Verkehr

Radfahrer kommen in Oberhausen schneller über Ampeln

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Dieses Schild weist Radfahrer auf die Radwelle liegt. Der Fahrradbeauftragte der Stadt, Dieter Baum, testet, ob die Ampeln schneller umspringen. 

Dieses Schild weist Radfahrer auf die Radwelle liegt. Der Fahrradbeauftragte der Stadt, Dieter Baum, testet, ob die Ampeln schneller umspringen. 

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  Vor dem Oberhausener Amtsgericht läuft die erste Radwelle: Die Wartezeit an Ampeln verringert sich, Absteigen ist oft nicht mehr erforderlich.

Wer mit dem Fahrrad vom Rathaus kommend Richtung Innenstadt in Alt-Oberhausen über die Poststraße vor dem Amtsgericht muss, kann nun die Straße schneller passieren.

Seit gestern ist an dieser Stelle die „Radwelle“ aktiv: Eine Wärmebildkamera erfasst den Radfahrer und sendet ein Signal an die Ampel, auf Grün zu schalten. Er muss also nicht erst bis zur Ampel fahren, den Knopf drücken und auf Grün warten.

Das spart Zeit, sorgt für ein wenig mehr Komfort im Sattel und für mehr Sicherheit. In den nächsten zwei Wochen wird diese Radwelle an weiteren 29 Stellen in Oberhausen scharf geschaltet.

Erst beim dritten Versuch erfolgreich

Allerdings ist ein wenig Übung gefragt: Beim dritten Versuch von Planungsdezernentin Sabine Lauxen, die Kreuzung ohne Absteigen vom Rad zu passieren, funktionierte es. Denn: Ist zum Beispiel ein Bus mit Verspätung unterwegs, hat er Vorrang und der Radfahrer muss dann eben doch warten und absteigen.

Doch eine klare Verbesserung ist beim offiziellen Start am Mittwoch deutlich geworden: Zum einen schaltet die Ampel spürbar schneller auf Grün. Zum anderen kann der Radfahrer vom Amtsgericht aus Richtung Friedensplatz in einem Zug durchfahren, ohne auf der Mittelinsel zu stoppen und erneut auf Grün zu warten, wie es bisher war.

An zehn Stellen in Oberhausen kommen diese Wärmebildkameras zum Einsatz, an 20 Stellen wird diese grüne Welle für Radfahrer durch im Boden eingelassene Induktionsschleifen ausgelöst. Diese Schleifen können eben nicht auf jedem Untergrund aufgebracht werden, daher kommen auch die teureren Kameras zum Einsatz. Während eine Induktionsschleife mit Installation rund 2000 Euro kostet, werden bei einer Kamera rund 10.000 Euro fällig, erläutert Jenny Wegmeyer von der Stadtverwaltung.

Insgesamt kostet das in NRW einmalige Projekt 175.000 Euro und wird zu 90 Prozent aus Bundesmitteln finanziert. Die Streckenpunkte werden demnächst wieder durch Studenten mit GPS-Geräten abgefahren, um die tatsächliche Zeitersparnis zu erfassen.

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