Hundeschutz

Portugiesische Glückspilze treffen sich in Oberhausen

Fröhliche Zwei- und Vierbeiner beim Treffen der „Glückspilze“ auf dem Gelände des Polizeihundevereins in Klosterhardt. Sie sind den widrigen Lebensbedingungen in ihrer Heimat entronnen.

Fröhliche Zwei- und Vierbeiner beim Treffen der „Glückspilze“ auf dem Gelände des Polizeihundevereins in Klosterhardt. Sie sind den widrigen Lebensbedingungen in ihrer Heimat entronnen.

Foto: Heinrich Jung

oberhausen.   Auf der iberischen Halbinsel kümmert man sich kaum um herrenlose Hunde. Der Verein Tierschutz Andalusien springt ein.

Auf dem Gelände des Polizei-Hundesportvereins an der Schwarzwaldstraße treffen sich die Glückspilze: Über 50 herrlich fröhlich bellende Vierbeiner, die in Oberhausen und Umgebung eine neue Heimat gefunden haben, treffen an diesem Tag dort auf Einladung des Vereins „Tierschutz Andalusien“ mit ihren neuen Frauchen und Herrchen ein. Glückspilze heißen sie, weil sie dem Schicksal von Heimtieren auf der iberischen Halbinsel entronnen sind.

2009 rief Claudia Costanza den Verein ins Leben. Bei einer Reise war ihr aufgefallen, dass sich dort Hunde ungehindert vermehren können – doch selbst Privatbesitzer setzen dort angeblich ihren Nachwuchs häufig aus und werden in „Tierheimen“ als Tötungsstationen entsorgt.

Besitzer tauschten sich aus

Anders ist das nach Angaben von Costanza beim gemeinsamen Tierheim der beiden portugiesischen Gemeinden Vilareal de Santo Antonio und Castro Marin an der Grenze zu Spanien.

Damit aber dieses Tierheim so arbeiten kann, wie Tierheime es bei uns tun, unterstützt der von Costanza gegründete Verein es von Deutschland aus massiv.

Um die nötigen Einnahmen zu erzielen, waren auch beim jüngsten Treffen an der Schwarzwaldstraße Verkaufsstände für Hunde-Zubehör und Futter aufgeboten, gab es für die Besucher Speisen und Getränke. Die Glückspilze selbst lernten sich kennen. Und ihre Besitzer tauschten sich untereinander über ihre Erfahrungen aus.

Alle fünf Wochen fährt ein Transporter 2478 Kilometer

Marlies und Gerhard Bundermann aus Mülheim haben schon vor 13 Jahren einen Schäferhund-Mischling aus Andalusien mitgebracht. Mittlerweile sorgen sie für vier Hunde von dort. Denn das Guadi Centro de Ani­mais läuft über. Es beherbergt bis zu 160 Hunde und 300 Katzen.

„Gerade auf dem Land wird sich um Hunde nicht gekümmert“, erzählte Marlies Bundermann. „Jüngst wurde eine ganze Kiste mit Welpen dort abgegeben, die dritte innerhalb weniger Tage“, berichtete Ute Bluhmki aus Königshardt. Eines der Jungen hatte noch nicht einmal die Augen geöffnet. Während die Bundermanns mit ihren vier Hunden beschäftigt sind, engagiert Bluhmki sich mit 15 anderen Mitstreitern im Verein.

Der stellt Geldspenden bereit, aber auch Sachspenden. Dabei reicht das Spektrum von Halsbändern über Hundehütten bis hin zu Medikamenten und Futter. Alle fünf Wochen pendelt ein Transporter des Vereins auf der 2478 Kilometer langen Strecke, nimmt Hilfsgüter mit und bringt Tiere zurück, die hier in Familien vermittelt sind.

„Das Futter kaufen wir aber vor Ort“

„Das Futter kaufen wir aber vor Ort, weil es dort viel preiswerter ist“, sagt Stephanie Meyer. Sie ist gerade von ei­nem Besuch in Portugal zurückgekehrt. Mit dem eingenommenen Geld können Kastrationsprogramme finanziert werden, damit das Hundeproblem dort nicht überhand nimmt. Damit die Tiere nicht Krankheiten einschleppen, sind auch Impfaktionen nötig.

„Ein großes Problem sind die älteren Hunde“, berichtete Marlies Bundermann. Viele hätten ihr ganzes Leben im Tierheim zugebracht. Manche sind sogar dort geboren. Aber Dori (10) konnte jetzt an eine Familie in Essen vermittelt werden. Und Eddi, ähnlich alt, wartet bei einer Pflegefamilie darauf. Susan, sieben bis acht Jahre alt, und Jim, acht oder neun Jahre alt, wurden an eine Familie in Mettmann vermittelt. „Die wollte erst nur Susan, hat dann aber auch ihren Zwingergenossen mit übernommen.“

„Das ist für uns so wie Weihnachten und Ostern an einem Tag“, sagte Daniela Costanza. Sie hat den Vorsitz des Vereins von ihrer Mutter übernommen. Eine fünfköpfige Delegation aus Portugal konnte sich jetzt in Oberhausen davon überzeugen, das ihre Schützlinge hier ein guten Händen sind.

>>>>>> Nicht an jeden wird ein Tier abgegeben

Der Verein Tierschutz Andalusien gibt die Hunde aus Portugal nicht beliebig ab. „Das Umfeld muss stimmen und wir kontrollieren es auch“, sagt Marlies Bundermann.

Ist alles stimmig, wird ein Hund für 300 Euro abgegeben, ist dann aber kastriert, geimpft und gechippt. Für einen Welpen werden 270 Euro verlangt.

Für weitere Informationen steht Vorsitzende Daniela Co­stanza zur Verfügung: 0173-6570484 oder info@tierschutz-andalusien.de

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