Konzert

Knie verdreht - Spatzensänger Norbert Rier hält tapfer durch

In Oberhausen bespielten die Kastelruther Spatzen 2000 Fans in der verkleinerten König-Pilsener-Arena. Im Foto (v. li.): Walter Mauroner, Norbert Rier und Albin Gross.

In Oberhausen bespielten die Kastelruther Spatzen 2000 Fans in der verkleinerten König-Pilsener-Arena. Im Foto (v. li.): Walter Mauroner, Norbert Rier und Albin Gross.

Foto: Dirk Hein

OBERHAUSEN.   In Oberhausen beklatschten 2000 Fans in der Arena die Kastelruther Spatzen. Auch eine Skiverletzung konnte Sänger Norbert Rier nicht bremsen.

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Mit „Älter werden wir später“ zeigen sich die Kastelruther Spatzen auf den Tourbühnen immerjung: Doch beim Konzert in der König-Pilsener-Arena musste Sänger Norbert Rier mit einem Augenzwinkern zugeben: „Ein bisschen älter wird man schon.“

Der Südtiroler berichtet den gespannt lauschenden Fans, dass er sich zuletzt beim Skifahren das Knie verdreht habe. „Aber das wird schon!“ Beim Auftritt vor 2000 meist reiferen Fans in der allerdings stark verkleinerten Halle merkt man Rier, der vor gut einem Jahr eine Herz-OP überstanden hatte, nichts an. Die Spatzen setzen im Klatsch-Akkord auf die heilenden Kräfte der Dolomiten. Und ein bisschen heile Welt haben sie sich aus ihrer Heimat mitgebracht. Berge aus Pappe schmücken den Hintergrund, auf der Leinwand strahlt betont Gipfelromantik, bei der Fans begeistert jubeln und Nase-Rümpfer von allerunterster Schunkel-Schublade sprechen.

Bei den Kastelruther Spatzen gibt es immer zwei Meinungen, auch, weil sich Norbert Rier, Albin Gross, Valentin Silbernagl, Walter Mauroner, Karl Heufler, Rüdiger Hemmelmann und Kurt Dasser treu geblieben sind.

Die Einflüsse der Pop-Kultur sind stets an ihnen abgeperlt. Hits wie „Eine weiße Rose“, „Tränen der Dolomiten“ und „Gott hatte einen Traum“ sind traditionelle Volksmusik. Eigentümliche Genre-Wechsel einiger Kollegen haben die Spatzen gemieden.

Spatzen erscheinen als Western-Figuren

Darum wirkt fast revolutionär, dass die Musiker in Oberhausen beim Konzert-Intro in Foto-Montagen als die „Glorreichen Sieben“ vorgestellt werden und im Gewand von Western-Figuren stecken. Ein Schabernack, der ankommt.

Dass sie den Kontakt zu ihren Fans in mehr als 40 Jahren nie haben abreißen lassen, spricht für authentische Nähe. Der anwesende Fanclub aus dem Münsterland wird von Norbert Rier persönlich begrüßt. Und vielfache Wünsche werden erfüllt: Das „Lied der Donnervögel“ wird blitzartig von Applaus begleitet. Als Dank tragen Fans bunte Blumengebinde an den Bühnenrand. Ein schneller Handschlag und ein freundliches Nicken funktioniert auch während eines Bergsongs.

Nach Trompeten und Gitarren-Soli starten die Spatzen noch den Anti-Stress-Express. „Den brauchen wir in unserer hektischen Welt umso mehr.“ Die Fans nicken.

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