Prozessauftakt

Oberhausener (31) wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht

Ein 31-jähriger Oberhausener muss sich wegen schwerer Brandstiftung vor dem Duisburger Landgericht verantworten.

Ein 31-jähriger Oberhausener muss sich wegen schwerer Brandstiftung vor dem Duisburger Landgericht verantworten.

Foto: Volker Hartmann / dpa

Oberhausen.  In insgesamt zehn Fällen soll der Angeklagte im Stadtgebiet immer wieder gezündelt haben. Prozessauftakt am Landgericht Duisburg.

Wegen schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung steht ein 31-jähriger Oberhausener vor dem Landgericht Duisburg. Zwischen Januar 2015 und Februar 2017 soll er an der Humboldtstraße und der Grenzstraße, im Süden der Innenstadt, in insgesamt zehn Fällen wieder gezündelt haben. Ein Verfahren mit einer langen und komplizierten Geschichte: Die Staatsanwaltschaft klagte die Sache vor zwei Jahren beim Landgericht Duisburg an. Die Kammer kam nach Sichtung der Aktenlage und Einholung eines Brandgutachtens zu der Einschätzung, dass es sich in allen Fällen nur um Sachbeschädigung gehandelt habe, und eröffnete das Verfahren beim Amtsgericht Oberhausen.

Dort wurde der Fall auch zunächst verhandelt. Doch das Schöffengericht kam im Rahmen der Beweisaufnahme zu der Annahme, es könne sich doch um schwerwiegendere Verbrechen handeln und gab den Fall wieder ans Landgericht. Das verweigerte die Annahme. Am Ende entschied das Oberlandesgericht. Und wie fast immer in solchen Fällen kam es zu dem Schluss, dass das Landgericht verhandeln müsse. Vor der 10. Großen Strafkammer legte der Angeklagte zu Prozessbeginn ein rückhaltloses Geständnis ab: In zehn Fällen hatte er im Tatzeitraum, in der Regel nachts, Mülltonnen oder in Hausfluren herum liegende Zeitungen angezündet. In einem Fall zerstörte er in der Filiale eines Geldinstituts an der Marktstraße einen Kontoauszugsdrucker.

Angeklagter kann sich an Taten kaum erinnern

Der gravierendste Fall ereignete sich am 21. Januar 2017 an der Humboldtstraße, als der 31-Jährige Spermüll in einem Keller anzündete. Aufgrund der starken Rauchentwicklung musste die Feuerwehr einen Mann aus seiner Wohnung retten. Bei einer anderen Brandlegung griffen im Oktober 2016 die Flammen aus einem Müllcontainer auf die Hintertür eines Hauses über. Erst kurz vor Beginn der Taten war der Angeklagte nach Oberhausen gezogen, arbeitete als Staplerfahrer, seine Ehefrau schenkte zwei Kindern das Leben. „Irgendwie habe ich die falschen Leute kennengelernt“, berichtete er.

Immer öfter und irgendwann jeden Tag stand er nach der Schichtarbeit mit vermeintlichen Freunden am Hauptbahnhof herum und sprach dem Alkohol zu. Kein Wunder, dass es bald auch familiäre Probleme gab. An die Taten erinnert sich der Angeklagte nur noch in groben Zügen. „Manchmal, wenn ich aufstand, um zur Arbeit zu gehen, wusste ich ja nicht einmal mehr, wie ich ins Bett gekommen war.“ Über Einzelheiten der Motivlage für die Taten soll erst zu einem späteren Zeitpunkt gesprochen werden. Bis Ende November sind zwei weitere Sitzungstage vorgesehen.

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