Läden mit Pfiff

Warum teurere kleine Obstläden in Oberhausen so beliebt sind

Der Obstladen von „Südfrüchte Günter Bednarz“ existiert auf der Marktstraße in Oberhausen schon seit neun Jahren.

Der Obstladen von „Südfrüchte Günter Bednarz“ existiert auf der Marktstraße in Oberhausen schon seit neun Jahren.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Gerade junge Leute reden viel über gesundes frisches Essen – doch die kleinen Obstläden in der City haben sie bisher noch nicht entdeckt.

Ein unscheinbares Ladenlokal, ein kleiner Raum, die Möblierung spartanisch, tief hängende Markisen sorgen für schummriges Licht – im Obst- und Gemüsehandel „Südfrüchte Günter Bednarz“ auf der mittleren Marktstraße gibt es kein überflüssiges dekoratives Chichi. Stattdessen konzentriert sich der Inhaber aufs Wesentliche: die Obstware.

In luftigen Kästen reihen sich fast bis zur Mitte der Marktstraße Melonen, Äpfel, Erdbeeren, Orangen, Rhabarber, Mangos und Ananas – die Schalen glänzen, die Farben leuchten in der Sonne. So mancher gehetzte Passant verlangsamt beim Blick auf die gesunden Naturprodukte seinen Schritt.

Vor 60 Jahren gegründet

Seit mittlerweile neun Jahren versorgt die Oberhausener Zweigstelle der vor 60 Jahren gegründeten Großhändlerfirma „Südfrüchte Bednarz“ die Oberhausener Innenstadt mit Vitaminen. Das Gros des Angebots stammt vor allem von einem regionalem Hof in Bottrop-Kirchhellen und aus dem Rheinland. Lediglich exotische Früchte werden aus Übersee eingeflogen.

Mit einem eigenem Kühlhaus wird gewährleistet, dass das Gemüse und Obst immer „schön knackig“ bleibt.

Regina Bonk, mit 63 Jahren wohl die erfahrenste Verkäuferin der City-Obstgeschäfte, bemerkt in diesen Zeiten einen Wandel in der Einstellung ihrer Kunden: Gesunde Ernährung ist Trend, ist in aller Munde – da bemerke man schon ein stärkeres Bewusstsein für frische regionale Waren. Die Altersstruktur des Kundenstammes habe sich aber kaum verändert.

Ältere Männer gehörten zum Stammpublikum

Überwiegend ältere Herrschaften würden zu dem Stammpublikum des Obstladens zählen, da ihnen die persönliche Bedienung besonders wichtig sei. „Die wollen natürlich hofiert werden“, sagt Regina Bonk schmunzelnd. Käufer würden dieses Engagement würdigen und begäben sich gerne unter die Fittiche der Bedienungen. Kunde Dieter Prüß lobt: „Ich und meine Frau kommen hier schon lange hin, weil Beratung und Auswahl unschlagbar sind.“

Gerüchte: Schließt der Obstladen?

Immer wieder wabern Gerüchte über die Marktstraße, Obsthändler Bednarz wolle seine Filiale in Oberhausen schließen Regina Bonk hält das für Quatsch. „Solches Gerede gibt es nun bereits seit der Eröffnung. Da war aber auch nie etwas dran.“ Man sei mit dem derzeitigen Standort zufrieden.

Nur wenige hundert Meter entfernt, gleich gegenüber dem Altmarkt, lebt auch Angelika Nales, Inhaberin des „Obst- und Gemüsekorb Nales“, vor allen Dingen von ihren Stammkunden. Diese zu gewinnen sei sehr mühselig. Als langjährige Marktfrau weiß sie: „Kunden bekommt man nicht von jetzt auf gleich.“

Vielmehr werde Kaufverhalten oftmals innerhalb einer Familie vererbt. Ein Großteil des Kundenstammes halte ihr und ihrer Familie schon über Jahrzehnte die Treue.

Hoher Preisdruck der Discounter

Mit den enorm niedrigen Preisen der Discounter und Supermärkte können die Obsthändler nicht mithalten: So kosten 500 Gramm Erdbeeren bei Bednarz 2,50 Euro – das ist circa 50 Cent mehr als bei Edeka. „Niedrigpreise wie bei Netto sind für uns undenkbar“, meint Bonk. Trotzdem kommen Kunden zu ihr, denn diese legen besonderen Wert auf Qualität und Service.

Eine kleine Gruppe Kindergartenkinder spaziert entlang der Obststände. Von den farbenfrohen Früchten angezogen, tummeln sich die Kleinen um die vielen Erbeerkörbchen. Die Kinder quengeln, die Erzieherin will weiter – da drückt die freundliche Arbeitskollegin von Regina Bonk der Erzieherin zwei Kisten in die Hand.

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