Vorfahrt für Radfahrer

Grüne fordern Tempolimit auf allen Straßen ohne Radweg

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Die Oberhausener Grünen möchten den Radverkehr nach vorne bringen.

Die Oberhausener Grünen möchten den Radverkehr nach vorne bringen.

Foto: Die Grünen

oberhausen.   Die Oberhausener Grünen wollen den Radverkehr in der Stadt massiv nach vorne bringen. Dabei kommen auf Autofahrer Einschränkungen zu.

Nachdem die frühere Autofahrer-Partei CDU in Oberhausen den sportlichen Freizeitradler als Zielgruppe entdeckt und sogar neue Radstrecken quer durch die Stadt ausgemessen hat, legen nun die hiesigen Grünen nach.

Die Grünen-Spitzen im Rat und im Kreisverband schaute erst argwöhnisch auf die offenbar recht wandelbaren Christdemokraten („Nur grün blinken reicht nicht“) – und krempelten dann die Ärmel hoch: Sie verstehen sich als Originalantreiber des Radverkehrs in der Stadt und fordern nun nichts Geringeres als eine Fahrrad-Offensive von der Stadt. Denn trotz fast zehnjähriger kommunaler Verantwortung der Grünen in der Koalition mit der SPD hinkt Oberhausen beim Radverkehr weit hinterher: Die meisten Bürger nutzen für ihre Wege das Auto. Der Anteil von Fahrrädern für kurze Wege ist im Vergleich sehr gering.

„Wir haben viel darüber diskutiert, was getan werden kann, damit die Menschen in Oberhausen gerne aufs Rad steigen“, erklärt die 23-jährige Grünen-Parteichefin Katrin Menzel. Herausgekommen sind dabei ganz konkrete Forderungen, um den Alltag von Radfahrern zu verbessern.

Eine große Gefahr für Radfahrer

Erstens sollen auf allen Straßen ohne Fahrradwege Tempolimits für Auto- und Motorradfahrer eingeführt werden. „Dabei geht es nicht darum, den Autofahrern das Leben schwer zu machen, sondern das der schwächeren Verkehrsteilnehmenden zu sichern“, beteuert Menzel. Zweitens soll das Ordnungsamt hart durchgreifen, wenn Autofahrer auf Radstreifen und Radwegen parken, weil so Radfahrer stark gefährdet werden. „Wir sollten uns das umgekehrt vorstellen“, so Menzel: „Ein Rad parkt mitten auf der Straße, so dass der Autoverkehr gezwungen ist, auf den Fußweg auszuweichen, um dem Stillstand nicht zu erliegen. Nicht nur absurd, sondern absolut gefährlich.“

Drittens sollen immer dann, wenn irgendwo von Bauarbeitern eine Straße umgebaut wird, die klaren Anforderungen an Radwegen von der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte realisiert werden. Viertens soll die Stadt die Radwege viel besser pflegen als bisher: Scherben sollen regelmäßig entfernt, Schlaglöcher beseitigt und Schnee wie Eis weggefegt werden.

Fünftens verlangen die Grünen eine städtische Anlaufstelle, die sich rund ums Rad dreht. „Oberhausen kann ein zentral gelegenes Fahrradbüro gut gebrauchen. In solch einer Einrichtung könnten Serviceleistungen erbracht werden – von Radroutenkarten bis hin zum Verleih von Lastenrädern.“

>>>>> Grüne wollen ein Festival für das Fahrrad

Im Rahmen der Fahrrad-Offensive fordern die Grünen, eine Fahrradkonferenz mit allen Beteiligten an einem runden Tisch einzuberufen. Die Fahrradkonferenz soll die Schwächen des Radverkehrs in der Stadt analysieren und Verbesserungsvorschläge machen.

Zudem schlagen die Grünen vor, einmal im Jahr in Oberhausen ein Fahrradfestival zu organisieren.

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