Straßenverkehr

Oberhausener Grüne fordern Vorfahrt für Radler

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Flickenteppich Königshardter Straße. Die Radwege verlaufen außerdem zu dicht am Pkw-Verkehr.

Flickenteppich Königshardter Straße. Die Radwege verlaufen außerdem zu dicht am Pkw-Verkehr.

Foto: Michael Dahlke

Oberhausen.   Bezirksbürgermeister Ulrich Real (SPD) setzt auf ein klares Radfahr-Konzept: eigene Fahrspuren für den Pkw- und Radverkehr parallel zur Straße.

Mitte Juli sorgte eine verkehrspolitische Forderung der Grünen in Oberhausen für viel Aufsehen: „Vorfahrt für Radler“. Es müsse endlich mehr dafür getan werden, dass die Oberhausener auch wirklich vom Auto aufs Fahrrad umstiegen: Tempolimits für Straßen ohne Radwege, so lautet eine der Anregungen der Grünen. Oder: Harte Strafen gegen Falschparker auf Radwegen. Zudem sprachen sich die Grünen für ein zentral gelegenes Fahrradbüro in Oberhausen aus.

Kritisch reagieren jetzt die Sozialdemokraten aus dem Stadtnorden darauf. „Die Vorfahrt für ein bestimmtes Verkehrsmittel darf nicht zur Behinderung anderer Verkehrsmittel führen“, erklärt Ulrich Real, Sterkrader Bezirksbürgermeister und planungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Gezielte Behinderungen des Pkw-Verkehrs seien nicht nur ökologisch völlig unsinnig, sondern gefährdeten auch „die notwendige Akzeptanz des Radverkehrs“, warnt der Sozialdemokrat.

Nachbar Niederlande als Vorbild

Real verweist auf die niederländischen Nachbarn Nordrhein-Westfalens. Der Radverkehr in Holland werde stets über einen eigenen Radweg parallel zur Straße geführt. Konflikte mit parkenden Autos gebe es dort nicht, weil Auto und Räder jeweils eine eigene Fahrbahn hätten. Ulrich Real: „Die Radwege haben sogar häufig eigene Ampelanlagen.“

Für den Sozialdemokraten ist das der genau richtige Weg in eine radfahrerfreundliche Zukunft. Zudem hätten die niederländischen Nachbarn ein einheitliches Radverkehrskonzept, das im gesamten Land gelte.

Radweg endet im Nirwana

Und dann wirft Ulrich Real einen beispielhaften Blick auf die Situation im Stadtnorden: „Fahren Sie einmal mit dem Rad von Königshardt nach Sterkrade“, sagt er, um den Flickenteppich an Radfahr-Regelungen in den Blick zu rücken.

„Erst geht es ein Stück über einen kombinierten Fuß- und Radweg. Dann folgt ein Stück rot gepflasterter Radweg neben dem Fußgängerweg. Weiter geht es über eine Straße ohne festgelegte Bereiche für Fußgänger und Radfahrer. Kurz vor dem Ziel weiter über einen Radfahrstreifen auf der Straße. Der endet aber an einer Ampelkreuzung im Nirwana.“

Problem: Jede Kommune hat ein eigenes Konzept

Die Ursache für diese, aus seiner Sicht chaotische Situation sieht Ulrich darin, dass jede Kommune in Abhängigkeit von verschiedenen Fördertöpfen einen Flickenteppich diverser Radverkehrskonzepte umsetze. Der Sozialdemokrat fordert: „Auf der Grundlage der RVR-Planungen sollten wir uns für ein einheitliches Radverkehrskonzept zumindest für das Ruhrgebiet einsetzen.“

Zur Forderung der Grünen, ein städtisches Fahrradbüro einzurichten, sagt Real: „Vielleicht hat der neue Vorstand der Grünen übersehen, dass bereits seit Jahren in Trägerschaft des Zentrums für Ausbildung und Qualifizierung (ZAQ) eine Fahrradstation als Service-Einrichtung am Hauptbahnhof existiert.“

>>> Leihfahrräder schon ab 6 Euro pro Tag

Neben einem Service (Information, Beratung, Fahrradeinstellung, Radboxenvermietung, Pannenservice, Reparatur, Verkauf von Gebrauchträdern etc.) bietet die Radstation auch Leihfahrräder an. Kosten: ab 6 Euro pro Tag und Rad. Kontakt: 0208-855174; Mail: radstation@zaq-oberhausen.de.

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