Fahhradfahren

Radwege in Oberhausen müssen besser werden

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Auf dem Podium (v.li.): Ursula Augenstein (ADFC), Norbert Axt (Grüne), Sabine Lauxen (Stadt), Martin Tönnes (RVR) und Moderator Andreas Blanke. 

Auf dem Podium (v.li.): Ursula Augenstein (ADFC), Norbert Axt (Grüne), Sabine Lauxen (Stadt), Martin Tönnes (RVR) und Moderator Andreas Blanke. 

Foto: Udo Gottschalk

OBERHAUSEN.  Das Alltagsradeln in Oberhausen soll verstärkt werden. Dafür aber muss die Infrastruktur stimmen. Diskussionsabend der Grünen und des ADFC

Zu viele Schotterwege, zu viele Wurzeln, die Radwege beschädigen, zu wenig Rücksichtnahme durch Fußgänger und Autofahrer: Oberhausen muss für Radfahrer attraktiver werden. Darin waren sich sowohl die Experten auf dem Podium als auch die Besucher einig, die Montagabend an der Podiumsdiskussion zum Thema Alltagsradeln in Oberhausen in der Fabrik K14 teilnahmen. Eingeladen hatten die Grünen-Ratsfraktion und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC).

Nur sechs bis acht Prozent der Oberhausener nutzen für kurze Strecken um die zwei Kilometer das Fahrrad. Dieser Anteil soll auf 25 Prozent erhöht werden, lautet das Ziel der Stadtverwaltung. Das würde einige Autos von der Straße holen und damit die Luft sauberer machen. Dafür aber muss die Infrastruktur stimmen – und genau hier hakt es noch an vielen Stellen, wie sich zeigt.

Zwar gibt der Regionalverband Ruhr (RVR) mit seiner Planung zu vier neuen Radschnellwegen in Oberhausen Hoffnung darauf, dass sich die Stadt zu einem regelrechten Radschnellwege-Kreuz mit Anschlüssen in alle Richtungen werden kann, doch nach Meinung des ADFC und der Gäste am Montag liegt schon an der Basis vieles im Argen.

So wünscht sich Besucherin und Umweltschützerin Cornelia Schiemanowski mehr sichere Fahrrad-abstellanlagen, am Hauptbahnhof seien ihr in der Vergangenheit bereits zwei Räder gestohlen worden. Ralf Langnese, Mitglied der Grünen, vermisse den wirklichen politischen Willen, dem Radverkehr mehr Raum zu bieten. So gebe es an der Mülheimer Straße zum Teil keinen Fahrradweg, im morgendlichen Berufsverkehr sei es zudem sehr gefährlich für Radfahrer. Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn und in Oberhausen häufig mit dem Rad unterwegs, beklagte, dass es viele Barrieren unter anderem durch Bahnlinien gebe. Ein Gefahrenpunkt sieht er außerdem an der Hallenbad-Kreuzung in Sterkrade. Die Verkehrsführung für Radfahrer sei an dieser Stelle „eine Zumutung“.

Burkhardt Schmidt vom ADFC Oberhausen hingegen ärgert sich über die Parksünder, die Radwege versperren. Umwelt- und Planungsdezernentin Sabine Lauxen schlug vor, eine Offensive zu starten und das Ordnungsamt gezielt Parksünder auf Fahrradwegen zu kontrollieren.

Unter dem Strich waren sich am Montag alle Anwesenden einig: Es muss sich etwas in den Köpfen bewegen. Niemand wolle das Auto abschaffen, aber Radfahrer brauchen Sicherheit und Verlässlichkeit – und keine Wege, die im Nirgendwo enden.

>>> 2000 RADLER SOLLTEN DEN WEG PRO TAG NUTZEN

Martin Tönnes, beim RVR für die Planung der Radschnellwege zuständig, hat deutlich gemacht, wie wichtig es wäre, wenn sich die Ruhrgebietsstädte geschlossen hinter die Radschnellwege stellen würden. Das würde dem RVR Gewicht verleihen. Schon jetzt sei es ein gutes Signal, dass der Bund sich erstmals finanziell an dem Bau der Radschnellwege beteilige. Das Projekt genieße große Aufmerksamkeit. Entscheidend sei seiner Einschätzung nach nicht, wie hoch die Baukosten eines Radschnellweges seien, sondern vor allem, ob er von mindestens 2000 Radfahrern pro Tag genutzt würde. Er würde empfehlen, eine Machbarkeitsstudie über die bisherigen Streckenvorschläge – über den Hiberniadamm nach Mülheim oder über die Lothringer Straße – erstellen zu lassen, um auszuloten, welche Strecken tatsächlich realisierbar wären.

Oberhausen hat bis zum Jahresende Zeit, Stellung zu den Plänen zu nehmen. Anfang 2019 wird die RVR-Verbandsversammlung über die Planungen abstimmen.

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