Katholisches Klinikum

Klinik-Pleite: SPD sieht Versorgung in Osterfeld gefährdet

Das Marien-Hospital in Osterfeld müsse auf jeden Fall erhalten bleiben, sagt Ercan Telli, sozialpolitischer Sprecher der Oberhausener SPD.

Das Marien-Hospital in Osterfeld müsse auf jeden Fall erhalten bleiben, sagt Ercan Telli, sozialpolitischer Sprecher der Oberhausener SPD.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Oberhausener SPD fordert den Erhalt des Marien-Hospitals in Osterfeld. Die Gesundheitsversorgung sei durch die Insolvenz des KKO gefährdet.

Die SPD sorgt sich um den Gesundheits-Standort Osterfeld. Nach der Insolvenz des Katholischen Klinikums (KKO) ist aus Sicht der Sozialdemokraten die Versorgung in dem Stadtteil gefährdet. Daher der dringende Appell: Muss das KKO eines seiner drei Krankenhäuser in Oberhausen schließen, dürfe es auf keinen Fall das Marien-Hospital an der Nürnberger Straße treffen.

„In jedem Stadtteil muss es auch in Zukunft mindestens ein Krankenhaus geben“, sagt Ercan Telli, sozialpolitischer Sprecher der Oberhausener SPD-Fraktion. In Alt-Oberhausen und Sterkrade gibt es jeweils mehrere Häuser, das Marien-Hospital ist das einzige Krankenhaus in Osterfeld. Das KKO trage „die Verantwortung für die medizinische Versorgung der Bürger“. Dieser Verantwortung müsse das Unternehmen auch in schwierigen Zeiten gerecht werden.

Alarmglocken im Februar geläutet

Seinen Ärger über die Insolvenz des KKO kann und möchte er nicht verbergen. Die SPD habe bereits im Februar die Alarmglocken geläutet, als bekannt wurde, dass das KKO nun doch kein neues Reha-Zentrum in Osterfeld baut. Geplant war dies ursprünglich auf dem Gelände des alten Hallenbades. Weder die Politik noch die Stadt hatte das Katholische Klinikum damals frühzeitig in die Pläne eingeweiht, das Reha-Zentrum doch nicht in Osterfeld, sondern in Duisburg zu bauen. Diese damals „katastrophale und intransparente Kommunikation“ ärgert Telli bis heute.

Das Aus des Reha-Zentrums habe die derzeit gute Entwicklung des Stadtteils bereits gebremst, sagt auch Osterfelds Bezirksbürgermeister Thomas Krey (ebenfalls SPD). Drei Neubaugebiete im Stadtteil locken junge Familien nach Osterfeld, an der Gesamtschule entsteht mit einem neuen Multifunktionskomplex eine kleine Osterfelder Stadthalle, das Ausbildungszentrum der Bauindustrie wurde gerade eröffnet, der Revierpark wird mit einer Millionen-Förderung aufgewertet. „Schließt das Marien-Hospital, würde das diesen deutlichen Aufwärtstrend bremsen.“

Fragenkatalog an die Stadt gerichtet

Mit Spannung erwartet die SPD nun die Antwort der Stadt auf insgesamt 37 Fragen zur gesundheitlichen Versorgung in Oberhausen. Bereits im März hatten die Sozialdemokraten den Katalog auf den Weg gebracht. Ziel: Die SPD möchte klären, ob es schon jetzt Versorgungslücken in der Stadt gibt.

Sind etwa genügend Frauenärzte in Osterfeld vorhanden? Und ausreichend Psychotherapeuten in Alt-Oberhausen? Die Fragen hat der Gesundheitsbereich der Stadt an die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein weitergeleitet. Die Antworten sollen bis zur Ratssitzung im September vorliegen.

Multiresistente Keime und Ansteckungsgefahr

Die Fragen beziehen sich auf das gesamte Stadtgebiet. „Es geht um die wohnortnahe Gesundheitsversorgung aller Oberhausener Bürger“, sagt Ercan Telli. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen rückt der Gesundheitsstandort Osterfeld aber in den Fokus.“

Programme zur Förderung der Gesundheitsversorgung zielten bislang im Wesentlichen auf das gesamte Stadtbild, erklärte Amtsarzt Dr. Hans-Henning Karbach bereits zum vorgelegten Fragenkatalog der SPD. Das könne sich aber in Zukunft ändern, „wenn aus den Daten hervorgeht, dass einzelne Stadtteile in ihrer gesundheitlichen Entwicklung von denen anderer Quartiere abgehängt werden“.

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