Gasometer

Rost nagt am Gasometer - Kulturtonne wird bald saniert

Ortstermin auf 118 Metern Höhe: Daniel Schranz, Dirk Vöpel, Jeanette Schmitz und Michelle Müntefering begutachten in Oberhausen das Gasometerdach.

Foto: Kerstin Bögeholz

Ortstermin auf 118 Metern Höhe: Daniel Schranz, Dirk Vöpel, Jeanette Schmitz und Michelle Müntefering begutachten in Oberhausen das Gasometerdach. Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Der Gasometer Oberhausen ist durch Fördergelder einer Sanierung ein entscheidendes Stück näher gekommen. Ein Jahr lang soll die Tonne schließen.

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Auch auf 118 Metern Höhe wirken schwerwiegende Sorgen nicht unbedingt luftig-leicht: Der fast 90 Jahre alte Gasometer benötigt mehr als eine Schönheitskur. Witterung und Rost haben an der Außenfassade deutliche Spuren hinterlassen. Einem umfangreichen Umbau ist das bedeutende Wahrzeichen nun einen entscheidenden Schritt näher gekommen.

Umbau beginnt wohl 2020

7,25 Millionen Euro sollen aus Bundesmitteln in die Sanierung fließen. Neben 4,4 Millionen Euro Eigenanteil der Gasometer GmbH könnte noch ein Förderbetrag des Landes helfen. Während die Fördermittel des Bundes bewilligt sind, steht eine Entscheidung beim Landesgeld noch aus. Positive Signale gebe es aber.

Beim Ortstermin im Gasometer wurde jedenfalls ein fraktionsübergreifender Wille erkennbar, der international renommierten Kulturstätte helfen zu wollen. Michelle Müntefering, Herner SPD-MdB und Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, schaute sich mit ihrem Oberhausener Bundestagskollegen Dirk Vöpel (SPD) und Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) auf dem Dach der Tonne die porösen Roststellen an. „Der Gasometer ist eben wie ein Oldtimer“, fand Müntefering schmeichelnde Wort, ohne die Wichtigkeit des Umbaus zu kaschieren.

Experten schätzen Gesamtkosten auf 14,5 Millionen Euro

Auf 14,5 Millionen Euro schätzen die Techniker die Sanierungskosten, erläutert Gasometer-Chefin Jeanette Schmitz. „Der Korrosionsschutz der Außenfassade benötigt mit 9,5 Millionen Euro den größten Teil.“ Rostige Stellen sind vornehmlich an der sogenannten Wetterseite, die zur Neuen Mitte liegt, zu finden. Nach Einschätzung der Techniker dürften aber auch an den restlichen Seiten zügig weitere Alterungsspuren auftreten, so dass eine komplette Sanierung sinnvoll sei.

Mit der Sandstrahlmethode soll die oberste Schicht der Außenhaut abgetragen, danach eine Grund- und zwei Deckschichten aufgetragen werden. Da der Gasometer ein denkmalgeschütztes Gebäude ist, wird sich die Farbe nicht ändern. 30 Jahre soll der Rostschutz halten. Dass eine Fläche von mehreren Fußballfeldern am 118 Meter hohen Gasometer keine Kleinigkeit ist, wird an der geschätzten Umbauzeit deutlich.

Gasometer soll ein Jahr geschlossen bleiben

Ein komplettes Jahr soll der Gasometer geschlossen bleiben, da auch an Fundament, Innendecken und Fenstern nachgebessert wird. Voraussichtlich 2020 geht es los

Für Sicherheitsbedenken sorgt der Rost am Gasometer momentan übrigens ausdrücklich nicht. Schmitz: „Wir sichern mit der Sanierung die Zukunft.“

>>> Schon mehr als 230.000 Besucher

Die Ausstellung „Der Berg ruft“ lockt momentan Zehntausende Besucher in den Gasometer. Noch mindestens bis zum 30. Dezember soll die Nachbildung des Matterhorns die Kulturinteressierten nach Oberhausen locken. In den Sommerferien öffnet der Gasometer auch montags. Bisher zählten die Macher mehr als 230.000 Gäste.

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