Selbsthilfe Oberhausen

Ein Riesenerfolg: Neue Freunde im „Netzwerk 55 plus“ finden

Zum ersten Treffen des Netzwerkes 55 plus in der VHS Oberhausen kamen im Mai 2019 über 130 Oberhausener. Hier im Bild v.l. Svenja Ricken (Paritätischer), Nese Öczelik (Büro für Chancengleichheit), Heike Kehl-Herlyn (Paritätischer), Matthias Ruschke und Gesa Reisz (beide VHS ).

Zum ersten Treffen des Netzwerkes 55 plus in der VHS Oberhausen kamen im Mai 2019 über 130 Oberhausener. Hier im Bild v.l. Svenja Ricken (Paritätischer), Nese Öczelik (Büro für Chancengleichheit), Heike Kehl-Herlyn (Paritätischer), Matthias Ruschke und Gesa Reisz (beide VHS ).

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Vor einem Jahr gründeten 130 Oberhausener das „Netzwerk 55 plus“ für Menschen zwischen 55 und 65 Jahren. Das Angebot wurde zum Dauerbrenner.

Theater- und Konzertbesuche, Radeln, Wandern, Frühstücken, über Politik diskutieren: Über 130 Interessierte hatten sich im Mai vor einem Jahr im großen Saal der Volkshochschule Oberhausen versammelt, um das „Netzwerk 55 plus“ aufzubauen. Das neue Angebot für Menschen ab 55 Jahren sollte schnell zu einem Riesenerfolg werden.

Das große Interesse überraschte selbst die Initiatoren von Stadt, Volkshochschule und Selbsthilfe-Kontaktstelle (des Paritätischen). Dabei sprechen die Zahlen des städtischen Bereichs Statistik für sich: Menschen der Altersstufen 55 bis 65 Jahre machen über zehn Prozent der Oberhausener Bevölkerung aus. Dazu kommt: Ab 55 Jahren verändert sich das Leben allmählich, die Rente naht, die Kinder gehen ihre eigenen Wege.

Angebote für Senioren gab und gibt es zwar auch in Oberhausen viele. „Doch wo bleiben wir?“, hörte Heike Kehl-Herlyn vom Paritätischen vor einem Jahr immer wieder. Ob noch in Arbeit, in Altersteilzeit oder im Ruhestand – die jung gebliebene Generation ab 55 wollte ihre Freizeit abwechslungsreich gestalten. Nur fehlte es dafür häufig an Mitstreitern – fruchtbarer Boden für das neue Netzwerk.

Die Treffen sind aktuell auf Eis gelegt

Schnell entwickelte sich ein weit verzweigtes, tragfähiges Kontaktnetz. „Das Konzept ist einfach, 14-tägig treffen sich Menschen ab 55 Jahre beim Paritätischen, um sich auszutauschen“, erzählt Heike Kehl-Herlyn. Hier seien gleich zu Beginn Themengruppen gebildet worden. Und noch heute gilt: „Wer gerne zu einem Thema eine neue Gruppe bilden möchte, kann das jederzeit tun.“

Aufgrund der Bestimmungen durch die Corona-Pandemie seien die Aktivitäten zwar aktuell auf Eis gelegt. „Doch gibt es inzwischen zehn Gruppen, die sich bis zum Pandemieausbruch regelmäßig getroffen haben und jetzt ihre Kontakte weiter über Whatsapp, Email, Telefon und Videokonferenzen pflegen“, freut sich die Mitbegründerin des Netzwerkes.

Eine Engagierte, von Anfang an dabei, habe sogar drei Gruppen ins Leben gerufen: den Stammtisch „Das Beste“, das „Essengehen und unterhalten“ und das „Städtereisen und Reisen“. Während beim Stammtisch das Gespräch und das Kennenlernen im Vordergrund stünden, liege der Schwerpunkt beim Essengehen auf dem kulinarischen Genuss in angenehmer Atmosphäre. Heike Kehl-Herlyn weiß: „Die Städtereisen, etwa nach Monschau und Zandvoort, sind wegen des Spaßfaktors und der gemeinsamen Erlebnisse sehr beliebt.“

Wanderungen zum Schloss Styrum und nach Hünxe

„Ein unkompliziertes, offenes und herzliches Miteinander sowie ein wenig läuferische Fähigkeiten und Kondition“, wünscht sich dagegen die Wandergruppe von ihren Teilnehmern. „Bis März waren es schon 15 Wanderungen mit Zielen in Oberhausen und Nachbarstädten wie Schloss Styrum, der Baldeney-Steig oder Hünxe“, erzählt Kehl-Herlyn.

Die Gruppe „Handarbeiten“ sowie Malen/Zeichnen biete: eine Tasse frischen Kaffee – inklusive Erfahrungsaustausch und Ideen für etwas Neues. „Bemerkenswert“ finden die Wander- und die Handarbeitsgruppe, „dass sich aus einigen Teilnehmenden ein festes Netzwerk gebildet hat, das sich auch privat engagiert, etwa Theater- und Konzertbesuche unternimmt, Mitglieder des neu gegründeten Buhrg-Chores geworden sind, die Oberhausener Tafel unterstützen“.

Gekonntes Spiel mit Licht und Schatten

Ein besonderes Vergnügen bei einem Netzwerktreffen im März habe aber auch die Präsentation von Fotos der Gruppe „Fotografie“ bereitet. Beeindruckende Bilder vom „Grugaleuchten“ in Essen zeugten von der Fertigkeit der Fotografen mit Licht und Schatten zu arbeiten. „Aber auch Oberhausener Motive wie der Zauberlehrling oder der Olga-Park kamen gut bei den Zuschauern an“, erinnert sich Kehl-Herlyn noch gerne.

Sobald die persönlichen Treffen des Netzwerkes wieder möglich sind, wird der Paritätische die Oberhausener informieren. Dann gilt auch wieder: „Wer mitmachen möchte, ist herzlich willkommen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben