Verkehrswacht

Kinder lernen, sich sicher im Verkehr zu bewegen

Foto: Theobald

OBERHAUSEN.   Die Oberhausener Verkehrswacht hat ihren Jahresbericht 2017 vorgelegt. Verkehrserziehung fängt in Oberhausen schon in den Kitas an – spielerisch

Verkehrserziehung kann gar nicht früh genug beginnen, findet die Oberhausener Verkehrswacht. Seit vielen Jahren schon richtet sie ihr Augenmerk darauf, alle Kinder fit zu machen, damit sie sich sicher im Verkehr bewegen können – und fängt damit schon in den Kitas an. Wenn auch alle Erwachsenen im Umfeld der Kinder – Eltern wie Lehrer – immer so gelehrig wären, hätten die Verkehrswächter manche Sorge weniger: „Wir müssen zum Beispiel feststellen, dass viele Kinder immer noch unnötigerweise mit dem Auto bis zur Schule gebracht werden“, sagt Dieter Elsenrath-Junghans, Ehrenvorsitzender der Oberhausener Verkehrswacht, die jetzt ihren Jahresbericht vorgelegt hat.

Eltern fahren bis zum Schultor

Ausgerechnet Eltern sorgen häufig für gefährliche Situationen, wenn sie bis zum Schultor vorfahren. Er würde sich wünschen, dass mehr Eltern die eingerichteten Elterntaxi-Haltestellen auch nutzten, mehr Pädagogen den Vorstoß wagen würden, auch für ihre Schule solche Bring- und Abholzonen einzurichten. Die gebe es erst an vier der 32 Grundschulen.

Während die Unfallstatistik der Polizei für 2017 eine insgesamt gute Entwicklung für Oberhausen zeigt – keine tödlichen Unfälle und ein Rückgang bei den schwer Verletzten – gibt’s doch einen Wermutstropfen: 85 Kinder wurden im vergangenen Jahr bei Unfällen verletzt, 19 mehr als im Jahr zuvor: „Das hat uns auch geschockt und deshalb haben wir nochmal genauer hingeschaut“, so Elsenrath-Junghans. Dabei habe sich gezeigt, dass die hohe Zahl auf ein Ausnahmeereignis zurückgehe: „2017 gab’s einen Busunfall, bei dem gleich mehrere Kinder verletzt worden sind. Zum Glück nicht schwer.“ Das relativiere den Anstieg in der Statistik, „auch wenn jedes verletzte Kind natürlich eines zu viel ist. Die Zahl der Unfälle, bei denen es zur direkten Konfrontation von Kind und Fahrzeug gekommen sei, sei nicht angestiegen. Von 18 auf 36 erhöht habe sich dagegen die Zahl der als Mitfahrer verletzten Kinder.

Für die Verkehrswacht bleibt die Prävention deshalb ein unverändert wichtiges Anliegen: „Wir sind stolz darauf, dass wir hier in Oberhausen zusammen mit Stadt und Polizei ein Programm entwickelt haben, das neue Wege geht und mittlerweile schon bei den Allerkleinsten ansetzt, nicht erst bei der Verkehrserziehung in der Schule. Seit 2015 unterstützt die Verkehrswacht die Bewegungsförderung von drei- bis Fünfjährigen in der Kita: „Den Kitas werden Laufräder, Helme, Roller und ein pädagogischer Leitfaden zur Verfügung gestellt“, erklärt Elsenrath-Junghans. Mit wenigen Kitas fing’s an, inzwischen sind’s schon 42. „Weitere zehn kommen noch dieses Jahr hinzu. Wir sind mittlerweile so mutig anzukündigen, dass wir alle Kitas ausstatten werden“, freut er sich. Ganz billig ist das nicht: 700 Euro werden pro Kita fällig. „Aber das Projekt ist so gut angekommen, dass wir viele Sponsoren dafür gefunden haben.“ Auch die Sparkassen-Bürgerstiftung sei ein verlässlicher Unterstützer.

Bewegungsförderung enorm wichtig

Bewegungsförderung bedeute Verkehrssicherheit, betont Elsenrath-Junghans: „Wenn ein Kind auf dem Fahrrad den Arm rausstreckt und kann das Gleichgewicht nicht halten, ist das gefährlich.“ Balancetraining in der Kita, die Schulwegkampagne „Sicher zur Schule“ für Vorschüler, Radfahrausbildung in der Grundschule. Durch die jeweils altersgemäße Umsetzung der Verkehrserziehung erziele man gute Erfolge, ist Elsenrath-Junghans stolz: „Es kommt bei uns ganz selten vor, dass ein Kind den Fahrradführerschein nicht besteht. Das sieht in anderen Städten oft anders aus, weil die Kinder motorisch nicht so fit sind.“

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