Kindesmissbrauch

Gericht verurteilt Oberhausener wegen Kindesmissbrauchs

Foto: imago stock / imago/blickwinkel

Oberhausen.  Der Oberhausener wurde beim Filmen eines Kindes im Schwimmbad erwischt. Das führte die Polizei auf die Spur weiterer Verbrechen.

Ein 36-jähriger Oberhausener muss wegen Kindesmissbrauchs und Herstellung kinderpornografischer Werke fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. So lautete nach dreitägiger Hauptverhandlung das Urteil des Landgerichts Duisburg.

Der Angeklagte hatte zugegeben, sich im Frühjahr 2018 in Buschhausen an einem dreijährigen Mädchen vergangen zu haben. Der Mann hatte das in der Nachbarschaft wohnende Kind mehrfach beaufsichtigt. Dabei hatte er es in zwei Fällen im Intimbereich gestreichelt und das Mädchen zuletzt sogar regelrecht vergewaltigt. In allen Fällen hatte er dabei Foto- und Filmaufnahmen gemacht.

Im Umkleidebereich der Duisburger Niederrheintherme beim Filmen erwischt

Aufgeflogen war die Sache, als der Mann am 3. November 2018 im Umkleidebereich der Duisburger Niederrheintherme beim Filmen erwischt wurde. Mit seinem Smartphone hatte er heimlich Aufnahmen von einem Kind gemacht, das sich in einer benachbarten Kabine umzog. Bei der Auswertung des Handys war die Polizei auf die erschreckenden Bilder der sehr viel schwerer wiegenden Taten gestoßen, auf welche sich das Urteil zuletzt beschränkte.

Schweres traumatisches Erlebnis in der Kindheit

Ein psychiatrischer Gutachter hatte keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass der Angeklagte zur Tatzeit nicht voll schuldfähig war. Zwar habe der 36-Jährige in seiner Kindheit ein schweres traumatisches Erlebnis gehabt, als sich sein Vater, der als Polizist seinen Dienst versah, in Anwesenheit einiger Kollegen und seines damals 12-jährigen Sohnes erschoss. Die psychischen Folgen hätten allerdings zu keiner gravierenden dauerhaften Störung geführt, so der Gutachter.

Eine sexuelle Neigung des Angeklagten zu Kindern wollte der Experte nicht ausschließen. Eine krankhafte Pädophilie, die den 36-Jährigen zwanghaft derartige Taten begehen lasse, sah der Gutachter aber nicht. Abgesehen vom Geständnis hatten die Richter dem 36-Jährigen wenig zu Gute zu halten. Strafschärfend wirkte sich dagegen aus, dass der Angeklagte bereits mehrfach, auch einschlägig vorbestraft war.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben