Immobilienwerte

Preise für Oberhausener Wohnungen stiegen um 13 Prozent

Neu gebaute Wohnungen in Oberhausen sind beliebt – hier das Pacelli-Quartier in der Oberhausener Innenstadt. Doch die Preise für Wohnimmobilien sind in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen.

Neu gebaute Wohnungen in Oberhausen sind beliebt – hier das Pacelli-Quartier in der Oberhausener Innenstadt. Doch die Preise für Wohnimmobilien sind in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen.

Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool

Oberhausen.  Wie sich die Corona-Krise auf dem Immobilienmarkt auswirkt, ist selbst Fachleuten unklar. Zuletzt waren die Preise in Oberhausen stark gestiegen.

Noch mitten in der einzigartigen Corona-Wirtschaftskrise haben Fachleute Schwierigkeiten, die mittelfristigen Folgen der Pandemie auf dem Immobilienmarkt einzuschätzen. Werden künftig vermehrt Arbeitnehmer außerhalb von Städten wohnen, weil sie dank Home-Office nicht mehr oder sehr selten zu ihrem Arbeitsort pendeln müssen? Sinkt damit die Nachfrage nach Wohnungen in Städten und nimmt sie auf dem Land zu? Benötigt man in Innenstädten noch so viele Büros oder kann man sie in Wohnungen umwandeln?

Im Moment jedenfalls sieht die Landesbausparkasse (LBS) den Markt durch Corona ziemlich durchgerüttelt – der jahrelange Boom auf dem Immobilienmarkt mit einer enormen Verteuerung für Wohnhäuser und Eigentumswohnungen scheint vorerst beendet zu sein. „Die Immobilienwerte in der Region sind stabil; der Preisanstieg der vergangenen Jahre wird durch Corona jedoch spürbar gebremst“, lautet die Einschätzung von LBS-Gebietsleiter Jochen Stimberg mit Blick aufs Ruhrgebiet. Die derzeitige Lage auf dem Immobilienmarkt in Oberhausen bezeichnet die LBS als robust.

Die jährlich erscheinende bundesweite Studie der LBS zum Geschehen auf dem Markt der Wohnimmobilien belegt für Oberhausen rückblickend auf das Jahr 2019 eine geradezu stürmische, nachholende Entwicklung der Kaufpreise für Baugrundstücke, Reihenhäuser, Eigentumswohnungen und frei stehende Eigenheime.

Erhebung von Anfang 2020

Die LBS-Preiserhebung stammt von Anfang 2020 – und weist einen Preissprung von Wohnimmobilien in Höhe von 13 Prozent allein im vergangenen Jahr aus. In ganz NRW waren die Häuserpreise „nur“ um zehn Prozent gestiegen. Allerdings: Im Mai hatte die Immobilien-Online-Plattform Immowelt in einer ersten Auswertung zur Corona-Krise einen Rückgang der Immobilienpreise in Oberhausen um drei Prozent gesehen – im Vergleich zum Jahresende 2019.

Gebrauchte Reihenhäuser verteuerten sich am stärksten

Jedenfalls lag Anfang 2020 nach der LBS-Studie eine gebrauchte 80-Quadratmeter-Eigentumswohnung im Schnitt noch bei rund 108.000 Euro (plus 16 Prozent im Vergleich zu Anfang 2019), eine neue im Mittel bei 208.000 Euro (minus drei Prozent zum Vorjahr).

Käufer für erschlossenes Bauland in Oberhausen mussten im Schnitt 265 Euro pro Quadratmeter ausgeben (plus zehn Prozent). Für neue Reihenhäuser wurden in Oberhausen durchschnittlich 300.000 Euro (plus elf Prozent) aufgerufen. Aus zweiter Hand liegen die Preise bei 290.000 Euro (plus 23 Prozent). Für ein gebrauchtes frei stehendes Eigenheim mussten Oberhausener sogar 390.000 Euro hinblättern – ein Plus von 20 Prozent. Gleichwohl sind diese Preise im Vergleich zu Boom-Städten in Deutschland noch sehr moderat.

Nach Beobachtung der LBS hat die Corona-Finanzkrise durchaus ein Umdenken bei manchen Hausbesitzern ausgeöst. „Während der Neubau wegen der Corona-Krise derzeit ins Stocken gerät, kommen nach der ersten Schockstarre jetzt wieder viele Anfragen von Eigentümern, die sich über einen möglichen Verkauf und Tausch informieren wollen. So können wir ständig neue Objekte anbieten“, beobachtet Jochen Stimberg.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben