Übungsplätze

Sind ausgerechnet Rettungshunde unerwünscht?

Freie Träger haben offenbar nicht ausreichend Möglichkeiten für das Training von Rettungshunden. Hier im Bild: Dobermann Knut von der Rettungshundestaffel Wesel.

Freie Träger haben offenbar nicht ausreichend Möglichkeiten für das Training von Rettungshunden. Hier im Bild: Dobermann Knut von der Rettungshundestaffel Wesel.

Foto: Gerd Hermann / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Rettungshunden in NRW fehlt es offenbar an geeigneten Übungsflächen. SPD-Abgeordnete Sonja Bongers fragt im Landtag nach, die Antwort enttäuscht.

Sie suchen in Lawinen oder eingestürzten Häusern nach Überlebenden. Sie spüren Kinder auf, die sich verlaufen haben. Sie sind effektiver als jedes technische Gerät und auch im schwierigsten Gelände eine große Hilfe für Einsatzkräfte. Doch ausgerechnet den Rettungshundestaffeln in NRW fehlt es offenbar an geeigneten Übungsflächen. In Wäldern sind sie – wie jeder andere Hund auch – an der Leine zu führen. Das macht jedes Training unmöglich. Private Übungsplätze sind oft teuer.

Über den Oberhausener Kreisverband des Arbeiter-Samariter-Bundes ist die SPD-Landtagsabgeordnete Sonja Bongers auf das Problem aufmerksam geworden. Doch deren Kleine Anfrage an die Düsseldorfer Regierung brachte eine enttäuschende Antwort: Das Land spiele den Ball an die jeweilige Forstbehörde, berichtet Bongers. Die solle Anfragen nach Trainingsmöglichkeiten „wohlwollend prüfen“. Doch das, so Bongers, sei unzureichend.

Anträge für private Waldgebiete

Viele Waldgebiete seien zudem in Privatbesitz, erklärt ein Sprecher des Oberhausener ASB auf Nachfrage. Um eine Genehmigung zu erhalten, dort unter realen Bedingungen zu trainieren, sei ein kompliziertes und langwieriges Antragsverfahren nötig. Eine eigene ASB-Hundestaffel gibt es in Oberhausen nicht, bei Bedarf arbeiten die Einsatzkräfte mit den Staffeln in Wesel, Münster oder Ostwestfalen zusammen. „Wir wissen aber über die Probleme Bescheid.“

Neben dem Arbeiter-Samariter-Bund betreiben auch weitere Rettungsdienste wie die Johanniter oder das Deutsche Rote Kreuz Rettungshundestaffeln, etwa in Mülheim und Köln. Der gemeinnützige Verein Rettungshundestaffel für Feuerwehren NRW in Bochum bildet – wie der Vereinsname verrät – Rettungshunde für NRW-Feuerwehren aus und ist im ganzen Land im Einsatz.

Keine Lösung in Sicht

Damit all diese Hunde möglichst realistisch auf gefährliche Situationen vorbereitet werden können, bräuchten die Tiere und ihre Führer geeignete Übungsflächen, sagt Sonja Bongers. „Wenn es keinen ausgewiesenen Übungsplatz gibt, bleiben den Rettungshundestaffeln nur noch private Übungsgelände, die von den Trägern zum Teil teuer bezahlt werden müssen“, meint die Oberhausener Sozialdemokratin.

Eine Lösung für das Problem gibt es bislang nicht. Bongers sieht dringenden Handlungsbedarf – und verspricht: „Es kann nicht sein, dass die Landesregierung die Träger mit dieser wichtigen Aufgabe alleine lässt. Wir werden der Sache weiterhin auf den Zahn fühlen.“

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