Glocken

Digitale Soundkarte: Oberhausener Glocken erklingen weltweit

Die Glocken von St. Clemens in Sterkrade.

Die Glocken von St. Clemens in Sterkrade.

Foto: WALLHORN / FFS

Oberhausen.  Wenige Klicks genügen – und Oberhausener Glocken erklingen auf allen Kontinenten. Ein ungewöhnliches Projekt im Internet macht’s möglich.

Das ist doch mal eine frohe Botschaft: Der Klang aller Glocken Deutschlands soll auf einer Internetseite erfasst werden. Jeder kann mitmachen und mit seinem Smartphone den Glockensound in seinem Viertel dokumentieren und auf dieser Seite für den weltweiten Hörgenuss einspeisen. Oberhausen ist bereits dabei!

Der Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen (den gibt’s wirklich!) hat das Projekt bereits vor einigen Monaten vorgestellt. Im Erzbistum Freiburg nahm das Vorhaben schon vor Jahren seinen Anfang. Nun nehmen die Glockenfachleute ganz Deutschland in den Blick und sprechen dabei vor allem auch die Jugend an, mal das Handy zu zücken und entsprechende Audio-Aufnahmen (ergänzend auch Filme und Fotos) im Schatten des Kirchturms zu starten. Die entsprechende Web-Seite www.createsoundscape.de erklärt, wie der himmlische Sound dort einzuspeisen ist.

St. Clemens und St. Joseph per Klick

Wer die Internetseite aufruft und auf den „Glockenfinder“ klickt, wird auch aus Oberhausener Sicht schnell fündig: St. Clemens in Sterkrade ist schon für alle Ohren präsent, die sechs Bronzeglocken lassen sich einzeln oder in ihrer Gesamtwirkung mit einem Klick abhören. Dazu gibt es Erläuterungen zur Glockenhistorie, die in Sterkrade bis ins 16. bzw. 15. Jahrhundert zurückreicht.

Auch der Oberhausener Süden zeigt hier in Sachen Glockensound bereits seine Qualitäten: Der Klang der sechs Glocken von St. Joseph in Styrum ist ebenfalls dokumentiert und per Klick abrufbar. „Die St. Joseph-Kirche verfügt über ein fünfstimmiges Geläut und eine weitere Glocke als Dachreiter“, heißt es dazu. Viele weitere Infos gibt es hier für alle Glockenfreunde und jeweils auch eine Landkarte zur genauen Lage der jeweiligen Kirche in Deutschland.

Glocken – ein Symbol für Geschichte und Kultur

Bis Ende 2019 läuft das Projekt noch (neudeutsch: „Crowdmapping Heimatklang“). Wer weiß, vielleicht kommt ja noch der eine oder andere fulminante Glockenklang aus Oberhausen in den nächsten Monaten wohltönend hinzu. Die Initiatoren der Aktion appellieren an alle Jugendlichen: „Mitmachen ist gut, weil Glocken ein Symbol für unsere Geschichte und Kultur in ganz Deutschland sind, auch in Europa und auf anderen Kontinenten. Helft mit, dass der Sound eurer Heimat in die Welt getragen und gehört wird.“ Finanziert wird das Projekt unter anderem aus Mitteln von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

Noch ist übrigens jede Menge zu tun: In ganz Deutschland gibt es etwa 30 000 Gebäude mit mindestens einer Glocke. Selbst die kleinste Glocke zählt, so die Projektinitiatoren. Auch Erwachsene, denen die Glocken am Herzen liegen, sind angesprochen, sich an der einzigartigen akustischen Sammlung zu beteiligen. Das Projekt hat erfreulicherweise den Segen der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

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