Besondere Firmen in Oberhausen

IT-Firma Ordana hält Praxen und Kanzleien am Laufen

Sie schnüren das Rundum-Sorglos-Paket für alles Technische beim Kunden: Maik Ernemann sitzt viel im Auto, Ehefrau Dina Knorr baut Wunsch-Webseiten.

Sie schnüren das Rundum-Sorglos-Paket für alles Technische beim Kunden: Maik Ernemann sitzt viel im Auto, Ehefrau Dina Knorr baut Wunsch-Webseiten.

Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Wenn der Rechner zuhause oder im Büro Ärger macht, hilft Ordana: Die IT-Experten aus Oberhausen werkeln lautlos, damit ihre Kunden Ruhe haben.

„Haben Sie den Rechner, Drucker, Bildschirm mal ein- und ausgeschaltet?“ Diese Frage, mal ehrlich, nervt. Jeder kennt sie, wenn da irgendwas schief geht im Büro oder vorm heimischen PC und am anderen Ende der Hotline eine ebenfalls leicht genervte Stimme fragt. Meistens kommt der Laie sich dabei ziemlich dumm vor. Doch das muss nicht so sein: Denn Firmen wie Ordana in Oberhausen bieten den Rundum-Service aus Netzwerk, eigenen Servern, Hardware und vor allem — dem „gewusst wie“ an.

Informationstechnologie oder besser kurz „IT“ spielt in immer mehr Berufen und zuhause eine so große Rolle, dass Firmen wie Ordana von Anwälten, Handwerkern und Ärzten Aufträge bekommen. Das ist zwar nicht allzu günstig, dafür allerdings für die eigentliche Arbeit mit Patienten oder Klienten außergewöhnlich stressfrei.

Hardware: kostet; Service: unbezahlbar

Einmal die Woche besuchen die Köpfe von Ordana, Maik Ernemann und Dina Knorr, ihre Filiale in der Gewerkschaftsstraße in Oberhausen. Den Rest erledigen sie vom Büro in Bottrop oder eben direkt vor Ort. Er, weißes Hemd, Jeans und Brille ist öfter beim Kunden. „Meistens um Details zu besprechen oder mal nach dem Rechten zu schauen.“ Ärger gebe es kaum.

Die Anwaltskanzleien oder Arztpraxen haben oft das volle Paket bei Ordana erworben: Rechner, Bildschirme, den Server, die kabellose Anbindung ans Internet in alle Räume und nach Wunsch die Telefonanlage gleich mit. Den wichtigsten Teil bezahlen Ordana-Kunden aber ohne, dass er greifbar wäre. „Wir sind immer erreichbar, auch wenn die Telefonzeiten von 8 bis 20 Uhr angegeben sind. Unsere Kunden können immer anrufen.“

Schnorchel-Update

Ägypten, vor ein paar Jahren: Maik Ernemann hievt sich gerade wieder aufs Boot, Schwimmflossen an den Füßen; Schnorchel und Taucherbrille hängen um den Hals. Das Handy klingelt. Er geht ran. „Der Kunde hatte ein kleines Problem und ich konnte das von dort aus lösen. Als wir in den Hafen einliefen, hat er gefragt, wo ich eigentlich bin. Danach war erstmal kurz Funkstille.“

Den Eindruck eines tüchtigen Kaufmanns macht der 42-Jährige. Gelernt hat er das im Großhandel. Über eine Zivildienststelle im Evangelischen Krankenhaus Oberhausen rutscht er in die EDV-Abteilung und beschließt im Jahr 2003 mit einem Kollegen: „IT-Dienstleistungen können wir auch.“

Reparaturzentrale Oberhausen

16 Jahre später steht Maik Ernemann zusammen mit seiner Frau Dina Knorr (42) in der Filiale von Udo Janousek. Seit 2017 gehört der Laden zu Ordana. Sie ist jetzt seine Geschäftspartnerin. „Ich mache hauptsächlich Webseiten“ sagt Dina Knorr. „Aber sie kennt sich genauso mit allem aus wie ich“, ergänzt ihr Ehemann. Hinter den beiden bedient Filialleiter Udo Janousek (52) gerade zwei Kunden, die ein paar Fragen zu USB-Anschlüssen haben. Privatleute mit Computerproblemen kommen nämlich in der Regel zu ihm. Meistens seien Reparaturen wegen der nachlässigen Reinigung und Wartung nötig, meint Udo Janousek und widmet sich mit Schraubenzieher und Leuchte dem Innern eines nackten Rechners.

Rund 2000 mal im Jahr schraubt er an Laptops und Rechnern, steckt Speicherbausteine und Grafikkarten um oder löscht Viren und versucht Festplatten zu retten. Weil speziell Laptops vollständig verbaut sind, hat der normale Kunde „keine Chance mehr, etwas selbst zu reparieren“. Früher wurden hier am Tag zehn Computer verkauft, heute sind es zehn im Monat. „Außer wir rüsten damit eine ganze Praxis aus — dann sind es 20 auf einen Schlag.“ Für Maik Ernemann ist die Expertise von Udo Janousek ein weiterer Vorteil von Ordana: „Udo hat jahrelang den Laden allein geführt. Er kennt sich technisch top aus und ist nicht nur das Gesicht, sondern auch die rechte und linke Hand in Oberhausen.“

Check-up nur am Wochenende

Wie viele Kunden in Oberhausen, Bottrop im ganzen Ruhrgebiet und den Rhein hinauf bis nach Köln bei Ordana ihre IT kaufen und betreut werden, wissen auch die Geschäftsführer Dina Knorr und Maik Ernemann nicht genau. Ihr Erfolgsrezept ist die lautlose Betreuung des Kunden. Praxen und Kanzleien werden erst am Wochenende auf Chip und Schnittstelle geprüft, wenn niemand da ist.

Das breite Wissen eignen sich die Technik-Profis mit viel Fachliteratur und dem Durchforsten von einschlägigen Internetforen weiterhin jeden Tag an. „Ansonsten bauen wir auf das Vertrauen unserer guten Kunden und reparieren und tauschen ab und zu auf Kulanz Rechner oder Bildschirme aus“, erklärt Maik Ernemann. Ein Firmen-Grundsatz sei, den Kunden nicht zu melken, denn das technisches Verständnis fehlt vielen. Sei es mangels Interesse oder aus Bequemlichkeit.

Dafür analysiert Ordana, ob zum Beispiel neue Hardware wirklich erforderlich ist, oder „ob ein Software-Update womöglich reicht, damit man hier vernünftig weiterarbeiten kann“. Das kann man nachhaltig und fair nennen. In jedem Fall kommt sich der Kunde bei solchen Antworten sicher weniger dumm vor.

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