Neue Anlaufstellen

Oberhausen investiert Viertelmillion Euro in Seniorenarbeit

Auch für das Ausfüllen von Anträgen oder Formularen gibt es in den Quartiersbüros Rat und Hilfe.

Auch für das Ausfüllen von Anträgen oder Formularen gibt es in den Quartiersbüros Rat und Hilfe.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Stadt Oberhausen bietet älteren Bürgern neue Anlauf- und Beratungsstellen an. Dafür investiert sie 250.000 Euro pro Jahr aus eigenen Mitteln.

Die Stadt Oberhausen nimmt jährlich eine Viertelmillion Euro in die Hand, um ältere Bürger in den einzelnen Stadtteilen besser zu unterstützen. Neue, sogenannte Quartiersbüros dienen den Senioren als Anlaufstelle, wo sie Antworten auf drängende Fragen und Hilfe bei konkreten Problemen erhalten.

Vier Quartiersbüros bieten ihre Dienste schon seit längerer Zeit an; jetzt, nach Beendigung der Modellphase, wird das Projekt um zwei weitere Anlaufstellen ergänzt. Da im kommenden Jahr eine Förderung des Landes ausläuft, muss die Stadt die gesamten Kosten mit eigenen Mitteln stemmen. 2020 belaufen sie sich auf jährlich 210.000 Euro, in den Folgejahren bis 2023 muss die Stadt jeweils 250.000 Euro bezahlen. So wird es der Rat aller Voraussicht nach in seiner nächsten Sitzung am 23. September offiziell besiegeln.

Informationen zu häuslicher Pflege

Die sechs Quartiersbüros sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt – in Osterfeld, Alstaden/Lirich, Sterkrade-Mitte, Sterkrade-Nord, Oberhausen-Ost und in Stadtmitte/Styrum. Kann ich eine Haushaltshilfe beantragen? Welche Freizeitmöglichkeiten gibt es in meinem Stadtteil? Gibt es Senioren-Treffpunkte? Wo finde ich eine häusliche Pflegekraft? Fragen wie diese können die älteren Oberhausener in offenen Sprechstunden stellen. Es liegen Flyer und Info-Broschüren zu verschiedenen Themen aus.

Durch die Unterstützung der Senioren in ihrem direkten Wohnumfeld möchte die Stadt dafür sorgen, dass die älteren Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben können statt in ein Pflegeheim ziehen zu müssen. Die Nachbarschaftshilfe soll gestärkt, neue Wohnprojekte wie Alten-WGs initiiert werden. Die Projektphase dauert zunächst bis 2023. Danach entscheidet der Rat darüber, ob das Projekt fortgesetzt oder gestrichen wird.

Ein so breit aufgestelltes Angebot vorzuhalten sei nicht weniger als ein „Paradigmenwechsel in Oberhausen“, meinte Ercan Telli jüngst in einer gemeinsamen Sitzung von Seniorenbeirat und Sozialausschuss. Mit seinem ausgesprochenen Lob stand der sozialpolitische Sprecher der SPD nicht alleine da. Auch Hans Tscharke (CDU) betonte, „wie wichtig eine gute Seniorenarbeit für unsere Stadt ist“.

Bessere Vernetzung

Positiv aufgenommen hat die Politik auch die Trägervielfalt der jeweiligen Büros. Das werde dafür sorgen, dass sich die einzelnen Akteure künftig untereinander noch mehr als sonst absprechen und vernetzen. Für das Quartiersbüro Sterkrade-Nord hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Trägerschaft übernommen, für Sterkrade Mitte das Seniorenzentrum Gute Hoffnung Leben, für Osterfeld der Verein Pro Wohnen International, für Alstaden/Lirich die Caritas, für Mitte/Styrum das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und für Oberhausen-Ost die Lebenshilfe.

Mit den einzelnen Trägern hat die Verwaltung entsprechende Verträge geschlossen, die Kosten trägt sie selbst. „Die Stadt ist finanziell eng gestrickt“, erinnerte der neue Sozialdezernent Frank Motschull im Ausschuss an die angespannte Haushaltslage. „Wir werden dennoch ein tragfähiges Finanzierungskonzept erarbeiten.“

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