Fraunhofer Umsicht

Der Welt geht der Sand aus – Oberhausener Forscher helfen

Ein Kiesbagger fördert Sand und Kies zutage. Die Rohstoffe werden für die Herstellung von Beton und Mauersteinen benötigt.

Ein Kiesbagger fördert Sand und Kies zutage. Die Rohstoffe werden für die Herstellung von Beton und Mauersteinen benötigt.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Oberhausen.  Der anhaltende Bauboom lässt Sand immer knapper werden. Forscher des Umsicht-Instituts entwickeln eine Methode, um Bauschutt zu recyceln.

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Sand kann nicht knapp werden, es gibt schließlich genügend Wüstenflächen auf der Erde? Weit gefehlt. Wüstensand ist zu fein für die Herstellung von Beton oder Mauersteinen. Hier wird spezieller Bausand benötigt – und dieser wird wegen des anhaltenden Baubooms immer rarer. Die Forscher des Oberhausener Instituts Fraunhofer Umsicht entwickeln eine Lösung für dieses Problem.

Sie arbeiten an einer Methode, Bauschutt zu recyceln. Material, das üblicherweise auf Deponien landet und somit die Umwelt belastet, soll so aufbereitet werden, dass es für den Bau neuer Gebäude wieder verwendet werden kann. Das Projekt, an dem die Wissenschaftler bereits seit 2016 arbeiten, wurde jüngst von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet.

Kamera hilft beim Sortieren

Grundlage für das Verfahren ist eine neue Methode, Bauschutt optisch zu sortieren. Eine hochtechnisierte Kamera analysiert das Material dabei nach chemischen Kriterien. Und hilft so dabei, Materialien wie Beton, Ziegel, Kalksandstein und Gips voneinander zu trennen.

Rund 54 Millionen Tonnen Bauschutt fallen laut Institut Jahr für Jahr an. Aufbereitet werde das Material auch bislang schon. Aber durch die momentan genutzten mechanischen Methoden entstünden rund 5 Millionen Tonnen Feinmaterial mit einem Durchmesser von weniger als zwei Millimeter – unbrauchbar für die Wiederverwertung. Das wollen die Forscher ändern.

Forschungen gehen weiter

Die Pilotphase des Projektes „BauCycle“ ist abgeschlossen. Doch basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen wird das Team aus Wissenschaftlern auch künftig das Thema weiter bearbeiten. Parallel forschen sie an der Herstellung von zementfreien und dennoch korrosionsbeständigen Baumaterialien.

Das Oberhausener Institut Umsicht hat bei diesem Projekt mit weiteren Fraunhofer-Einrichtungen in ganz Deutschland zusammengearbeitet.

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