Neues Freizeitangebot

Oberhausener ab 55 Jahren wollen nicht auf dem Sofa hocken

Die Initiatoren des Netzwerks 55 plus: (v.li.) Svenja Ricken (Paritätischer), Nese Öczelik vom Büro für Chancengleichheit, Heike Kehl-Herlyn (Paritätischer), Matthias Ruschke und Gesa Reisz (beide Volkshochschule).

Die Initiatoren des Netzwerks 55 plus: (v.li.) Svenja Ricken (Paritätischer), Nese Öczelik vom Büro für Chancengleichheit, Heike Kehl-Herlyn (Paritätischer), Matthias Ruschke und Gesa Reisz (beide Volkshochschule).

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Leseabende, Städtetouren, Spaziergänge: An Ideen mangelt es nicht beim neuen Netzwerk 55 plus in Oberhausen. Keiner muss auf dem Sofa sitzen.

Mit ihrer Idee, ein „Netzwerk 55 plus“ zu gründen, haben die Initiatoren von Volkshochschule, dem Paritätischen und dem Büro für Chancengleichheit ins Schwarze getroffen. Über 100 Interessierte versammelten sich im großen Saal der VHS. Das Interesse daran, Kontakte zu knüpfen, neue Leute kennen zu lernen und mit ihnen etwas zu unternehmen, ist in Oberhausen offensichtlich riesengroß. Die Organisatoren des ersten Treffens zeigten sich von der gewaltigen Reaktion auf ihren Aufruf positiv überwältigt.

Ob noch in Arbeit, in Altersteilzeit oder im Ruhestand – die jung gebliebene Generation ab 55 will ihre Freizeit unbedingt aktiv und abwechslungsreich gestalten und hat dafür sehr vielfältige Ideen. Es fehlt aber häufig an Mitstreitern. Ganz wichtig: Hier geht’s nicht darum, einem Verein beizutreten oder sich einer bestehenden Gruppe eines Anbieters anzuschließen und schon gar nicht darum, ein Ehrenamt zu übernehmen. „Die alte Struktur, sich an bestimmte Träger zu binden, ist nicht mehr trendig“, sagte Heike Kehl-Herlyn vom Paritätischen. Man wolle lieber selbst etwas gestalten und auf die Beine stellen, von der einmaligen Aktion bis hin zur regelmäßigen gemeinsamen Freizeitgestaltung.

An Kontaktfreude mangelt es in Oberhausen nicht

Die erste Zusammenkunft der am Netzwerk Interessierten bewies: An Kontaktfreude mangelt es keineswegs. Schnell kamen Leute, die sich zuvor nie gesehen hatten, in Kleingruppen miteinander ins Gespräch. Die Palette der ersten Angebote, die stattfinden sollen, reicht von Fahrradtouren mit und ohne E-Bike über Wandern, einen Stammtisch für 55- bis 60-Jährige, gemeinsame Besuche kultureller Veranstaltungen wie Theater, Kleinkunstbühne oder Kino, Discos für über 55-Jährige, einen Lesekreis, Spielabende und Doppelkopfrunde, bis hin zur gemeinsamen Meditation oder Spaziergängen mit Hunden.

Weitere Ideen, die an diesem Abend besprochen wurden: Nachbarschaftstreffen, Fotogruppe und Gesprächsrunden auf Englisch oder Niederländisch oder selbst organisierte Stadtteil-Rundgänge, Städtetouren, Nordic Walking oder Motorradfahrer-Treffen. Alle Themengruppen sollen offen für alle Interessierten sein. Jeder kann an einem Angebot oder an mehreren Aktivitäten teilnehmen. Die Termine werden miteinander abgesprochen. Es sollen sich immer neue Gruppen bilden können. Der Titel des Aufrufs zur Beteiligung ist Programm: Das Beste kommt noch! Die Initiatoren sorgen dafür, dass die Koordination funktioniert. „Wir sind die Spinne im Netzwerk“, sagte VHS-Leiterin Gesa Reisz. Die Teilnehmer des ersten Netzwerktreffens kamen aus allen Oberhausener Stadtteilen. Etwa die Hälfte von ihnen ist noch berufstätig, viele in Altersteilzeit oder noch frisch im Ruhestand. Das Durchschnittsalter der an gemeinsamen Freizeitaktivitäten mit Gleichgesinnten Interessierten beträgt 64 Jahre.

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