Gasometer

Reinhold Messner erzählt von den „Tanzflächen der Götter“

Gasometer-Geschäftsfüherin Jeanette Schmitz begrüßt Reinhold Messner und Nils Sparwasser vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Gasometer-Geschäftsfüherin Jeanette Schmitz begrüßt Reinhold Messner und Nils Sparwasser vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Reinhold Messner hat die höchsten Gipfel erklommen, nun besuchte er den Gasometer. Dort resümierte der Kletterer seine Abenteuer am Berg.

Er hat schon die ganze Welt von oben gesehen, in Oberhausen wechselt er die Perspektive. Extrembergsteiger Reinhold Messner besuchte den Gasometer und erzählte von seinen Abenteuern. Mit im Gepäck: Jede Menge atemberaubende Fotos der höchsten Gipfel der Welt.

„Der Berg ruft“ Besucher in Oberhausen seit März in der Ausstellung im Gasometer. Ein Ruf, dem am Donnerstagabend auch der bekannte Tiroler Kletterer folgte. Unter der imposanten Skulptur des Matterhorns nahm er die Zuhörer mit auf eine spannende Reise durch die Geschichte des Bergsteigens.

Alles begann im Jahr 1786 mit der Erstbesteigung des Mont Blanc in den französischen Alpen. „Die Geburtsstunde des modernen Alpinismus“, wie Messner sagt. Danach folgte ein regelrechter Wettlauf um die Eroberung der Dächer der Welt. Nachdem schließlich auch der noch so schwierigste Aufstieg einem mutigen Abenteurer gelungen war, entbrannte ein Wettkampf um möglichst gefährliche Routen hinauf zu den Bergspitzen.

Reinhold Messner hat in seinem Leben die 14 höchsten Berge der Welt bestiegen, unzählige halsbrecherische Aufstiege gewagt und unter widrigsten Bedingungen in Felsspalten ausgeharrt. Ehrfürchtig erzählt er von seinen Reisen zu den „Tanzflächen der Götter“, wie die Tibeter die Gipfel der Berge nennen.

Aus Respekt vor der Natur

Bei allen technischen Möglichkeiten, die Extremkletterer im Laufe der Zeit entwickelt haben, warnt er davor, den Respekt vor der Natur zu verlieren: „Wenn es keine Unmöglichkeit mehr gibt, ist der Alpinismus obsolet.“ Bei seinen Touren hat Messner deswegen bewusst auf Hilfsmittel verzichtet. Die höchsten Gipfel erklomm er ohne Sauerstoffflasche. „Wir Bergsteiger sind ja nicht klassische Sportler. Das ist ja nicht messbar. Das ist das, was man ein Abenteuer nennt.“

Und neue Herausforderungen haben den Globetrotter seit jeher gereizt. Beim Erzählen nimmt der mittlerweile 73-Jährige seine Zuhörer mit. Er erzählt von seinen schwersten Touren und auch von der Angst, an einer steilen Wand abzustürzen. Aufgehalten hat ihn das nie. So erklomm er nicht nur den Mount Everest, mit 8848 Metern der höchste Berg der Welt, als erster Mensch überhaupt ohne Sauerstoffmaske. Er durchquerte die Wüste Gobi, Grönland und die Antarktis auf seinen Reisen.

Seine Erzählungen untermauert Reinhold Messner im Gasometer mit spektakulären Satellitenaufnahmen der Felsriesen. Eine spezielle Technik aus der Raumfahrt ermöglicht den beeindruckenden Blick in die tiefsten Schluchten und auf die höchsten Gipfel auch ohne den beschwerlichen Aufstieg riskieren zu müssen. Vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für wissenschaftliche Zwecke entwickelt, begeisterte die Technik am Donnerstag auch die Besucher des Gasometers.

>>>Ausstellung läuft bis zum 30. Dezember

Die aktuelle Gasometer-Ausstellung „Der Berg ruft“ zeigt mit Filmausschnitten und Fotos die Vielfalt der Bergwelten und die Faszination, die von ihnen ausgeht. Noch bis zum 30. Dezember 2018 können Besucher das Modell des Matterhorns besuchen. Info: gasometer.de.

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