Kulturförderung

Theater Oberhausen öffnet Foyer für Workshops und Projekte

Auch für die hundert Tablets, die zur Zuschauer-Ausstattung des „Sommernachtstraums“ auf dem Ebertplatz zählten, hat das „offene Foyer“ eine neue Verwendung.

Auch für die hundert Tablets, die zur Zuschauer-Ausstattung des „Sommernachtstraums“ auf dem Ebertplatz zählten, hat das „offene Foyer“ eine neue Verwendung.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Dank Landesmitteln steht an jedem Nachmittag der frisch gestrichene und möblierte „Pool“ für Besucher offen: um zu lesen oder Tablets zu nutzen.

„Wie kann man ein so großes Haus gemütlicher und attraktiver machen?“ Amira Bakhit meint damit nicht allein eine Um-Möblierung des Theaters. Hinter dem Stichwort „offenes Foyer“ verbirgt sich das große Anliegen der Intendanz Florian Fiedlers: das Theater in die Stadt und die Stadt ins Theater zu bringen. „Neue Wege“ heißt das Förderprogramm aus dem Kultur- und Wissenschaftsministerium des Landes NRW, das für drei Jahre diese Ambitionen mit 435.000 Euro unterstützt. Die Auftaktparty steigt am Samstag, 16. November, um 18 Uhr im Großen Haus – gleich nach der Premiere von „Keloğlan Eulenspiegel“.

Insgesamt sind’s drei Anliegen, die das „Neue Wege“-Programm im Theater am Will-Quadflieg-Platz fördert. So gilt es, die Arbeit der seit dieser Spielzeit von Amira Bakhit geleiteten Theaterfaktorei zu verstetigen. Den Projektleitern kann sie nun auch ein kleines Entgelt auszahlen. Zweitens sollen auch außergewöhnliche Bühnen-Projekte profitieren, an denen die Bürger selbst teilhaben. Line Behrens, die Referentin der Intendanz, nennt als Beispiel „Schuld und Sühne“, Bert Zanders preisgekrönte „theatrale Filminstallation“. Auch die neue Arbeit des Regisseurs und Videofilmers, basierend auf Didier Eribons „Rückkehr nach Reims“, setzt wieder aufs Mitmachen vieler Oberhausener. Außerdem planen Monika Gintersdorfer und Franck Edmond Yao eine „Tanz-Ambulanz“: Das Choreographie-Team hatte sich mit seiner Pariser Truppe „Le Fleur BB“ bereits beim Westwind-Festival in Oberhausen vorgestellt.

Zu verleihen: die Tablets aus dem „Sommernachtstraum“

Und das offene Foyer? Damit ist eigentlich der „Pool“ genannte Barraum gemeint. Dort sind gerade die Maler aktiv, um den Wänden einen tiefblauen Anstrich zu verpassen. Hier wird’s „gemütlich“, verspricht Amira Bakhit. Der Bartresen bleibt, hinzu kommen Bücherecken, Sofas und Sessel. Ein Trinkbrunnen zählt zum Gratis-Angebot und WiFi, für das neue Anschlüsse verlegt wurden. Eine Kinderspielecke kann im Pool je nach Raumbedarf problemlos eingerichtet oder abgebaut werden. Das Theater verleiht für die Pool-Nachmittage jene Tablets, die beim „Sommernachtstraum“ zum Einsatz kamen, und erhält von der EVO eine Handy-Ladestation.

An jedem Nachmittag von 15 bis 18 Uhr öffnen nun Pool und Foyer, samstags schon um 10.30 Uhr. Line Behrens nennt es ausdrücklich auch eine Einladung an Menschen im Familienalter, „um wieder Zugang zum Theater zu finden“. Vom Theater-Team wird stets jemand „vor Ort“ sein, ergänzt Amira Bakhit, „und kleine Workshops anbieten“. Die Proben des Ensembles sind durch das neue Leben im Pool nicht beeinträchtigt – denn nachmittags sind allenfalls Beleuchtungsproben üblich.

Der Eintritt bei allen Angeboten bleibt stets frei

Für die Nachmittags-Angebote will die Theaterfaktorei mit Oberhausens Freier Universität kooperieren – und hat schon mal die „Akademie der lauten Gedanken“ ausgerufen. Auch das Jugendparlament macht mit. Der Eintritt bei allen Angeboten bleibt stets frei – denn, so betont die Referentin der Intendanz: „Es geht uns um den freien Zugang für alle.“

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