Arbeitskampf

Erster Warnstreik blockiert Teile der Stadt Oberhausen

1500 Arbeitnehmer folgten dem Streikaufruf und gingen am Mittwoch auf die Straße.

1500 Arbeitnehmer folgten dem Streikaufruf und gingen am Mittwoch auf die Straße.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.  1500 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes streiken in Oberhausen für bessere Entlohnung. Die Bürger müssen Einschränkungen hinnehmen.

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Für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen sind am Mittwoch 1500 Mitarbeiter aus dem öffentlichen Dienst auf die Straße gegangen. Mit Trillerpfeifen und knarrenden Ratschen untermalten sie lautstark ihre Forderungen. Einen Tag zuvor hatten ihre Kollegen in den Nachbarstädten wie Essen die Arbeit niedergelegt.

Für die Oberhausener bedeutete der eintägige Warnstreik Einschränkungen zum Beispiel bei der Kinderbetreuung, bei der Anreise mit den Bussen der Stoag – oder sie mussten sich auf Wartezeiten bei der Sparkasse einrichten.

Am Busdepot der Stoag wehte leise eine rote Fahne der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Zaun, ein Banner machte unmissverständlich deutlich „Wir streiken!“ – auch wenn manch Oberhausener Glück hatte und eine Linie erwischte, die von einem Busfahrer eines Nachbarunternehmens wie zum Beispiel der Vestischen gefahren wurde.

Kämmerer nimmt die Resolution mit

Am Zentrum Altenberg war es mit der Ruhe vorbei, die Streikenden pfiffen sich allmählich in Rage. Auf der Bühne des Transporters positionierte sich Oberhausens Kämmerer Apostolos Tsalastras, um eine Resolution entgegen zu nehmen. Die, so lautet der Auftrag der Streikenden, solle er dem am selben Tag in Köln tagenden Finanzausschuss vorlegen.

Darin forderten die Streikenden die Ausschussmitglieder auf, Einfluss auf die Verhandlungsführer zu nehmen, damit ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch gelegt werde. „Hinweise darauf, dass bei Umsetzung dieser Forderung die Haushaltskonsolidierung gefährdet ist, machen uns wütend“, heißt es darin.

Sparkassen-Personalrat wütend

Wütend zeigte sich auch der Personalratsvorsitzende der Sparkasse, Thomas Zimmermann. Die Sparkassen hätten in den Verhandlungsrunden angekündigt, sich eine Öffnungsklausel vorzubehalten. Im Klartext: Wenn es Lohnsteigerungen geben sollte, will die Sparkasse selbst entscheiden, ob ihre Mitarbeiter daran teilhaben oder nicht. „Das ist der Versuch, den öffentlichen Dienst zu spalten“, sagte er bei der Kundgebung rund eine Stunde später vor dem Rathaus, wo der Demozug endete.

Pflegemitarbeiter wollen bessere Arbeitsbedingungen

Nicht allein für mehr Geld, sondern vor allem für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen streikten die Mitarbeiter der städtischen Alteneinrichtungen ASO. Die Stationen seien durchweg unterbesetzt. „Wir brauchen eine Mindestpersonal-Zahl“, sagt Mitarbeiter Siegfried Lampe. „Es herrscht doch jetzt schon Notstand!“

Für richtig Stimmung sorgte Rainer Sauer, bei Verdi zuständig für den Fachbereich Verkehr. „Was fordert ihr?“, rief er laut in die Menge der Streikenden. „Sechs Prozent!“, war die laute Antwort. „Wann?“ „Jetzt!“

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