Postgebäude

Historisches Postgebäude in Oberhausen wird zum Wohnquartier

Das historische Postgebäude gegenüber dem Oberhausener Hauptbahnhof.

Das historische Postgebäude gegenüber dem Oberhausener Hauptbahnhof.

Foto: Hans Blossey

Oberhausen.  In der alten Post am Oberhausener Hauptbahnhof gibt es Studenten-WGs der Luxusklasse. Ein Zimmer kostet warm regulär 550 Euro im Monat.

Aus dem historischen Post-Gebäude am Oberhausener Hauptbahnhof soll ein neues Wohn- und Arbeitsquartier werden. Möblierte Appartements und großzügige WG-Wohnungen, etwa für Studenten, sind bereits eingerichtet und können angemietet werden. Geplant sind zudem moderne, sogenannte Coworking-Spaces für Start-ups, Büros und Kanzleien, ein Bistro und Café sowie Einzelhandelsgeschäfte. Der Eigentümer vermarktet den Gebäudekomplex ab sofort als „Q1“: Das Q steht für Quartier, die Zahl 1 soll an den Grundriss der Immobilie erinnern.

Hinter dem Projekt steckt der Eigentümer des Gebäudes, die Schweizer Unternehmensberatung ASS Consulting AG, die sich wiederum im Familienbesitz des Düsseldorfer Geschäftsmannes Manfred Schreder befindet. Als Vermieter ist Schreder seit Jahren Ansprechpartner. 2017 hatte er zudem in einem Teil der alten Post ein Möbelgeschäft mit günstiger B-Ware eröffnet. Dieses habe sich aber nicht gerechnet, erklärt er auf Nachfrage; das Geschäft ist mittlerweile geschlossen.

Parkettboden, WLAN, große Wohnküche

Nun soll aus dem bislang von Leerstand geprägten markanten Gebäude ein neues Wohn- und Arbeitsquartier werden. Hat das Konzept mehr Aussicht auf Erfolg als das einst für den Standort geplante, dann aber im Sande verlaufene Kreativquartier „post eins“? Ja, davon gehe er aus, sagt Schreder. Das Quartier werde das Bahnhofsviertel aufwerten. „Solch ein Angebot gibt es in Oberhausen derzeit nicht.“ Er ist sich sicher: „Stünde das Gebäude in Düsseldorf, wäre es schon jetzt ausgebucht.“

Schreder weiß aber auch: „Das Angebot richtet sich an spezielle Zielgruppen.“ Nicht jeder könne sich die Appartements und WG-Zimmer leisten. Die gehobene Ausstattung unter anderem mit großer möblierter Wohnküche (WG), schnellem WLAN, Smart-TV, Parkettböden und neuen Badezimmern hat ihren Preis: Die Kaltmiete für ein WG-Zimmer (zwischen 18 und 27 Quadratmetern) beträgt 449 Euro, nach einem Jahr kommt ein Möblierungszuschlag von 50 Euro hinzu, die Nebenkosten betragen derzeit ebenfalls 50 Euro.

Für die rund 23 Quadratmeter großen, ebenfalls möblierten Einzel-Appartements fällt eine Kaltmiete von derzeit 499 Euro an, Nebenkosten: 50 Euro. Auch hier erhöht sich die Kaltmiete nach einem Jahr um 50 auf dann 549 Euro im Monat. Mit dem Preisnachlass von 50 Euro will Schreder Mieter locken.

Zielgruppe: Studenten

Und wen wünscht sich Schreder als Mieter? In die Wohngemeinschaften könnten gut Studenten, etwa der benachbarten Hochschule Ruhr West mit Standorten in Mülheim und Bottrop, einziehen. In die Appartements zum Beispiel Schauspieler oder ausländische Studenten, die für kürzere Zeiträume von einem halben oder ganzen Jahr eine Bleibe benötigen – „und für diesen Zeitraum nicht ihre ganzen Möbel mitnehmen wollen“, sagt der Vermieter.

Bislang saniert und vermietbar sind drei WG-Wohnungen mit jeweils fünf Zimmern sowie drei Appartements – beides voll möbliert. Vermietet sind bis dato zwei WG-Zimmer. „Steigt die Nachfrage, werden wir weitere Einheiten sanieren“, kündigt Manfred Schreder an. Platz ist reichlich vorhanden: Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude verfügt auf vier Etagen (inklusive Erdgeschoss) über rund 5000 Quadratmeter Fläche.

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