Verzögerter Bauantrag

Oberhausener wartet ein Jahr auf Bewilligung des Bauantrages

Auf dem Neubau des Jobcenters Oberhausen an der Gutenbergstraße verwandelt ein Gewächshaus das Dach in eine grüne Oase. Auch Oberhausener Michael Brandt würde sein Garagendach gerne in eine grüne Dachterrasse verwandeln – wenn er nur endlich eine Baugenehmigung dafür erhalten würde.

Auf dem Neubau des Jobcenters Oberhausen an der Gutenbergstraße verwandelt ein Gewächshaus das Dach in eine grüne Oase. Auch Oberhausener Michael Brandt würde sein Garagendach gerne in eine grüne Dachterrasse verwandeln – wenn er nur endlich eine Baugenehmigung dafür erhalten würde.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Oberhausen.  Michael Brandt will sein Garagendach in eine grüne Terrasse verwandeln. Doch auf die Bewilligung des Bauantrags wartet er nun schon über ein Jahr.

Michael Brandt wirft dem Oberhausener Bauamt eine allzu schleppende Bearbeitung seines im Mai 2018 eingereichten Bauantrages für die Errichtung einer Dachterrasse auf seiner Garage vor. „Der ist bis heute nicht bewilligt, eine Nachbesserungsforderung folgt der anderen.“

Diese Verzögerung habe ihn bereits „einen fünfstelligen Betrag“ gekostet. Was für den 49-jährigen Oberhausener das Fass zum Überlaufen bringt: „Die Baumaßnahme ist – in etwas abweichender Form – bereits 2002 schon einmal genehmigt worden.“ Dabei ging es um den Bau einer Doppelgarage auf seinem Grundstück. „Der Rohbau steht seit 2002, konnte damals aber aus persönlichen Gründen nicht fertig gestellt werden und hat leider noch immer kein Dach.“

Das Grundstück neu vermessen

Brandt hat das Grundstück inzwischen neu vermessen lassen müssen, er hat eine Architektenzeichnung überarbeitet und neu eingereicht. „Gleiches gilt für alle benötigten und vom Bauamt angeforderten Unterlagen.“ Ursprünglich hatte er eine sechs Meter breite Doppelgarage grenzständig zum Nachbargrundstück direkt neben sein Haus setzen wollen. „Da es sich bei einer Garage um einen Sonderbau handelt, entfallen die sonst nötigen Grenzabstände zum Nachbarn“, erläutert der Bauherr. Weil er sich aber diesmal dazu entschloss, auf seiner Garage auch noch eine drei Meter breite Dachterrasse anzulegen, geriet sein Plan ins Stocken. „Denn durch die Terrasse ist plötzlich doch ein Grenzabstand erforderlich – auch wenn ich die zweite Hälfte des Gebäudes gar nicht benutze.“

Zwei Garagen nebeneinander

Lösung des Problems, die ihm das Bauamt vorgeschlagen habe: „Zwei einzelne Garagen, die wir direkt nebeneinander setzen sollen.“ Für Brandt ein „bürokratischer Schwachsinn“, der die Kosten für ihn weiter in die Höhe treibe. Trotzdem: „Mein Architekt und ich legten die Pläne wie gefordert am 3. Dezember 2018 erneut vor – aber bis heute hat sich nichts getan.“ Für die Bereitstellung seines Baukredites müsse er längst Zinsen zahlen.

Das sagt die Stadt dazu

Für Bauamt und Stadtplanung dagegen stellt die Doppelgarage mit Terrasse baurechtlich eine Erweiterung des Einfamilienhauses dar. Entsprechend habe der Antrag formuliert werden müssen. Stadtsprecher Frank Helling betont: „Bei dem Antrag handelt es sich sogar um eine erhebliche Erweiterung des Wohngebäudes in den rückwärtigen Gartenbereich, einschließlich einer erheblichen Veränderung des Grundstücksniveaus, um dort anfallenden Bodenaushub zu verbringen.“ Richtig sei, dass der Oberhausener bereits 2002 einen Bauantrag gestellt hatte, der über die durch den Bebauungsplan festgesetzte rückwärtige Baugrenze hinausgegangen sei.

Vorhaben war nicht zustimmungsfähig

„Für das damalige Vorhaben waren Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes erforderlich“, führt Helling aus. Dass der Bauherr die seinerzeitige Baugenehmigung nicht genutzt habe, liege in Umständen begründet, „die nicht von der Stadt Oberhausen zu vertreten sind“. Mit dem jetzigen Antrag gehe Brandt nochmals deutlich über die damaligen zugestandenen Befreiungserfordernisse hinaus. „Die nachgeforderten Unterlagen dienten dazu, den Antrag überhaupt erst sachgerecht prüfen zu können.“

Dabei stand schnell fest: Das Vorhaben sei nicht zustimmungsfähig gewesen. In einem Beratungstermin mit seinem Architekten seien Möglichkeiten erläutert worden, wie sein Vorhaben genehmigungsfähig umgestaltet werden könnte. „Auf Basis dieses Gespräches hat Herr Brandt zwischenzeitlich eine überarbeitete Fassung vorgelegt, die derzeit in der Prüfung ist.“ Weshalb aber zieht sich diese Prüfung schon so lange hin? Auf diese Frage antwortet Helling in einer schriftlichen Stellungnahme zwar nicht ausdrücklich, aber er verweist auf einen Personalmangel auch in Bauamt und Stadtplanung.

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