Drogenszene

Polizei und Behörden gehen gegen Dealer in Oberhausen vor

Gemeinsam zeigten sie Stärke: Polizei, Bundespolizei, Verwaltung,Gewerbeaufsicht und Ausländerbehörde.

Gemeinsam zeigten sie Stärke: Polizei, Bundespolizei, Verwaltung,Gewerbeaufsicht und Ausländerbehörde.

Oberhausen.   Es ist ein Zug durch die Gemeinde aller, die auf der Seite des Gesetzes stehen. Gemeinsam gehen sie gegen Dealer und andere Kriminelle vor.

Es ist ein Zug von Recht und Gesetz durch die Gemeinde. Könnte man sagen. Am Dienstagabend machen Mitarbeiter von Polizei, Bundespolizei, Gewerbeaufsicht und Ausländerbehörde und Verwaltung gemeinsame Sache. Die Einsatzleitung hat Rechtsdezernent Frank Motschull. Rund 30 Männer und Frauen wollen unter seiner Regie in der City Dealer ausfindig machen, Schwarzarbeiter oder Ausländer, deren Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen ist.

Ein Wettbüro ist die erste Anlaufstelle

Nach einer Lagebesprechung im Polizeipräsidium geht es los. Die erste Anlaufstelle ist ein Wettbüro in der Innenstadt. Polizeifahrzeuge kesseln das Haus mit dem Wettbüro praktisch ein. Polizeibeamte gehen ins Gebäude. Niemand kommt da mehr rein oder raus. Junge Männer kauern wie arme Sünder auf Bänken in den Räumlichkeiten. Fußballspiele flackern über große Bildschirme hoch über ihnen an der Wand. Ein Mann wird von einem Polizisten erwischt, als er gerade ein Päckchen Drogen in der Toilette runter spülen will. Drei junge Männer werden mit Handschellen abgeführt. Eine verdächtige Gießkanne wird im Bereich eines Fensters entdeckt. „Könnte ein Drogenversteck sein“, sagt einer.

Im vermüllten Hof neben dem Wettbüro halten derweil zwei Polizisten Wache, dass da niemand aus den Hinterfenstern der Geschäftsräume flitzen geht. Drogenspürhund Hektor unterstützt sie. Der weiß-schnautzige vierbeinige ältere Herr, der in diesem Jahr in Rente geht, ist genauso unaufgeregt wie alle am Einsatz beteiligten. Unaufgeregt , aber doch effizient.

Während des Einsatzes in der Spielhalle braucht ein Polizeibeamter in der Nähe des Bahnhofs Unterstützung, weil er eine verdächtige Person auf einem Fahrrad gesichtet hat. Zwei Kollegen eilen dem Beamten entgegen. Eine Mieterin des Hauses, die im Eingangsbereich die Aktion verfolgt, sagt nur: „Endlich.“ Und dass die Dealer vor der Tür immer mal wieder in Streit gerieten, sich prügelten. „Dann liegen hier die ganzen Drogen herum, die sie fallen lassen“, sagt die Frau. „Das geht nicht, hier wohnen doch auch Kinder“, erklärt sie. Es waren übrigens Beschwerden über die Zustände in der City, die zu dem Einsatz führten. An der „Mobilen Wache“ der Polizei hatten Bürger ihren Unmut geäußert.

Zivilfahnder haben die Lage sondiert

Was an dem Abend beim Wettbüro allerdings auffällt, ist, das sonst immer recht viele Männer vor dem Gebäude stehen, während dort plötzlich gähnende Leere herrscht. Dabei haben extra Zivilfahnder vor dem Einsatz die Lage vorsichtig sondiert, um Kriminelle nicht aufzuschrecken, um zu schauen, wo es sich für die Kollegen lohnen könnte.

Ein weiterer Ort wird an dem Abend von den Ordnungskräften für würdig befunden, mal beleuchtet zu werden. Es ist eine Sportsbar. Hier bietet sich dem Beobachter ein etwas obskures Bild: Ein junger Mann hat die Hände auf dem Rücken mit Handschellen gefesselt. Im Mund hängt ihm eine Zigarette, und er murmelt: „Ich wollte nur Pizza essen.“ Ein anderer Mann schimpft draußen über die Einsatzkräfte. „Ein Kindergarten ist das, was sind die wichtig.“ Vor der Sportsbar rotten sich immer mehr junge Männer zusammen, die schauen, was da passiert. Und denen der Unmut über so viel Polizei anzusehen ist.

Konkrete Ergebnisse gibt es später

Junge Männer werden kontrolliert. Personalien werden durchgegeben, um zu schauen, ob gegen jemanden etwas vorliegt. Da Polizisten mit Festgenommenen immer zum Präsidium fahren müssen, schrumpft das Team langsam. Doch ein Punkt wird doch noch ins Visier genommen, eine Trinkhalle. Auch Dealer müssen sich ja mal stärken.

Das war es dann aber auch für diesen Abend. „Diese Zusammenarbeit ist gut“, sagt Frank Motschull. Ihre Einsätze sollten sich in der Szene rumsprechen.

Konkrete Ergebnisse des Einsatzes wird die Polizei am Mittwoch bekannt geben.

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