Interview

Snow-Patrol-Frontmann: Kann mich vor nichts mehr verstecken

Gary Lightbody tourt seit fast 25 Jahren mit seiner Band Snow Patrol – erst durch Großbritannien, jetzt auf der ganzen Welt.

Gary Lightbody tourt seit fast 25 Jahren mit seiner Band Snow Patrol – erst durch Großbritannien, jetzt auf der ganzen Welt.

Foto: Carlos Rodrigues

Oberhausen.   Snow Patrol kommen im Januar nach Oberhausen. Sänger Gary Lightbody erklärt, warum es sieben Jahre gedauert hat, das neue Album zu produzieren.

Sieben Jahre sind vergangen, seit die Rockband Snow Patrol zuletzt auf Tour war. Am 20. Januar spielen die Briten, denen 2006 mit „Chasing Cars“ der Durchbruch gelang, in der König-Pilsener-Arena. Im Interview spricht Sänger Gary Lightbody über die vergangenen sieben Jahre und die Angst, dass die Fans die Band in dieser Zeit vergessen haben könnten.

Sie haben Snow Patrol 1994 gegründet, damals hieß die Band noch Polarbear. Haben Sie eine Vorliebe für den Winter?

Lightbody: Eisbären sind – neben Pinguinen – meine Lieblingstiere, deswegen habe ich die Band so genannt. Aber es gab schon eine Band, die so hieß, also mussten wir unseren Namen ändern. Nächstes Jahr gibt es Snow Patrol 25 Jahre, das schaffen nicht so viele. Das werden wir mit Sicherheit ein bisschen feiern.

Es hat sieben Jahre gedauert, bis Sie ihr Album „Wildness“ im Mai 2018 veröffentlicht haben. Was haben Sie in dieser Zeit gemacht?

Ich habe nicht einfach da gesessen und Däumchen gedreht. Ich habe versucht, das Album zu schreiben. Nach der letzten Tour war es mein Plan, 2013 neue Songs zu schreiben, ins Studio zu gehen und das Album 2014 zu veröffentlichen. Aber das hat nicht funktioniert. Wir hätten auch schon früher ein Album veröffentlichen können, aber es wäre nicht so gut gewesen. Ich wollte kein Album machen, nur um Zeit totzuschlagen und so schnell wie möglich wieder auf Tour gehen zu können.

Verarbeitung schwieriger Themen

Inwiefern haben sich in dieser Zeit die Musik und die Themen der Songs verändert?

Ich habe früher viel über Beziehungen geschrieben, aber jetzt bin ich seit acht Jahren in keiner Beziehung. Also konnte ich nicht darüber schreiben. Dieses Album beschäftigt sich mit den Tiefen meiner Seele. Es geht um Alkohol, um die Demenz meines Vaters. Das sind schwierige Themen und ich habe darüber geschrieben, wie ich damit klargekommen bin. Ich glaube, es steckt auch viel Hoffnung in diesem Album. Ich habe mich total geöffnet. Ich kann mich jetzt vor nichts mehr verstecken, ich habe der ganzen Welt davon erzählt.

Von welchen anderen Musikstilen lassen Sie sich beeinflussen?

Immer, wenn wir im Studio eine Pause machen, dann hören wir Musik. Ganz verschiedene Stile, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben: Folk, Afrikanische Musik, Soul, Hip-Hop. Wir beschäftigen uns nicht damit, was im Radio läuft oder in den Charts passiert und hören auch nicht die Art von Musik, die wir selbst machen.

Wie war es, nach so langer Zeit wieder auf der Bühne zu stehen? Waren Sie nervös?

Wir sind seit April wieder auf Tour, erst eine paar kleinere Shows und dann dreieinhalb Monate in Amerika. Jetzt ist wieder alles wie früher. Aber vor dem Tourstart war ich schon etwas nervös.

"Es war immer ein Traum von uns, in Deutschland erfolgreich zu sein."

Hatten Sie auch Angst, dass die Fans Snow Patrol in dieser langen Zeit vielleicht vergessen haben?

Ja, ich denke jeder, der sich eine Auszeit nimmt, hat davor Angst. Heutzutage ist die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen doch so kurz, dass man denkt, sieben Minuten sind eine lange Zeit. Sieben Jahre sind dann eine Ewigkeit. Die Fans sind uns zum Glück treu geblieben. Aber das war für uns keine Selbstverständlichkeit.

Welche Erinnerungen haben Sie an Deutschland?

Ich war schon ein paar mal in Deutschland und wir haben auch in Oberhausen gespielt, das muss ungefähr zehn Jahre her sein. Das war die erste Tour, bei der wir in den großen Hallen gespielt haben. Es war immer ein Traum von uns, in Deutschland erfolgreich zu sein. Es hat wirklich lange gedauert, bis wir hier unseren ersten Hit hatten.

"Wir spielen wirklich die Hits."

Was erwartet die Zuschauer bei den Konzerten? Können Sie uns schon etwas verraten?

Die Bühne sieht wirklich unglaublich aus. Wir stehen in einer Art Box aus Licht. Unsere Techniker haben echt einen Wahnsinnsjob gemacht. Ich freue mich darauf, dies auch den Menschen in Deutschland zu zeigen. In Dublin haben wir ein Set gespielt über fast zwei Stunden und jeder Song war eine Single. Das passiert, wenn die Band seit 25 Jahren besteht. Wir spielen wirklich die Hits. Die Leute sollen für ihr Geld ein tolles Erlebnis bekommen.

>>> Konzertkarten als Last-Minute-Geschenk?

Für das Konzert in den König-Pilsener-Arena am Sonntag, 20. Januar, 20 Uhr, gibt es noch Karten. Sitzplätze kosten ab 42,45 Euro, Stehplätze im Innenraum 59,70 Euro. Tickets gibt es im Internet auf t icketmaster.de oder eventim.de .

Außerdem spielen Snow Patrol im kommenden Jahr in Deutschland in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt, bevor die Tour in Europa und Südamerika weitergeht. Im Sommer werden noch einige Festival-Auftritte dazukommen.

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