Hospize

Das ändert sich mit dem Neubau des Rheinberger Hospizes

Bürgermeister Frank Tatzel, Landrat Ansgar Müller, Schirmherr Hans-Theo Mennicken, Hospizleiterin Beate Bergmann, Fördervereinsvorsitzende Ulrike Wellner, Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang van Bebber und Geschäftsführer der St. Josef Krankenhaus GmbH Moers, Ralf Nennhaus, beim Spatenstich (von links).

Bürgermeister Frank Tatzel, Landrat Ansgar Müller, Schirmherr Hans-Theo Mennicken, Hospizleiterin Beate Bergmann, Fördervereinsvorsitzende Ulrike Wellner, Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang van Bebber und Geschäftsführer der St. Josef Krankenhaus GmbH Moers, Ralf Nennhaus, beim Spatenstich (von links).

Foto: Jasmin Ohneszeit

Rheinberg.  Das Rheinberger Hospiz Haus Sonnenschein erhält einen Neubau mit Veränderungen – nach dem Spatenstich können die Arbeiten starten.

Hell, freundlich, ein offener Küchenbereich und ein Aufenthaltsraum ohne Wände: Das waren die Wünsche, die Beate Bergmann, Leiterin des Rheinberger Hospizes Haus Sonnenschein, bei der Planung des anstehenden Neubaus hatte. Der Grundriss auf dem Papier zeigt: Architekt Karlheinz Schlapeit von der Planungs- und Bauleitungs GmbH St. Josef hat diese Ideen schon größtenteils umgesetzt.

Gestern erfolgte der erste offizielle Spatenstich für den Neubau des Hospizes an der Orsoyer Straße. Und für diesen gab es gleich drei gute Gründe: „Wir fühlen uns hier sehr wohl aber das Gebäude ist in die Jahre gekommen“, sagt Geschäftsführer der St. Josef Krankenhaus GmbH Moers, Ralf Nennhaus.

Hospiz im ehemaligen Schwesternhaus

1995 haben Beate Bergmann, Leiterin des heutigen Hospizes und Ulrike Wellner, Vorsitzende des Fördervereins, damit begonnen, einen ambulanten Hospizdienst im Moerser St. Josef Krankenhaus aufzubauen. Ziel der beiden Frauen war es dabei auch langfristig ein stationäres Hospiz zu errichten. „Damals gab es wenige davon“, erinnert sich Beate Bergmann.

1998 war es dann soweit: In dem ehemaligen Schwesternhaus des einstigen Krankenhauses wurde das stationäre Hospiz mit sieben Bewohnerplätzen als erstes und bislang einziges Hospiz im Kreis Wesel eröffnet. „Man merkt, dass das Haus nicht für unsere Zwecke gebaut wurde. Es folgten viele Umbaumaßnahmen.

Rund 2,3 Millionen Euro für Bauarbeiten

Wir geraten räumlich und ausstattungstechnisch an unsere Grenzen“, so Bergmann. Da wäre dann auch schon der zweite Grund: Nicht jedes der acht Zimmer verfügt über ein eigenes Bad mit Dusche und WC. Das ändert sich zukünftig – auch, weil es die Gesetze so vorsehen.

„Wie in Pflegeheimen müssen wir auch das Wohn- und Teilhabegesetz mit einer 80-Prozent-Quote an Einzelzimmern erfüllen“, erklärt Nennhaus. Bisher galt fürs Haus Sonnenschein eine befristete Übergangsregelung. Bald verfügt jedes Zimmer über ein eigenes Bad. Rund 2,3 Millionen Euro kostet der Neubau.

Gemütlichkeit und Behaglichkeit kosten

Die St. Josef Krankenhaus GmbH stellt als Bauherr das Grundstück zur Verfügung und übernimmt Baukosten in Höhe von 700.000 Euro. Die restlichen Kosten von 1,6 Millionen Euro deckt der Förderverein des Hospizes ab. „Wir können uns bei den Rheinbergern und Niederrheinern nur bedanken, dass sie uns finanziell so tatkräftig unterstützen“, sagt Ulrike Wellner. „Gemütlichkeit und Behaglichkeit kosten allerdings Geld, deshalb brauchen wir auch weiterhin Spenden.“

Das Hospiz versorgt und begleitet jährlich knapp 100 unheilbarkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Fast die gleiche Zahl müsse man aufgrund der begrenzten Kapazität auch abweisen. Deshalb verfügt der Neubau über zehn statt acht Einzelzimmern.

Wohn- statt Heimcharakter

Jedes von ihnen hat eine Größe von 20 Quadratmetern mit Zugang zu eigenen Terrassen. Auch ein großer Unterschied zum jetzigen Haus: Statt wie bisher in der ersten Etage, wird das neue Gebäude mit einer Grundfläche von 880 Quadratmetern ebenerdig und barrierefrei gebaut.

„Wir achten darauf, dass kein Heimcharakter, sondern ein Wohncharakter wie in einem Einfamilienhaus entsteht“, so Architekt Karlheinz Schlapeit. Zum Spaten griffen gestern neben den Bauherren auch Bürgermeister Frank Tatzel, Landrat Ansgar Müller und Schirmherr Hans-Theo Mennicken.

Tatzel bedankte sich beim Träger, dem St. Josef Krankenhaus Moers, für das Vertrauen in den Standort. Mit voller Kraft wurden dann die ersten Löcher gegraben. Ende 2020 soll der Neubau hinter dem bestehenden Gebäude bezugsfertig sein.

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