Weihnachtsmarkt

Centro-Weihnachtsmarkt: Niederländische Polizei patrouilliert

Auf dem Weihnachtsmarkt am Centro in Oberhausen gehen niederländische Polizisten gemeinsam mit deutschen Beamten Streife.

Auf dem Weihnachtsmarkt am Centro in Oberhausen gehen niederländische Polizisten gemeinsam mit deutschen Beamten Streife.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services (Archiv)

Oberhausen.  Auf dem Weihnachtsmarkt am Centro in Oberhausen patroullieren Polizisten aus Hengelo und Oberhausen gemeinsam. Das steckt dahinter.

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Wem noch nie die Handtasche, das Portemonnaie oder der Rucksack gestohlen wurde, der geht vielleicht zu sorglos durch die Vorweihnachtszeit. Das Geschiebe des Weihnachtsmarktes am Centro in Oberhausen ist da fast sowas wie eine Einladung für Trickbetrüger. Alljährlich reisen Diebe an, um den Besuchern sprichwörtlich das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Damit Kriminelle abgeschreckt werden, ist die Polizei 2019 erneut mit einer Weihnachtswache vertreten. Ab dem 15. November patrouillieren Centro-Security-Mitarbeiter und die Polizei Oberhausen täglich auf dem Weihnachtsmarkt. An den Wochenenden bekommen sie seit fünf Jahren dazu besondere Hilfe: Polizisten aus den Niederlanden gehen mit auf Streife und beraten ihre Landsleute. Denn die Taschendiebe stoppen nicht an Grenzen.

Politie oder Polizei – Hauptsache die Diebe werden abgeschreckt

Dennis Brugmans Uniform sieht von weitem fast so aus wie die seiner deutschen Kollegen. Der Polizist aus Hengelo ist freiwillig in Oberhausen. „Ich koordiniere die Zusammenarbeit zwischen uns“, erklärt er. Per Mail tauschen sich die Polizisten im Vorfeld miteinander aus, damit an den Wochenenden immer ein Team aus deutscher Security, Polizei und Politie auf Patrouille geht. Zum Start hat Dennis Brugman seine Kollegin Danita Wielens mitgebracht. Der Markt ist hell beleuchtet – das Christkind hat den Knopf für 350.000 Leuchten gedrückt; und die Streife beginnt die erste Runde an der Flachau-Alm.

Polizeisprecher Tom Litges und sein niederländisches Pendant Dennis Brugman begrüßen sich freundschaftlich, bevor es in die Menschenmenge geht. Anis ist in der Luft, gemischt mit ein wenig Senf hält der auffällig blaue Tross eine Dame an. Sie redet deutsch und ist sichtlich irritiert, weil Polizist Litges sie anspricht. „Wenn sie so ihre Handtasche tragen, kann ein Dieb den Verschluss aufmachen, ohne, dass sie merken, was los ist.“ Die Frau scheint erleichtert. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht“, sagt sie und nimmt die Tasche mechanisch vor den Körper. Dort solle sie bleiben, meint Litges. Organisierte Trickbetrüger warten nämlich nur auf derlei Unachtsamkeit.

Niederländer fühlen sich in der Ferienzeit viel zu sorglos

Sein niederländischer Kollege kennt diese Sorglosigkeit – Dennis Brugman beobachtet das Verhalten oft bei seinen Landsleuten. „Die fühlen sich hier in den Ferien oder im Urlaub viel sicherer.“ Fast so, als gäbe es Taschendiebe jenseits der Grenze kaum. Doch das Gegenteil ist der Fall. Deswegen sind die Tipps der Polizisten ebenfalls so international wie die Arbeit der Niederländer in Oberhausen.

Wer auf die Polizei hört, sollte seine Wertsachen immer eng am Körper tragen. Die Innentasche der Jacke ist fürs Handy und Portemonnaie am geeignetsten. Wer angerempelt oder gezielt angesprochen wird, sollte vorsichtig sein: Denn Geld wechseln oder nach dem Weg fragen kann ein Trickbetrüger und sein(e) Komplize(n) nutzen, um unbemerkt Wertsachen zu stehlen. Viele der angesprochenen Besucher sind daher dankbar für die Arbeit des niederländisch-deutschen Teams. Kurz vor Feierabend zieht Polizeisprecher Tom Litges ein erstes positives Fazit. Tag eins auf dem Centro-Weihnachtsmarkt verläuft unspektakulär. Konkret heißt das: „Uns liegen bisher keine gemeldeten Diebstähle vor.“ So darf es aus Sicht der Polizei und Politie sicher weitergehen.

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