ÖPNV

Gewerkschaft NGG fordert günstigeres Azubi-Ticket

Um in NRW mobil zu sein, müssen Auszubildende 82 Euro im Monat bezahlen. Das ist der Gewerkschaft NGG zu viel.

Um in NRW mobil zu sein, müssen Auszubildende 82 Euro im Monat bezahlen. Das ist der Gewerkschaft NGG zu viel.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Ab August gibt es das neue Azubi-Ticket. 82 Euro im Monat sind für die rund 3.500 Azubis in Oberhausen aber zu viel, meint die NGG.

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Für Studenten ist es eine Selbstverständlichkeit, jetzt kommt es auch für Azubis – am 1. August wird in NRW das neue vergünstigte Azubi-Ticket für Bus und Bahn eingeführt. Doch für viele der 3.500 Auszubildenden in Oberhausen dürfte die Monatskarte zu teuer sein. Davon geht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aus. „Das Ticket kostet 62 Euro für einen Verkehrsverbund und 82 Euro für ganz NRW. Mancher Berufsstarter muss da schon genau rechnen, ob er sich das leisten kann“, sagt der Gewerkschaftssekretär der NGG Ruhrgebiet, Adnan Kandemir. So verdiene etwa ein angehender Koch im ersten Lehrjahr 750 Euro pro Monat. Der Ticketpreis sei da „alles andere als ein Pappenstiel“, betont Kandemir.

Azubis sind auf Nahverkehr angewiesen

Die Gewerkschaft NGG hatte sich zusammen mit dem DGB jahrelang für die Einführung eines Azubi-Tickets in NRW stark gemacht. „Angesichts steigender Mieten in den Großstädten und überfüllter Straßen sind immer mehr Azubis auf das Pendeln im Nahverkehr angewiesen. Die Einführung eines ÖPNV-Ticket war überfällig“, so Kandemir. Der Fahrschein erleichtere es Berufsanfängern, zur Arbeit oder zur Berufsschule zu kommen. Außerdem gehe es um ein Stück Lebensqualität.

NGG ruft zu Nachverhandlungen auf

„Ob Verwandtschaftsbesuch, Kino oder Kneipenabend – das Ticket hilft dabei, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“

Wer jedoch an einer Hochschule eingeschrieben ist, zahlt für ein NRW-Semesterticket lediglich um die 170 Euro – und kann damit sechs Monate lang fahren. „In dieser Größenordnung sollte sich auch das Azubi-Ticket bewegen“, fordert Kandemir.

Die NGG Ruhrgebiet ruft Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) nun zu Nachverhandlungen mit den Verkehrsbetrieben auf. Notfalls müssten zusätzliche Haushaltsmittel aufgebracht werden. Adnan Kandemir: „Mobilität ist zu einer entscheidenden Frage für Berufsanfänger geworden. Das darf nicht am Geld scheitern.“

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