Kino-Vorpremiere

Henning Baum leiht Bärenkönig seine mächtige Stimme

Timur Bartels (li.), Lichtburg-Chefin Petra Rockenfeller und Filmstar Henning Baum bei der sonntäglichen NRW-Filmpremiere von „Latte Igel und der magische Wasserstein“.

Timur Bartels (li.), Lichtburg-Chefin Petra Rockenfeller und Filmstar Henning Baum bei der sonntäglichen NRW-Filmpremiere von „Latte Igel und der magische Wasserstein“.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Erst waren Baum und Timur Bartels von Fotografen und Fans umringt. Dann verrieten sie in der Lichtburg mehr über ihre Synchronsprecher-Rollen.

Zwei TV-Stars gemeinsam stehen auch nicht jeden Tag vor der Lichtburg an der Elsässer Straße. Am Sonntag war das Henning Baum, der 2014 im Spielfilm „Die Spiegel-Affäre“ jenen Oberst Martin spielte, der den ganzen Polit-Skandal von 1962 ins Rollen brachte, und 2018 bei der Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs von Michael Ende Lukas, den Lokomotivführer. An seiner Seite Jungstar Timur Bartels, bekannt aus der Vox-Serie „Der Club der roten Bänder“. Aber nicht als Schauspieler waren die Zwei gekommen, sondern als Synchronsprecher zu einem Film ohne Schauspieler: zur NRW-Premiere des Animationsfilms „Latte Igel und der magische Wasserstein“.

Den präsentierte am Sonntag die Lichtburg exklusiv. Offizieller Kinostart des Kinderfilms ist bundesweit erst am ersten Weihnachtstag. Hundert Zuschauerinnen und Zuschauer sahen ihn sich bereits jetzt an und fieberten mit dem kleinen Igel mit, der sich zusammen mit einem Eichhörnchen auf die Suche nach dem magischen Wasserstein macht. Dieser Stein soll ihre Waldgemeinschaft vor dem Verdursten retten. Doch Bärenkönig Bantur hat ihn an sich genommen. Und ihm verleiht Filmstar Henning Baum seine kraftvolle Stimme.

Fans reisten teilweise von weit her an

Doch bevor der 47-Jährige aus Berlin dazu im Kinosaal etwas sagen konnte, war er draußen und im Foyer von Fotografen und Fans umringt. Baum gab Autogramme, posierte für Selfies. Ähnlich erging es Timur Bartels. Jara Joachim war eigens aus Unna gekommen, um sich mit ihrem Idol auf einem Foto zu verewigen. „Er fühlt sich immer sehr in seine Rollen hinein“, begründete die 18-Jährige ihre Verehrung für den 24-jährigen Schauspieler.

Drinnen, im Kinosaal, begrüßte Lichtburg-Chefin Petra Rockenfeller dann alle Beteiligten. „Der Bärenkönig ist nicht wirklich böse“, beruhigte Henning Baum die Zuschauer. Er benötige den magischen Wasserstein doch für sein Wasserballett. Timur Bartels sah seine Sprechrolle noch positiver: „Ich spreche den Sohnemann des Bären. Der hat einen großen Gerechtigkeitssinn und sorgt für einen guten Ausgang.“ Mehr über den Verlauf des Films mit seinen farbenprächtigen Natur- und Tier-Animationen verrieten die beiden aber nicht.

Selbst Dialoge werden einzeln aufgezeichnet

Dafür erfuhr das Publikum mehr über das Synchronisieren. Nach Angaben von Bartels sind rund 400 Personen an einer solchen Produktion beteiligt, viel mehr als an einem herkömmlichen Kinofilm. „Alles daran ist ja künstlich und muss geschaffen werden“, so Timur Bartels. „Wir sitzen da allein in einer dunklen Kammer vor dem Film und bekommen punktgenau unseren Sprecheinsatz“, erläutert sein Kollege. Selbst Dialoge werden einzeln aufgezeichnet. Das funktioniere. Die englische Stimme des Films helfe bei der Orientierung. Natürlich müsse man sich vorher in die Rolle hineindenken. Der baumlange Henning Baum: „Wir gehen auch körperlich mit, damit die Stimme bestmöglich raus kommt.“

Timur Bartels ergänzt, zwar gebe es von den Regisseurinnen Nina Wels und Regina Welker viele wichtige Hinweise. Letztlich habe man es mit seiner Stimme aber selbst in der Hand, der Figur ein Gepräge zu geben. „Es geht beim Schauspiel darum, so genau wie möglich zu denken. Dann ist auch die Sprache präzise.“ Zwei Tage hat Baum für das Waldabenteuer im Tonstudio verbracht, bei Bartels genügte ein Tag.

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