf bei der städtischen Homepage, die ja in Zeiten digitaler Kommunikation für die Menschen immer wichtiger wird.

Doch nach wie vor zählt auch das persönliche Wort in der Amtsstube: Im Zuge der Befragung gaben 51,7 Prozent der Oberhausener an, in den letzten zwölf Monaten die Stadtverwaltung persönlich aufgesucht zu haben. 2016 waren es 48 Prozent. Die meisten Menschen suchten in Alt-Oberhausen den direkten Kontakt zum Amt (55,1 Prozent), gefolgt von Sterkrade mit 50,3 Prozent und Osterfeld mit 47,8 Prozent.

2020 erfolgt die Befragung auch digital

Für die Bürgerbefragung wurde eine Stichprobe von 5000 Personen genommen und angesprochen; 1513 Menschen waren zu den persönlichen Interviews bereit, womit die Rücklaufquote 35,1 Prozent beträgt. Befragt wurden Oberhausener im Alter von 18 bis 75 Jahren. Die nächste Bürgerbefragung soll 2020 stattfinden – dann auch auf digitalem Weg.

Oberhausen kann übrigens auf eine bemerkenswert lange Tradition der Bürgerbefragung zurückgreifen. Die erste davon gab es bereits im Jahr 1989. Strategie-Dezernent Ralf Güldenzopf denkt deshalb auch schon an einen Langzeitvergleich der Ergebnisse über drei Jahrzehnte.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben