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Michael Wendler probt in Oberhausen für Stripper-Karriere

Oberhausen.  Anziehend oder anzüglich? Michael Wendler tritt bald mit einer Strip-Gruppe auf. Beim Konzert in der Turbinenhalle sahen Fans schon nackte Haut.

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Die Meinungen über Michael Wendler passen in keinen Kleiderschrank: Einige finden den Schlagerbarden anziehend, anderen platzt eher der Kragen. Den nach Florida ausgewanderten Dinslakener, der trotzdem noch erstaunlich häufig in seiner Heimat auftritt, begleiten seit Jahren munter Zu- und Weghörer gleichermaßen. Am Samstagabend waren die Wendler-Fans in der Oberhausener Turbinenhalle allerdings klar in der Überzahl. Beim „XXL-Konzert“ strickte der Wendler vor 2500 Anhängern kräftig an seinen Plänen für die nächste Wandlung: Der polarisierende Sänger plant Auftritte in einer Strip-Revue.

Dass solch ein Vorhaben mindestens das gesamte Universum tangiert, wollte einem wohl die Eröffnungsmelodie des zweistündigen Konzertreigens weismachen. Denn John Williams berühmte Star-Wars-Melodie erklingt und bereitet den Weg für ungewöhnlich freizügige 120 Konzertminuten. Während der Wahl-Amerikaner in den vergangenen Wochen kräftig die Strippen für die Teilnahme an einer Nackedei-Show zog, gibt es in der Turbinenhallen nun Klarheit. Dort sagt er: „Ja, ich werde ein Mitglied der Sixx-Paxx!“

Auszieh-Wendler zeigt sich bedeckt

Hinter den Sixx-Paxx verbirgt sich eine angesagte Männer-Strip-Gruppe, die momentan mit recht wenig Garderobe im Gepäck quer durch Deutschland tourt. So etwas spricht sich herum. Zum Konzertbeginn belässt es der Schlagersänger noch bei Anspielungen, murmelt bei seinem Song „180 Grad“ ein „Ganz schön heiß hier“ ins Mikrofon. Später verschwinden letzte Zweifel, als zu seinem Allzeit-Gassenhauer „Sie liebt den DJ“ die Strip-Profis als Überraschungsgäste mit entblößten Oberkörpern die Background-Tänzer geben. Ergebnis: Zurück in die Kreisch-Zeit!

Dass auch Michael Wendler selbst künftig atemlos und kleiderlos über die Bühne flitzt, darauf sollten sich Fans aber besser nicht einstellen. Das deutet der Sänger in Oberhausen selbst an und begründet dies auch: „Ich bin doch schon fast 50!“ In der Turbinenhalle zeigt sich der Auszieh-Wendler bedeckt und belässt es dabei, seine ärmellose weiße Weste über dem schwarzen Glitzer-Shirt abzulegen.

Ein tragender Teil der Sixx-Paxx-Show soll er trotzdem werden. Bereits am 19. Oktober könnte es in der Bonner Stadthalle soweit sein. Auch Boyband-Veteran Marc Terenzi gab dort übrigens schon als Gaststar den Teilzeit-Stripper. Dass damit nicht nur Frauenherzen mehr oder weniger heißlaufen, sondern auch Karten- und Plattenverkäufe angeheizt werden sollen, muss man sicher nicht erklären.

Boot-Parade und Palmenkulisse

Richtig sommerlich zeigt sich der Wendler bei seinem Konzert in Oberhausen vornehmlich in eingespielten Videoclips, die über die XXL-Leinwand flimmern: Diese zeigen sonnige Palmenkulissen aus seiner Wahlheimat Miami. Und es sind Posen dabei, bei denen vermutlich selbst Sonny Crockett und Ricardo Tubbs aus der Ermittler-Serie Miami Vice neidisch die Ray-Ban-Sonnenbrillen hochziehen würden: Michael Wendler vor einem Boot. Michael Wendler auf dem Boot. Michael Wendler verlässt das Boot.

Die Fans in der Turbinenhalle fahren gerne mit. „Was wäre wenn“, „Unser Zelt auf Westerland“ und „Wenn alle Stricke reißen“ kennen sie auswendig. Eine Gruppe von jüngeren Mädels bahnt sich mit blinkenden Haarreifen den Weg zum Bühnengraben. Ein Pärchen verschafft sich in der dichten Szenerie etwas Platz für einen Spontan-Discofox. So zieht das Konzert munter seine Kreise – und noch beim Verlassen der Halle grüßt der 4/4-Takt.

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