Schulpartnerschaft

20-jährige Schulpartnerschaft mit Saporishja ausgezeichnet

20 Jahre Partnerschaft ausgezeichnet: Schulleiter Sascha Reuen (re.) und die Lehrer Ursula Birk und Wolfgang Flik mit Schülern.

20 Jahre Partnerschaft ausgezeichnet: Schulleiter Sascha Reuen (re.) und die Lehrer Ursula Birk und Wolfgang Flik mit Schülern.

Foto: Bertha-von-Suttner-Gymnasium

OBERHAUSEN.   Von der Bühneninszenierung bis zur historischen Stadtforschung – diese Schulpartnerschaft zeigt seit 20 Jahren Kreativität und Einfallsreichtum.

Der Saporishja-Platz am Bert-Brecht-Haus rückt es sozusagen täglich in den Blickpunkt: Saporishja in der Ukraine ist eine langjährige Partnerstadt Oberhausens. Und diese Partnerschaft spiegelt sich ebenso in der lokalen Bildungslandschaft: Seit nun schon 20 Jahren pflegt das Bertha-von-Suttner-Gymnasium eine Schulpartnerschaft mit dem dortigen Gymnasium Nr. 46.

Regelmäßige Besuche zählen über all die Jahre zum Programm. Wegen dieser intensiven, kontinuierlichen Zusammenarbeit beider Schulen ist das Oberhausener Gymnasium an der Bismarckstraße nun vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz mit der „PASCH“-Plakette ausgezeichnet worden. Das Netzwerk „Schulen: Partner der Zukunft“ (kurz: PASCH) ist hier der Namensgeber.

Ein Ankerpunkt in Zeiten politischer Verunsicherung

„Dieser Verdienst geht maßgeblich auf Ursula Birk und Wolfgang Flik zurück, die seit Beginn der Schulpartnerschaft den themen- und projektorientierten Austausch von deutscher Seite aus verantworten“, berichtet das Bertha-von-Suttner-Team in einer aktuellen Mitteilung. Der interkulturelle Austausch zwischen Oberhausen und Saporishja finde auf beiden Seiten immer wieder große Resonanz, heißt es. Gerade in Zeiten politischer Verunsicherung, in der auch der europäische Gedanke immer stärker infrage gestellt werde, sei dieser Brückenschlag ein wichtiger Beitrag in Richtung zu mehr Völkerverständigung.

Die Bilanz der zurückliegenden Jahrzehnte kann sich sehen lassen: Insgesamt mehr als 280 Schülerinnen und Schüler des „Bertha“ haben die ukrainische Industriestadt und das Partnergymnasium in Saporishja kennengelernt. Noch mehr ukrainische Jugendliche konnten nach Oberhausen kommen, da es hier immer wieder Familien gibt, die einen ukrainischen Gast aufnehmen, ohne dass ihr Kind im Gegenzug in die Ukraine gefahren ist.

Viele echte Freundschaften entstanden

Traditionell fällt dieser Gegenbesuch stets in die zwei Wochen vor der Projektunterrichtswoche mit dem Schulfest am „Bertha“ als Abschiedsveranstaltung. „Dann fließen oft Tränen fließen, denn über all die Jahre sind viele echte Freundschaften entstanden“, unterstreichen die Oberhausener Gastgeber.

Die osteuropäischen Jugendlichen und ihre Lehrerinnen und Lehrer nehmen stets an Projekten mit ihren deutschen Partnern teil. Ein besonderer Akzent wurde dabei zum Beispiel im vorigen Jahr gesetzt, als mit Unterstützung von Theaterpädagogen eine gemeinsame Bühneninszenierung einstudiert und anlässlich des Schulfests vor großem Publikum in der Aula aufgeführt wurde. Auch politische, historische, gesellschaftliche oder künstlerische Themen rücken immer wieder in den Blickpunkt.

Auf den Spuren des Strukturwandels im Ruhrgebiet

So wurde auch schon die Geschichte der Stadt Oberhausen erforscht und die Spuren des Strukturwandels im Ruhrgebiet wurden erkundet. Und das alles unter einem passgenauen Signet aus einer Hand: Das Logo für die Partnerschaft haben deutsche und ukrainische Jugendliche zusammen selbst entworfen.

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