Heizen

Im Herbst beginnt das Heizen – So spare ich Energiekosten

Martina Zbick von der Verbraucherzentrale präsentiert drei verschiedene Thermostate, mit denen sich bei richtiger Anwendung Heizkosten sparen lassen.

Martina Zbick von der Verbraucherzentrale präsentiert drei verschiedene Thermostate, mit denen sich bei richtiger Anwendung Heizkosten sparen lassen.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Das ungemütliche Herbstwetter hat in Deutschland die Heizperiode eingeleitet. Wer die folgenden Tipps beachtet, kann beim Heizen Geld sparen.

Wenn die ersten Blätter von den Bäumen fallen und die kurzen Hosen wieder in den Tiefen des Kleiderschranks verschwinden, nehmen die Heizungen und Thermostate auch in Oberhausen wieder ihren Betrieb auf. Warum man die Heizung trotz Kälte nicht einfach unkontrolliert aufdrehen sollte und wie man bares Geld beim Heizen sparen kann, erklärt Martina Zbick von der Verbraucherzentrale in Oberhausen. Fünf Tipps, um Heizkosten effektiv zu senken.

Tipp 1: Ein Grad weniger macht viel aus

Niemand soll frieren. Doch die Expertin weiß: Schon ein kleiner Dreh am Thermostat kann Geld sparen. Jedes Grad weniger könne den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent senken, erklärt Martina Zbick. Als optimale Raumtemperatur empfiehlt sie 20 Grad Celsius. Die erreiche man üblicherweise, wenn man die Heizung auf die dritte Stufe stellt. Zwischen den jeweiligen Stufen liegen vier Grad Unterschied.

„Viele drehen die Heizung auf die höchste Stufe und sitzen dann im Winter mit kurzer Hose und T-Shirt in der Wohnung“, sagt Zbick. „Um Geld zu sparen, sollte man sich also lieber etwas wärmer anziehen und die Heizung etwas runterdrehen.“ Für Schlafzimmer empfiehlt die Energieberaterin eine Raumtemperatur von 18 Grad, für ungenutzte Räume reichen 16 Grad.

Tipp 2: Programmierbare Thermostate

Wer keine Lust hat, ständig an den Thermostaten herumzudrehen, für den empfiehlt sich ein programmierbares Thermostat. Wenn zum Beispiel klar sei, dass tagsüber niemand zu Hause ist, könne man das Thermostat so einstellen, dass die Heizung für diesen Zeitraum weniger heizt. Pünktlich vor der Rückkehr erwärmt sich die Heizung dann wieder, bis die zuvor eingestellte Wunschtemperatur erreicht ist. Zu kaufen gibt es die manuell einstellbaren Thermostate schon ab 20 bis 30 Euro pro Stück, sagt Martina Zbick.

Noch bequemer könne man es sich mit koppelbaren Thermostaten machen, die man beispielsweise über eine Smartphone-App auch von außerhalb steuern kann. Vorteil hierbei: wenn man zu unregelmäßigen Zeiten oder früher als erwartet nach Hause kommt, kann man schon vorher per App einstellen, wann die Heizung die Raumtemperatur erhöhen oder verringern soll.

Tipp 3: Heizkörper frei halten

Heizkörper sollten nicht von Vorhängen, Sofas oder Schränken verdeckt werden, erklärt Martina Zbick. Denn so könnten sie die Wärme nicht richtig an den Raum abgeben. Einfache Regel: Jeder Heizkörper sollte gut sichtbar sein, so dass die Raumluft ihn ungehindert umströmen kann. Ein Sofa beispielsweise sollte mindestens 30 Zentimeter Abstand zur Heizung haben und Vorhänge an Fenstern sollten nicht bodenlang sein.

Tipp 4: Stoßlüften statt Kipplüften

Wer meint, auf das Lüften verzichten zu können, um Energie zu sparen, liegt laut Martina Zbick falsch „Lüften gehört zum sparsamen Heizen dazu“, erklärt die Energieberaterin. Das Fenster sollte jedoch nicht den ganzen Tag oder mehrere Stunden auf Kipp stehen. Mehrmals täglich Stoßlüften sorge nicht nur dafür, dass die Luft im Raum schnell ausgetauscht wird, sondern verhindere auch, dass die Wände von innen auskühlen.

Denn die frische kühle Luft zu erwärmen sei deutlich einfacher für die Heizungen, als die ausgekühlte Wohnung wieder auf Temperatur zu bringen. Zu beachten sei allerdings: Wenn die Fenster geöffnet sind, die Heizkörper abdrehen! „Die abgegebene Wärme wird sonst im wahrsten Sinne des Wortes nutzlos verheizt, weil sie sofort wieder durch das offene Fenster entschwindet“, sagt Zbick.

Tipp 5: Fenster und Türen abdichten

Undichte Fenster und Außentüren sorgen für nervige Zugluft und Wärmeverlust in der Wohnung, heißt es auf der Internetseite der Verbraucherzentrale. Zu sehen sind undichte Stellen mit dem bloßen Auge meist schlecht, doch ein Blatt Papier kann dabei helfen, diese zu finden. Hierzu empfiehlt die Verbraucherzentrale, das Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel zu klemmen. Wenn das Papier sich bei geschlossenem Rahmen nicht herausziehen lässt, ist das Fenster an der Stelle dicht genug.

Diesen Test sollte man an mehreren Stellen wiederholen. Falls die ein oder andere undichte Stelle an einem Fenster entdeckt wurde, reicht es laut der Verbraucherzentrale meist, die Dichteprofile zu erneuern oder die Fensterflügel zu justieren. Bei Wohnungs- oder Haustüren mit offenem Türschlitz kann oftmals nachträglich ein Dichteprofil, ein sogenannter „Kältefeind“ eingebaut werden. Wenn man im Besitz eines Windfangs ist, sollte man diesen bei kalter Witterung stets geschlossen halten.

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