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Gewalt und Drogen: Realschule arbeitet mit Polizei zusammen

Gewalt an den Schulen ist auch in Oberhausen ein Problem. Die Theodor-Heuss-Realschule setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei.

Gewalt an den Schulen ist auch in Oberhausen ein Problem. Die Theodor-Heuss-Realschule setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei.

Foto: Oliver Berg / picture alliance / dpa

Oberhausen.  Gewalt, Mobbing, Drogen: Die Theodor-Heuss-Realschule in Oberhausen geht diese Probleme jetzt mit neuen und ungewöhnlichen Mitteln an.

Schläge, Beleidigungen übers Handy, der erste Joint: Es gibt keine Oberhausener Schule, die nicht gegen Gewalt, Mobbing und Drogenkonsum ankämpft. Die Theodor-Heuss-Realschule geht das Problem jetzt offensiv an – und unterzeichnete am Mittwoch einen Kooperationsvertrag mit dem Polizeipräsidium Oberhausen.

Ein Blick in die Kriminalitätsstatistik für 2018 zeigt: Das Problem der Gewalt an den 6000 Schulen in NRW bleibt groß. Zwar sanken die dort unter „Tatörtlichkeit Schule“ registrierten Straftaten um 2.223 Fälle (knapp zehn Prozent) von 22.913 im Jahr 2017 auf 20.690. Doch kann angesichts dieser letzten Fallzahl von Entwarnung keine Spur sein. Schwerpunkte bildeten erneut die Diebstähle (8.950), gefolgt von Sachbeschädigungen (4.235) und Körperverletzungen (3.013). Die meisten Straftaten wurden dabei von 14- bis unter 18-Jährigen begangen.

Angezeigte Straftaten gingen zurück

Auch in Oberhausen ging die Zahl der angezeigten Straftaten an Schulen 2018 zurück: von 305 auf 260. Dabei ist allen Beteiligten aber klar – längst nicht alle Straftaten werden auch angezeigt. „Da Aufklärung aber bekanntlich der beste Schutz ist, wollen wir hier noch intensiver als bisher ansetzen“, betont Schulleiter Norbert Terlaack und freut sich über die neuen starken Partner an seiner Seite. „Denn nur so“, ergänzen Sandra Hut, Yvonne Thiel und David Schweitzer von der Oberhausener Kriminalprävention, „können wir bestimmte Dinge rechtzeitig verhindern“. Und genau darum soll es bei der künftigen Zusammenarbeit zwischen der Theodor-Heuss-Realschule und der Oberhausener Polizei vor allem gehen.

„Es ist wichtig für uns, dass wir jetzt dank David Schweitzer die Schüler bei den Präventionsangeboten auch mal in Mädchen- und Jungengruppen trennen können – denn so kommen erfahrungsgemäß doch andere Themen auf den Tisch“, sagt Beratungslehrer Ole Bachmann. Verstärkend komme hinzu: „Die Wirkung auf die Schüler ist einfach eine andere, wenn sie direkt von den Polizisten hören, dass auch Schlägereien auf dem Schulhof knallharte Straftaten sind.“

David Schweitzer nickt und ergänzt. „Wenn ich dann das Wort Körperverletzung in den Mund nehme, werden die Augen ganz groß.“ Längst nicht allen Jugendlichen sei außerdem klar, dass es sich um Diebstahl handelt, wenn man seinem Mitschüler Stifte klaue und um eine Straftat, wenn jemand über das Handy beleidigt wird. „Gerade in der Gruppe der 13- bis 14-Jährigen gibt es da enorme Wissenslücken“, weiß Schweitzer.

Hemmschwellen sollen abgebaut werden

Geplant sind deshalb nun gezielte Angebote rund um die Themen Gewalt, Mobbing, Sucht. Es wird Kurse geben, die über die Auswirkungen von Drogen im Straßenverkehr aufklären, das Selbstvertrauen stärkende für Schüler, Fortbildungen für Lehrer, Informationsabende für Eltern. Durch den regelmäßigen Kontakt mit den Polizeibeamten sollen auf allen Seiten Hemmschwellen abgebaut und Vertrauen aufgebaut werden.

„Die meisten Schüler sind keine Täter, sondern oft nur Zeugen von Vorfällen“, sagt Frank Petry (stellvertretender Schulleiter). Wenn es der Schule nun durch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei gelinge, gerade diese Schüler so zu stärken, dass sie sich an Lehrer, Eltern oder das Experten-Team wendeten, sei viel gewonnen. „Damit holen wir sie aus der Opferrolle und machen ihnen klar, dass wir hinter ihnen stehen und sie sich mit unserer Hilfe wehren können.“

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